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Events | 11.06.2018

Eine Kostprobe einer unvergesslichen St.-Martins-Safari

Spinnen lieben sich auf einem Hochstand, Graugänse leben uns halbe-halbe vor, ein junges Graurind flirtet keck mit der Fotografin.

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SPECHTELN MIT ANLEITUNG. „Am Schirm“: ein lebhafter Graugans-Kindergarten.

Meine Kinder verzweifeln. Wir haben die Liste durch: Zunächst bettelten sie um einen Hund, dann um einen Hamster, dann wären sie selbst mit einem Goldfisch zufrieden gewesen. Wenn auch die Ehrlichkeit an dieser Stelle riskant ist: Ich habe leider keine Sehnsucht nach vierbeinigen, haarenden, schwimmenden Gefährten. Also schaue ich weiter zu, wie meine Kinder Raupen im Garten streicheln und für Marienkäfer aus Lego Wohnzimmer basteln. Die Erleuchtung erlebte ich aber bei einer unvergesslichen St.-Martins-Safari quasi vor der Haustür …

 

WORKOUT ALS MISSION. Selbst das Wälzen am Boden ist Teil der Beweidung und trägt zur Erhaltung der Landschaft bei.

 

Live-Konzert.

Erste Station: St. Martins Bootshaus in St. Andrä am Zicksee. Elke Schmelzer, studierte Zoologin und Leiterin der St.-Martins-­Ranger marschiert im Dickicht voraus und bleibt für einen Moment stehen. „Horchen Sie einmal“, sagt sie. Während die Ohren über das Konzert staunen, zählt sie auf: „Da hört man einen Kuckuck, Turteltauben gurren, eine Klappergrasmücke klappert, die Mönchsgrasmücke singt, die Nachtigall schmettert heraus …“ Vorsichtig steigen wir die Stufen zum kleinen Hochstand hinauf; es gilt, das Liebesspiel eines Spinnenpaares nicht zu stören. „Viele verbinden mit einer Safari den alten Begriff ,big five‘ (Elefant, Löwe und Co., Anm.). Das Wort ,Safari‘ ist Suaheli und bedeutet aber schlicht: auf der Reise sein. Das Faszinierende steckt im Detail“, sagt die Rangerin. „Handy abschalten, innehalten, beobachten, das tut auch der Gesundheit gut. Qualitativ hochwertiger Naturtourismus hat außerdem einen Vorteil: Was der Mensch kennt, was ihn interessiert, das schützt er.“ Eine Faustregel: nicht unnötig eingreifen. „Wildtiere brauchen keine menschliche Hilfe“, sagt Elke Schmelzer. „Einen verletzten Ziesel retten zu wollen, macht kaum Sinn. Wer hingegen beim Hausbau feststellt, dass im Garten Ziesel leben, tut sehr viel, wenn er einen löchrigen Steppenrasen in Kauf nimmt.“ Apropos: Während am benachbarten Campingplatz in St. Andrä viele Gäste noch schlafen, ist um die zahlreichen Bodenlöcher Rushhour. Eine international viel beachtete Zieselkolonie fühlt sich nämlich ebendort heimisch. „Zwischen den Campern und den Zieseln ist eine Synergie entstanden“, sagt die Rangerin. Die Vierbeiner stauben immer wieder Gemüse und Körner ab, „so futtern sie sich so viel Fettschicht an, dass die Wintersterblichkeit gering bleibt.“ Größer ist die Gefahr, von einem Auto zerquetscht zu werden. Schritttempo ist angesagt, um die flinken „Murmeltiere der Steppe“, wie sie auch genannt werden, zu schützen.

PRICKELNDES AM UFER.  Der Schaum bildet sich durch das Soda im Wasser, erklärt Rangerin Elke Schmelzer (im Bild mit Redakteurin V. Kery-Erdélyi).

 

Es gibt kein schlechtes Wetter.

Ziesel und Feldhamster sind übrigens das Spezialgebiet von Elke Schmelzer, die die St. Martins Therme schon mit Bauhelm kennenlernte. „Bei der Eröffnung 2009 waren wir zu dritt, heute sind es 13 Ranger. Was besonders toll ist: Wir haben unterschiedliche Fachgebiete, von der Botanik über Vogelkunde bis hin zur Astronomie“, schildert sie. Mit großer Liebe zur Natur und in ständigem Austausch mit dem Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel ist das Team an 365 Tagen im Jahr unterwegs. „Wir begrüßen  jede Pflanze, jedes Tier und erleben das ganze Jahr mit unseren Gästen draußen.“ Eine Absage wegen Schlechtwetter? Gibt es nicht. Jede Tour wird individuell an die Bedingungen angepasst. Sei es bei Schneefall im Winter oder an einem heißen Sommertag.

 

MAJESTÄTISCH. Dank engagierter Projekte gehören die Graurinder wieder verstärkt zum Landeschaftsbild rund um den See.

 

Vorbildliche Eltern.

Nach einem faszinierenden Flirt mit einem jungen Graurind und dem Beschnuppern von gleich drei verschiedenen Salbeiarten begegnen wir einer Graugansfamilie am Straßenrand. Irgendetwas dürfte die Eltern erschreckt haben. Während die Gösseln am Boden weiterwatscheln, fliegt das Pärchen hoch. Eine Strategie, um von ihren Jungen abzulenken, sagt die Rangerin. Tatsächlich dreht das Paar im nächsten Moment wieder ab, um zurückzukehren. Nicht nur in Sachen Kinderbetreuung kann sich der Mensch von ihnen ein Scheibchen abschneiden: Mama und Papa machen halbe-halbe, zudem betreiben sie Kindergärten. Graugänse leben außerdem ein Leben lang monogam – auch wenn es homosexuelle Paare sind. Verflogen ist die Zeit, den krönenden Abschluss zelebrieren wir bei den Weißen Eseln. Zwei Exemplare der österreichisch-ungarischen historischen Haustierrasse (keine Albinos!) stammen vom Nationalpark, zwei weitere bekamen in Frauenkirchen eine zweite Lebenschance. In der Haltung des Quartetts spiegelt sich viel vom Programm der St. Martins Lodge wider: Zum einen sind die Weißen Esel in der tiergestützten Pädagogik im Einsatz, zum anderen sind sie Teil des für Flora und Fauna wichtigen Beweidungskonzepts. Nachhaltigkeit wird in allen Bereichen großgeschrieben. Das zu betonen, liegt Zoologin Elke Schmelzer am Herzen. „Besonders in der Kulinarik kann man da viel machen; wir servieren keinen Thunfisch, sondern Süßwasserfische. Das Fleisch kommt aus der Region; hier gehört alles zusammen, hier kommt es auch zu Synergien mit unseren Safaris.“  Und wie es nun mit meiner verzwickten Haustier-Situation daheim weitergeht? Klare Sache: Ich mache mit den Kindern eine Safari.

Unvergessliche Eindrücke
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LIEBE AUF DEM HOCHSTAND. Das Faszinierende liegt oft im Detail.
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VOGELKUNDE AM ZICKSEE. Vor der Linse spazieren Säbelschnäbler.
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LILA WIESEN-SCHMUCK. Sogar drei Salbeiarten gibt es bei der Safari zu entdecken. Im Bild: der Steppen-Salbei.

Seewinkel-Safaris

Für Fragen zu den St.-Martins-Safaris steht das Ranger-Team unter  
Tel.: 02172/20 500-671 oder unter
[email protected]
zur Verfügung.

Programme und Informationen:
www.stmartins.at

 

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