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Events | 11.09.2018

Zwei-Gleisig

Idyllische Stille war, bevor wir kamen – und wenn es bergauf ging: die Sonnenland Draisinentour im ambitionierten Selbsttest mit Kindern. Muskelkater inklusive.

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© Viktor Fertsak

Der jungen Dame fehlten nur wenige Zentimeter. Dann hätte sie, so wie ihre große Schwester oder der Sohnemann meiner wunderbaren Kollegin, prima die Pedale erreicht. Das war so ziemlich das Einzige, das unseren kitschig sonnigen Tag auf zwei Gleisen trübte. Während sich also die Achtjährige ehrgeizig im Sattel abstrampelte, powerte sich die Siebenjährige beim Granteln aus, sodass sich beide nach der Expedition trotz Sommerferien schon weit vor (!) Sonnenuntergang freiwillig in die Waagrechte begaben.

INTERAKTIVER SPASS.
Die Schranken betätigen die „Radler“ selbst.


Seltsame Vehikel.

Da die Sache ein Happy End fand, darf ich es zugeben: Am schwersten wog in meinem Rucksack vor Abfahrt die Skepsis. Auf seltsam anmutenden Vehikeln eine stillgelegte Bahnverbindung entlangrollen – das soll Spaß machen? Mein Glück: Die Neugier siegte einmal mehr über den Sportmuffel.
Mein spezieller Dank gilt an dieser Stelle Jürg Wasmer, der mit seiner Einführung beim Start in Neckenmarkt gehörig die Spannung aufbaute. Das lag zum einen sicher daran, dass es durchaus Konzentration bedurfte, seinen Scherzen in schönstem Schweizerdeutsch – die Liebe brachte ihn ins Burgenland – zu folgen. Zum anderen an der stattlichen Liste an Dingen, die man nicht tun durfte: nicht überholen (Haha!), nicht von der fahrenden Draisine springen, die Weichen nicht auf eigene Faust umstellen, auf den Bänken nicht ab­gurten, Kreuzungen nicht missachten … „Könnte die Fahrt am Ende noch spannend werden?“, grübelte ich, während er seine Rede mit der Frage krönte: „Habt ihrrr mich überrrhaupt verrrstanden?“ Großes Gelächter, kurze Diskussion, wer schwitzen muss (man kann auf der Strecke ohnehin wechseln), wer während der Fahrt in die Luft schauen darf, und wir sausten los. Ja, sausten! Denn man glaubt nicht, wie einem bei einer Draisinenfahrt der Wind um die Ohren pfeifen kann. Also jetzt nicht zum Haubetragen, aber definitiv, um ein herzliches „Huuui!“ in die mittelburgenländische Landschaft zu schmettern.


Adrenalinkick.

Immer wiederkehrende Höhepunkte waren freilich, wenn es plötzlich bergab ging. Da brachten wir es mit unserer Draisine – es gibt wirklich eine Geschwindigkeitsmessung auf der Strecke – auf beachtliche 37 Sachen! Nur meine Mama war mitten im Geschwindigkeitsrausch so vernünftig, einzuwerfen, dass sich so eine Talfahrt meistens auch rächt. Und weil Mütter bekanntlich (fast) immer Recht haben: Das tat es. Also traten wir nach dem Adrenalinkick (keine Sorge, nicht so arg wie Bungee-Jumping) „bergauf“ wieder kräftig in die Pedale.

 

MIT SCHWEIZER SCHMÄH. Bei der Einweisung ist Jürg Wasmer in seinem Element.


Belohnung.

Drei Raststationen, bei denen man mit gar nicht so viel Kräfteaufwand seine Draisine einfach aus den Gleisen auf den Parkplatz hebt, gibt es auf der Strecke zwischen Neckenmarkt und Oberpullendorf. Wir ließen es uns am Vormittag in der Bahnhofsbäckerei Lackenbach mit Crèpes und Apfelstrudel gut gehen, zu Mittag kehrten wir im „Magazin“ in Stoob ein, wo Schnitzel und Co. serviert wurden. Unsere Duracell-Hasen fanden dort tatsächlich noch die Energie, sich auf dem Spielplatz auszutoben. Solche, die eher weniger in die Kategorie Sportskanone fallen, – also ich – waren allerdings nach 23 Kilometern schon sehr froh über den Shuttleservice zurück zu Bahnhof und Autoparkplatz in Neckenmarkt – Schweizer Schmäh inklusive. Das Fazit kommt aus ehrlichem Kindermund: „Mama, machen wir das bitte morgen wieder?!“ Und ich muss zugeben, auch für mich hat sich das schnurrende Muskelkätzchen, das mich am Morgen danach zärtlich begrüßte, gelohnt.


AKTION

Tagespackage „Draisinenspaß“


(ab 4 Personen)

Inkludierte Leistungen
• Draisinenmiete
• Willkommenstrunk am Startbahnhof
• Konsumationsgutschein im Wert von € 10 pro Person (einzulösen bei den drei bewirteten Stationen entlang der Strecke)
• Retourshuttle vom End- zum Startbahnhof
• Preis pro Person an Werktagen: € 31,–
• Preis pro Person an Sa, So & Feiertagen: € 34,50


Aktion gültig bis 31. Oktober 2019
Nähere Informationen unter www.draisinentour.at oder unter Tel.: 02613/80 100


Flotter Dreier

Gleich drei Möglichkeiten gibt es, das Mittelburgenland fahrend auf eine etwas andere Art zu erkunden.

Neben der Sonnenland Draisinentour, also dem Raderlebnis auf Schienen, locken auch Ausfahrten mit dem Segway, sozusagen einem stehenden Roller, ab Deutschkreutz (dort gibt es auch E-Bikes) oder die Funcarts im Basaltwerk Pauliberg/Landsee.

Sämtliche Informationen finden Sie auf www.draisinentour.at oder auf www.segway.at sowie unter der Telefonnummer 02613/80 100. Die Sonnenland Draisinentour verabschiedet sich Anfang November in die Winterpause und öffnet im April 2019.