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Lifestyle | 23.03.2018

ECO unterwegs

Wenn pittoreske Landschaften und pulsierende Städte auf nachhaltige Hotels mit regionaler Kost treffen, dann heißt das ECO-Reisen – das weiß auch Reisebloggerin Mira Nograsek.

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© roedluvan.at

Als Mira am Grazer Hauptbahnhof in den Zug einstieg, um zunächst nach München zu fahren, von dort weiter nach Hamburg, um dann wiederum die nächstbeste Zugverbindung nach Amsterdam zu nehmen, war das viel mehr als ein klassischer Abenteuer-trip durch Europa: Sie urlaubte ein Stück weit umweltbewusster als andere – nachhaltiger, mit weniger Emissionen und geringerem Energieverbrauch. Und etwas kunstsinniger, zumal Reisen eine Form der Kunst ist, sofern man es richtig tut. Nach rund 16 Stunden Anreise war sie dann endlich am Ziel angekommen, in der Hauptstadt der Niederlande, wo schmale Häuser mit Giebelfassaden und alte Meister wie van Gogh, Rembrandt oder Vermeer sich ebenfalls inspirieren ließen. Ja, man braucht schon Zeit fürs Reisen. Ganz besonders, wenn man es fair und nachhaltig tun will. Ein Gebot, das für die steirische Reisebloggerin Mira Nograsek mit Ader zum umweltbewussten Fernweh bereits bei der Anreise beginnt – denn je näher das Urlaubsziel, desto eher lassen sich Zug- und Busreisen für eine nachhaltige Reise nutzen. „Es ist wie ein kleines Abenteuer, wirkt fast nostalgisch und man kann Natur sowie Architektur beobachten, wie sie sich von Ort zu Ort langsam verändern. Noch dazu spart man sich eine Nacht in einem Hotel und kommt ausgeschlafen an seinem Zielort an“, erklärt Mira, die ausschließlich mit Bus oder Zug ferne Länder bereist, um darüber ihrer Community auf roedluvan.at zu berichten. „Eine Zugreise ist günstiger, als mit dem Flugzeug zu fliegen; so spart man nicht nur an CO2-Emissionen, sondern auch an Geld – von wegen nachhaltig Leben sei teurer.“ Umweltschutz beginnt schließlich bei jedem einzelnen von uns. Soll es für den Erholungsfaktor dann doch weiter weg gehen, führen bei einer doch ziemlich langen Anreise auch diese Umwege ans Ziel – und offenbaren dabei die tatsächlich schönen Plätze der Erde.

Vor Ort versucht Mira ressourcenschonend zu agieren, nutzt den Nahverkehr, statt das viel bequemere Taxi, und erlebt Menschen und Kultur über öffentliche Verkehrsnetze oder Citybikes, die es mittlerweile in fast jeder Stadt gibt. „In Mexico City etwa wird eine Tour mit dem Bus zum unvergesslichen Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Menschen sprechen einen an und geben wertvolle Insidertipps“, so die erfahrene Reisebloggerin, die weiß, wie man eine Reise durchs fremde Land zur neuen Heimat für kurze Zeit machen kann. Nachmachen empfohlen!

 

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Old School. Bus- und Zugreisen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wieder „en vogue“. © roedluvan.at

Ökonomische Reisekultur. Ein romantischer Urlaub auf den tropischen Inseln, eine abenteuerliche Safari durch die Steppe oder eine Actionwoche in den Bergen – in Zeiten grenzenloser Mobilität ist jede Destination möglich. Für die Natur selbst hingegen hat Reiselust allerdings nicht nur Sonnenseiten. Laut einer aktuellen Urlaubsstudie des steirischen Trendbüros bmm packte 93,9 Prozent der Steirer und Steirerinnen im Jahr 2017 die Lust auf Ausflüge – im Schnitt 13 Ausflüge im Jahr. Touristische Ankünfte, die eine intakte Natur erwarten. Wo immer wir unseren Urlaub genießen, unser Erholungsraum ist für Einheimische Lebensraum. Faire Reisekultur, ökonomisch neu interpretierte Hotels sowie regionale Dienstleister schonen die Umwelt sowie knappe Ressourcen und geben der Bevölkerung in den Urlaubsregionen neue Perspektiven, weiß auch Franz Benze von Gruber Reisen: „Umweltbewusstes Reisen geht uns alle etwas an und wir selbst sind ein Teil davon. Wir sollten überlegen, ob wir tatsächlich täglich frische Handtücher benötigen oder ob wir in wasserarmen Ländern stundenlang unter der Dusche stehen sollten.“ Schon ein Blick auf das Gütesiegel reicht aus, um zu wissen, wo urlauben ein gutes Gewissen macht: „Das Gütesiegel ,Ecocert‘, das in 80 Ländern vertreten ist, befasst sich mit fairen Standards in Beziehung zu lokalen Erzeugern. Der ,grüne Schlüssel‘ mit schonendem Umgang von natürlichen Ressourcen und dem Einsatz von ökologischen Produkten“, so Benze, um nur ein paar Labels von weltweit mehr als 400 Gütesiegeln im Ökotourismus zu nennen. In Österreich selbst wurden mittlerweile rund 200 Betriebe mit dem österreichischen Umweltzeichen im Tourismus als nachhaltig ausgezeichnet. Urlauber als Umweltbotschafter also.

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© roedluvan.at

Es ist wie ein kleines Abenteuer und wirkt fast nostalgisch.

-Mira Nograsek

Eco-Design ist „in“. Wer selbst auf den „grünen Alltag“ im Tourismus setzt, der liegt reisetechnisch stark im Trend. „Öko urlauben boomt“, so der Reiseexperte. Dabei gehen Trend und Lifestyle Hand in Hand mit Eco-Prinzipien: Stilvoll und unkommerziell im Design zeigen sich sogar schon Eco-friend-ly Luxushotels, die etwa mit dem „Gold LEEDS-Zertifikat“ (Leadership in Energy and Environmental Design) ausgezeichnet und mit nachhaltigen Materialien erbaut wurden. Zwar zieht Reisebloggerin Mira einheimische Unterkünfte im Ausland vor, dennoch weiß auch sie, wo man diese Öko-Designerhotels finden kann: „Mittlerweile gibt es sogar einige wenige Agenturen, die sich auf CO2-neutrales Reisen und Luxus-Hotels mit Öko-Gütesiegel spezialisiert haben.“ Doch wer nachhaltig reisen will, muss nicht erst in weite Ferne schweifen. Schon Kurzurlaube und Ausflüge sollten umweltbewusst angegangen werden. „Je nach Jahreszeit werden für das ökologische Urlauben Städtereisen, mehrtägige Rundreisen bis hin zu einer stressfreien Anreise an Badeorte von Kroatien bis Italien angeboten“, macht der Gruber-Reisen-Experte Lust auf den baldigen Öko-Ausflug. Ab dann heißt es einfach: buchen, in den Bus steigen und fremde Länder mit ganz viel Zeit und am besten auf Umwegen kennenlernen. Bon voyage!

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© roedluvan.at