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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 03.02.2017

Vom Suchen und finden der Liebe

Klingt das nicht atemberaubend: Alle acht Minuten verliebt sich ein "niveauvoller Single"...

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(© Shutterstock)

Valentinstag 2017...

Also, ich muss Ihnen gestehen, dass ich in den vielen Jahren als Redakteurin so viele Geschichten und Editorials über die Liebe geschrieben habe, dass mir nicht mehr viel Neues dazu einfällt. Recherche ist demnach angesagt. Was hat sich getan in Sachen Liebe? Die Antwort ist eine eher unromantische: Jede/jeder Dritte in Österreich ist Single. Das wären also nahezu zwei Millionen Menschen, die sich jedoch wiederum zu über 80 Prozent einen Partner, eine Partnerin wünschen – glaubt man zumindest den Studien diverser Online-Partnerschafts-Institute. Und ich bin geneigt, ihnen zu glauben, denn einige dieser Seiten habe ich gerade per Mausklick für diesen Beitrag besucht, und befand mich in Gesellschaft von sieben- bis zehntausend Beziehungswilliger, die gerade eingeloggt waren, um ihr derzeitiges Lebensmodell zu ändern. Mit der in Hoffnung gestellten Aussicht, alle elf Minuten verliebe sich ein „niveauvoller Single“. 

Es gibt sie also, die Sehnsucht nach der Liebe, nach Zweisamkeit – bei allem Erfolg in einer von Arbeit und Selbstverwirklichung dominierten Welt. Und diese Sehnsucht treibt mitunter seltsame Blüten. Wie zum Beispiel das Phänomen „Speed Dating“, ein besonders zeiteffizienter Ausdruck der „Subito-Mentalität“. Hier sitzen sich nämlich sieben Frauen und Männer sieben Minuten lang gegenüber und entscheiden dann, wer als potenzieller Partner in Frage kommt – rasch ausgewertet per Bewertungsbogen der Veranstalter. Sieben Minuten, um dem Glück zu begegnen. 

"Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?"

In meinem absoluten Lieblings-Liebesfilm „Vom Suchen und Finden der Liebe“, einer herzzerreißenden Geschichte nach dem Vorbild der Orpheussage von Helmut Dietl und Patrick Süßkind, trennen sich der Komponist Mimi Nachtigal und die Sängerin Venus Morgenstern nach sieben Jahren. Singt Venus noch zu Beginn dieser großen Liebe „Ich geh mit dir bis ans Ende der Welt, bis ans Ende der Zeit – bis es Sternschnuppen schneit“, gipfelt die Verzweiflung Mimis über die verlorene Liebe in der grandiosen Arie aus Christoph Willibald Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“, welche am Wiener Burgtheater im Oktober 1762 uraufgeführt wurde: „Ach, ich habe sie verloren“. Zum Abschied schenkt Mimi seiner Lebensliebe ein Lied mit der Frage, die sich wohl alle Paare nach der Trennung stellen: „Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?“

Nun, ich weiß es natürlich genauso wenig. Aber ich glaube zu wissen: Sie kommt wieder. Anders, genauso kompliziert, wie es dem Wesen der facettenreichen Liebesgeschichten innewohnt – aber sie kommt wieder. Ein besonderes Beispiel für die Rückkehr der Liebe lest Ihr in der Februar-NIEDERÖSTERREICHERIN: Die Kabarettistin Hilde Fehr fand nach acht „glücklichen Single-Jahren“ ihren Mister Right in Person des niederösterreichischen Weinbauern Josef Hintermayer – eine berührende Lovestory. Ein anderes, ein 80-jähriges Paar, welches gerade seine Goldene Hochzeit feierte, zeigt uns mutig, wie sie Lust und Liebe jung erhalten – mit unkonventionellen Mitteln. Und, gerade nachdem ich dieses Editorial in den Druck gebe, fahre ich zu Karl und Martha Merkatz, die in Niederösterreich ihre Diamantene Hochzeit feiern werden. Es gibt sie also noch, die lebenslange Liebe. Und für alle, die gerade bereit sind, eine neue Beziehung einzugehen, gilt der Rat: Herz und Augen offenhalten und die Verantwortung für das Glück in die eigenen Hände nehmen. Dann klappt‘s. Ob im Supermarkt, beim Tanzkurs oder bei vielen Zufällen, in denen das Schicksal Regie führt – nicht nur am Valentinstag.

Eure Angelica Pral-Haidbauer

 

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