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Events | 08.02.2018

3.500 Teilnehmer aus 22 Nationen

Der Hahn schläft noch, als in Oggau der Startschuss fällt. Bei „24H Burgenland Extrem“.

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AUSGEBUCHT. Allein in Oggau starteten knapp 2.000 Teilnehmer. © Emmerich Mädl

Scherz, oder? Der erste Gedanke, als der Wecker um 1.30 Uhr läutet. Keine Berechtigung zum Jammern, ich bin quasi nur Zuschauerin. Die Heldinnen und Helden sind jene, die aus ganz Österreich und aus 21 weiteren Nationen eigens angereist sind, um mitzumachen. „24H Burgenland Extrem“ lautet der Titel: eine Tour mitten im Winter, sämtlichen Wetterkapriolen und Bodenbeschaffenheiten ausgesetzt. Angeboten werden 120 km gehend oder laufend um den Neusiedler See, die halbe Strecke, drei Mal um den See Radeln oder der „School of Walk“ für unter 18-Jährige. Der springende Punkt: Es gibt keine Verlierer, keine Zeitabnahme; wer nicht mehr kann, wird abgeholt. „Der olympische Gedanke ist bei uns real“, sagt einer der Organisatoren, Michael Oberhauser. „Das Ziel steckt sich jeder selbst.“

 

HAPPY BIRTHDAY. Ihren 36er „feierte“ die Psychologin Julia Obdrzalek (r.) aus Pöttsching quasi unterwegs – im Bild mit Kerstin Nußbaumer aus Schladming.



Unvergessen. Fast zehn Jahre ist es her, dass Oberhauser mit den Freunden Josef Burkhardt und Tobias Monte, allesamt Familienväter, an einer Vision feilte: eine Weltreise ohne Flugzeug. Sogar ein Kajak in Alaska stand bereit. Dann kam die Wirtschaftskrise und die Ungewissheit, was das für sie, drei Selbstständige, bedeutete. „Dann gemma lieber um den See“, war das Motto. Zuerst mit Freunden, 2012 starteten erstmals offiziell 60 Teilnehmer bei „24H Burgenland Extrem“. Die Zahlen nahmen stetig zu, 2015 folgte ein denkwürdiges Event: „Wir hatten Hagel, Schneetreiben, mussten die Leute einsammeln. Das war dramatisch! Wir haben viel dabei gelernt und zum Glück ist nichts passiert“, schildert Oberhauser.

 

INITIATOREN. Josef Burkhardt, Tobias Monte und Michael Oberhauser (v. l.).


Diesmal heißt es bei 3.500 Teilnehmern „extrem ausgebucht“; rund 150 freiwillige Helfer engagieren sich für einen reibungslosen Ablauf. Die Stimmung beim Start: ansteckend positiv! Michael Mathews reichten die enthusiastischen Schilderungen der Cousine aus Mönchhof: Der Krankenpfleger bestieg eigens den Flieger aus Chicago, um teilnehmen zu können. Die hiesige Verwandtschaft ist auch wieder dabei: „Es ist auch ein Test für die Beziehung“, lacht das Ehepaar Christine Thullner und Arnold Pschaiden. „In den letzten Stunden der Tour wird es stiller.“

 

FREIWILLIGE HELFERINNEN. Magdalena Strobl, Martina Waldek, Elisabeth Reinprecht, Herta Schuster (v. l.).

 


Ebenda startet bei Ultraläuferin Sabrina Lederle aus Absdorf, NÖ, die Fete. Aber nur im Kopf. „Man muss mental stark sein. Wenn die Schmerzen kommen, schmeiße ich für sie eine Willkommensparty. Die Schulter bekommt dann ein Stück Torte und jammert nicht mehr“, schmunzelt sie. Sportler wie sie, schauen auf die Uhr. So weiß man, dass einer die 120 km in nur 9,5 Stunden bewältigte. „Das ist toll, aber jemand, der sich bei Minusgraden in 34 Stunden durchbeißt, verdient mindestens so viel Respekt“, sagt Oberhauser. 85 Jahre war heuer der älteste Teilnehmer, 12 Jahre der Jüngste beim 30 km langen „School of Walk“.
„Wer ist noch in der Natur? Uns geht es nicht allein um diesen einen Tag, sondern darum, langfristig Lust auf gemeinsame Bewegung draußen zu machen.“

Impressionen
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4.30 UHR. Zum Glück knapp über 0 Grad.
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MOTIVIERT. Daniel Makovich (l.) und Günter Müller.
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BABA HUNDERL. Für den Vierbeiner wäre die Sache zu hart, Frauchen Sabrina Lederle startete als Ultraläuferin.
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BEIM BIER IM SOMMER ZUGESAGT. Nun ist Cousin Michael Mathews (l.) tatsächlich extra aus Chicago angereist, um die Tour mit Christine Thullner und Arnold Pschaiden zu wagen.
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AKTIONISMUS. Zum Startschuss sprang ein „Donald Trump“ mit Friedensfahne ins Bild.
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AUS DEM LANDESSÜDEN. Schüler der HAK und NMS Stegersbach.
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MAL OHNE RAD. 3.000 km ist Andreas Gruber im Vorjahr geradelt, 60 km Gehen war nun sein Ziel.

Fotos: Emmerich Mädl, Gregor Stark

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