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Marion HauserWedding Blog

Marion Hauser | 08.02.2017

Das Aufgebot

Ehen werden im Himmel geschlossen, aber davor reitet man noch ein wenig mit dem Amtsschimmel zum Ziel.

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The door to heaven ... naja, ein Amt halt.

Immer wenn ich lange vor dem Wecker aufwache, steht ein aufregender Tag bevor. Weihnachten, Geburstag, eine Reise ... oder eben Aufgebot bestellen. Denn mit diesem Behördengang wird der Wunsch, die Ehe mit seinem Partner einzugehen, schön langsam Wirklichkeit. Das Anmelden zur standesamtlichen Trauung kann frühestens 6 Monate vor dem gewünschten Trauungstermin vorgenommen werden, den man im besten Fall auch schon reserviert hat.

Early Bird

Es empfiehlt sich wirklich um Punkt 8 Uhr auf dem Bezirksamt zu sein. Ich wählte noch dazu die Semester-Ferien-Woche in Wien, da ist die Schlange am ehesten überschaubar. Eine Nummer wie weiland in der Meinl-Wurstabteilung und neuerdings in großen Banken, braucht man nicht zu ziehen. Man wartet, bis man dran kommt und wenn man dann einmal drangekommen ist und seine Geburtsurkunde vorgewiesen hat, wartet man wieder bis man an der Reihe ist. Schließlich werden in dieser Magistratsabteilunga auch Geburten, Todesfälle und Staatsbürgerschaftsnachweise bearbeitet.

Die Dokumente

Am besten man schnappt sich seine gesamte Dokumentenmappe - darin fand ich auch zufällig mein Matura-Zeugnis wieder, ha ha. Keine Sorge, das braucht man nicht. Mitzubringen sind: Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis und ein amtlicher Lichtbildausweis wie Pass oder Führerschein.

Unser Sachbearbeiter erinnerte mich ein wenig an die "MA2412" - die köstliche Comedy mit Monica Weinzettl, Alfred Dorfer und Roland Düringer wird ja derzeit im ORF wiederholt. Und, ja, auf einem Amt geht es tatsächlich ein bisschen so wie im Fernsehen zu. Türen gehen auf und wieder zu (wie bei einer Clic-Clac-Komödie), Menschen tauchen auf und entmaterialisieren sich wieder. Keiner spricht. Ein Mann mit angehender Glatze und  restlichem grauem Wallehaar, Dreitagesbart, Herren-Schmuck und einer Schneemann-Krawatte stellte sich als unser Sachbearbeiter vor. Dann wird einmal unsäglich viel in den Computer getippt. Gesprochen wird wieder nicht viel.

Irgendwann ertönt die Stimme seiner Kollegin, die per Telefon zwei Hühnerschnitzel für 12.45 Uhr bestellt. Ich muss mich sehr zusammenreissen, nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Dann - und das ist ein sachdienlicher Hinweis - fragt der Beamte nach den Geburstagen unserer Eltern.

 

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Für das Aufgebot benötigt man Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis und Lichtbildausweis.

Wichtig für die sogenannte Ermittlung der Ehefähigkeit - Aufgebot heißt es ja heute nicht mehr und es wird auch kein Zettel mehr öffentlich ausgehängt - ist auch die Wahl des künftigen Nachnamens, also wie man nach der Hochzeit heißen möchte (mehr dazu in einem späteren Blog).

Nach einer guten Stunde geht es jetzt eigentlich nur noch zum Zahlen. Eine normale standesamtliche Trauung kostet zwischen 70 und 170 Euro. Diese ist an 10 Standesämtern von Montag bis Freitag möglich (Samstag Vormittag nur in Wien Innere Stadt). Sehr beliebt sind mittlerweile die sogenannten "Traumhochzeiten" der Stadt Wien, für die auch wir uns entschieden haben. Auf der Homepage gibt es eine wirklich lange Liste an romantischen, wunderschönen und ausgeflippten Locations (man kann auch in der Rapid-Kapelle des neuen Allianz-Stadions heiraten) nach Bezirken geordnet. Zu den beliebtesten Orten dafür zählen das Rathaus, das Weingut am Cobenzl oder die Blumengärten Hirschstetten. Je nach Location zahlt man natürlich dementsprechen mehr - in unserem Fall sind es ca. 500 Euro.

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Juhu, ich bin für ehetauglich erklärt worden.

Tja, für welche Traumhochzeit-Location wir uns in Wien entschieden haben?

Ihr erfährt es im Laufe der Zeit auf meinem Weddingblog.

Eure Bride Mary

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