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Lifestyle | 10.11.2017

Wilder Süden

Wie der Landessüden zum Mordschauplatz und ein Krimi zum Western wird: Marvin Kren dirigiert Brigitte Kren und Christoph Krutzler in dessen Heimat – für den neuen Landkrimi „Grenzland“.

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TÄTERSUCHE. Brigitte Kren als Kripo-Ermittlerin, den Ortspolizisten gibt Christoph Krutzler. © ORF/Graf Film/Toni Muhr, ORF/Hubert Mican

Großeinsatz für die Freiwillige Feuerwehr. Ein Molotowcocktail hat ein Gebäude in Brand gesteckt. Seit eine junge Frau tot aufgefunden wurde, ist die Gemeinde im Ausnahmezustand. Ein Asylwerber ist verschwunden, für den Ortspolizisten Boandl ist die Sache klar. Mit ernster Miene marschiert er zum Streifenwagen. Das Schmunzeln hebt sich der Herr Inspektor für die Drehpause auf, wenn ihn die Kollegen fragen: „Bist du wirklich da in die Volksschule gegangen?“ Ja, ist er. Christoph Krutzler hat in Kemeten seine Schillinge auch ebenda zur Raiffeisenkasse getragen, um sie in sein Sumsi-Taschenbuch einzuzahlen, verrät der Schauspieler lachend.

Preisgekrönter Regisseur

Zum zweiten Mal wurde das Burgenland als Schausplatz für einen ORF-Landkrimi auserkoren; die Filmcrew ist im Herbst in Ollersdorf, Kemeten, Stegersbach, Jennersdorf und Rechnitz unterwegs. Das Drehbuch von Konstanze Breitebner, die vor Jahren das Südburgenland als ihre Wahlheimat auserkoren hat, setzt Marvin Kren um. Der Regisseur war erst im Vorjahr mit einer Romy in der Kategorie „Beste Regie TV-Film“ für „Mordkommission Berlin 1“ ausgezeichnet worden. Eine spannende Sache beim burgenländischen Landkrimi „Grenzland“: Seine Mama Brigitte Kren spielt die Kripo-Ermittlerin. Eine Premiere ist das allerdings nicht; die beiden haben schon mehrmals im Team geglänzt.

An ihrer Seite gibt Christoph Krutzler den Ortspolizisten Boandl, der eben auch im echten Leben in Kemeten aufgewachsen ist. Ein bisschen Druck habe anfangs schon in der Situation gesteckt, gibt er zu. Schließlich passiere es nicht alle Tage, dass man dort vor der Kamera steht, „wo ich Milliarden wilde Geschichten als Kind und Jugendlicher erlebt habe“, sagt Krutzler. Die Drehsituation hat sich schnell zum entspannten Heimspiel mit Vorteilen entwickelt. So heizt der mittlerweile in Wien lebende Schauspieler nach Drehschluss den elterlichen Kachelofen ein.

 

HEIMSPIEL. Aufgewachsen in Kemeten, dreht Krutzlererstmals ebendort – mit den Kollegen Martin Zauner und Andreas Kiendl.

 

Besondere Energie

Für die Ortsbevölkerung ist der Dreh mitunter auch „ein lustiges Heckmeck“, erzählt er. „Die meisten sind erstaunt, welch riesiger Aufwand oft für einzelne Szenen betrieben wird.“ An die 50 Leute zählt die Crew im Schnitt, die jeweils vor Ort ist. Zum Team gehören aber auch zahlreiche Südburgenländer wie eben die Kemetener Feuerwehr. Und weil auch Krutzlers Familie ehrgeizig dem Komparsenaufruf folgte, spielt der 39-Jährige nun erstmalig mit Schwester, Tante, Schwager und Co. in einem Film. Herausragend sei auch die Zusammenarbeit mit den SchauspielkollegInnen: „Schon bei der Leseprobe war eine super Energie spürbar; da war sofort dieses Ensemble-Gefühl“, sagt Krutzler. Nicht ohne Grund: Mit Brigitte Kren arbeitete er schon bei der Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“, mit Andreas Kiendl besuchte er die Schauspielschule, mit Wolfram Berger spielte er am Volkstheater.

Der Plot

Der aktuelle Streifen „Grenzland“ verspricht viel Tiefgang, der Kern betrifft uns alle: „Jeder hat irgendwo Dreck am Stecken. Die Sündenböcke sind aber immer die Schwächsten“, sagt der Voll-blutmime. Packend findet er Marvin Krens Interpretation, wenn der Krimi sich mit starken, archaischen Bildern in Richtung Western bewegt.

Krutzler selbst bewegt sich verstärkt in Richtung Film. Am Wiener Rabenhof und 2018 in Klagenfurt steht er noch auf der Bühne, ehe er sich eine Theaterpause gönnt. Neben Filmprojekten mit Rupert Henning (nach André Hellers Roman „Wie ich lernte, bei mir selbst ein Kind zu sein“), mit Wolfgang Murnberger und noch einmal mit Marvin Kren will er sich verstärkt in Richtung Musik orientieren. Mehr wird noch nicht verraten, gibt er sich geheimnisvoll …

 

FAMILIENBANDE. Brigitte Kren mit Sohn und Regisseur Marvin.

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