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Events | 16.02.2017

Auf ins HaydnLand

Schloss Esterházy ade – willkommen im HaydnLand, heißt es heuer erstmals im Rahmen der Haydn-Festspiele Burgenland. Wohin die Ende August/Anfang September 2017 stattfindende erste musikalische Reise auf den Spuren des Komponisten geht? Intendant Walter Reicher hat es der BURGENLÄNDERIN voll Begeisterung erzählt.

Bild Magical Haydn Train (c) Haydn Festspiele Burgenland.jpg
©Haydn-Festspiele Burgenland, Burgenland Tourismus, Christian Buchmann, Thomas Ledl, Bernhard Helminger, Foto Tschank

Zurück blickt Walter Reicher nicht, schon gar nicht im Zorn, auch wenn die Neuorientierung des Eisenstädter Haydn-Festivals nach fast 30 Jahren nicht freiwillig, sondern, wie er sagt, „notgedrungen“ erfolgen musste. „Wir sind überall gern gesehen, mit Ausnahme eines Platzes, aber das ist eben so“, ist seine einzige Anmerkung zum Umstand, dass Eigentümer Esterházy den Nutzungsvertrag für das Eisenstädter Schloss aufkündigte und auch keine Kooperation wollte. In seinem neuen Büro im Kulturzentrum Eisenstadt schwärmt Burgenlands „längstdienender“ Intendant vielmehr von einem „besonderen Soundtrack, der durch das HaydnLand zieht“.

 

Walter Reicher, Intendant der Haydn-Festspiele Burgenland

 

Planung à la Haydn.

So wie Haydn beim Komponieren nichts dem Zufall überließ, schwört auch Reicher auf ein stimmiges Konzept: „Für Kraut und Rüben bin ich nicht zu haben, eher für einen Blumenstrauß.“ Entsprechend ist das musikalische Bouquet der HaydnLandTage delikat aufeinander abgestimmt, die Interpreten passen zu den Programmen, diese wiederum zu den Spielstätten und alle zusammen zu Haydn. Durch die heute ostösterreichischen bzw. westungarischen Landschaften und Orte, die der Komponist aufsuchte, geht es von 24. August bis 3. September allerdings nicht chronologisch entlang von Haydns langer Lebenslinie, sondern umgekehrt vom Ende zum Anfang.

 

Von Wien über Eisenstadt und Fertöd bis Raiding.

 Seinen letzten großen Auftritt hatte Haydn 1808 im Festsaal der alten Universität Wien bei einer Aufführung seines Oratoriums „Die Schöpfung“. An diesem Originalschauplatz, „wo bis auf die Bestuhlung nichts verändert worden ist“, wird das 29. Haydn-Festival am 24. August mit Haydns Opus Magnum eröffnet. Am Abend danach spielt Mischa Maisky in der Eisenstädter Bergkirche Cello solo, direkt bei Haydns Mausoleum, „näher kann man Haydn nicht kommen“ und am 26. August gibt es eine Matinee in Haydns Geburtsort Rohrau, im Schloss, in dem Haydns Mutter Köchin war. Weitere Spielstätten sind Schloss Kittsee, Schloss Halbturn, in dessen Freskensaal Startenor Piotr Beczała Lieder u. a. von Haydn und Chopin singen wird, das Kulturzentrum Eisenstadt, Eszterháza und damit jenes Schloss in Fertöd, in dem Haydn mehr als 20 Jahre seines Lebens verbrachte, eine Wanderung führt zu den drei Eisenstädter Haydn-Orgeln in der Berg-, der Spitals- und der Franziskanerkirche. In Frauenkirchen, wo „Haydn die Pferde wechselte und am Morgengebet teilnahm“, bietet die Basilika den prachtvollen Rahmen für ein Konzert mit Publikumsliebling Adam Fischer sowie für eine Aufführung des Oratoriums „Die Jahreszeiten“. Zum Abschluss am 3. September gibt es traditionell eine Matinee mit Adam Fischer, diesmal im Liszt-Konzerthaus Raiding. Haydn im Geburtsort des fast 80 Jahre jüngeren Liszt? Ja durchaus, half doch Liszts Vater Adam, ein Esterházy-Beamter wie Haydn, im fürstlichen Orchester aus.

 

Reisen leichtgemacht.

 War Haydn bei seinen Überlandfahrten noch mit einer Kutsche unterwegs, reist es sich heutzutage viel bequemer, mit dem eigenen Auto oder auch mit eigens organisierten Shuttlebussen, die Gäste von Wien und Eisenstadt aus zu den Konzerten und retour bringen. Der „Magical Haydn Train“, eine musikalische Zugfahrt von Neusiedl nach Fertöd und zurück, ist leider schon ausgebucht. Individuell mit einem Boot geht es zu „Haydn on the Beach“, so der Titel eines Konzertes am 27. September mit dem Diknu Schneeberger Trio und Ferry Janoska in der Mole West in Neusiedl am See, das übrigens bei freiem Eintritt stattfindet. Bei der Nennung dieser Location gerät Walter Reicher endgültig ins Schwärmen: „Das ist der Platz, wo einem das gesamte HaydnLand vor Augen liegt. Die Tiefebene, die Weinberge, wo man ahnt, dass es hinter jedem Hügel weitergeht und der Neusiedler See“. Und mit der Anmerkung „im See geangelt hat er ja auch, der Bursche“, bringt der langjährige Haydnfestival-Intendant noch einmal seine große Zuneigung zum großen Komponisten zum Ausdruck. Das Andenken an Haydns Leben und Werk gebührend zu pflegen, ist schließlich ja auch Reichers eigenes Lebenswerk.

Impressionen
Bild Schloss Halbturn (c) Burgenland Tourismus.jpg
Schloss Halbturn
Bild Schloss Kittsee (c) Christian Buchmann.jpg
Schloss Kittsee
Bild Franziskanerkirche_innen(C)Bernhard Helminger.jpg
Franziskanerkirche Eisenstadt
Bild Wien_Alte_Universität_alte_Aula (c) wikimedia Thomas Ledl.jpg
Alte Universität Wien
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