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Lifestyle | 04.03.2019

Multikulti auf Arabisch

Nasenbussis, Happiness Patrol, Multikulturalismus, Traditionen – all das erlebte Ricarda Huber in ihrem Jahr für Special Olympics in Abu Dhabi.

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© Shutterstock

Die Haare von weiß-blond auf braun färben, sonst nimmt mich niemand ernst.“ Das war eines der vielen Vorurteile, welches Ricarda Huber vor ihrer Zeit in Abu Dhabi über das Land im arabischen Raum hatte. Für Special Olympics ging die Grazer Moderatorin als GOC (general organisation committee) nach Abu Dhabi, um Vorbereitungen für die World Games, die im März 2019 stattfinden, zu treffen. Vor Ort organisierte sie außerdem für die MENA Games 2018 als Event-Managerin die gesamten Award Ceremonies. Nicht nur das Vorurteil wegen ihrer Haare verblasste während ihrer Zeit, auch die befürchteten „Kleidervorschriften“, die kaum vorhanden waren und die Bedenken, als Frau alleine in die VAE (Vereinigten Arabischen Emirate) zu reisen, bewahrheiteten sich nicht.

Moderne Tradition. Eines fiel aber schnell auf. Der Kontrast zwischen den Entwicklungen und den alten Werten ist vor allem bei Frauen enorm. Einerseits die traditionellen Gewänder, die mit stolz getragen werden, auf der anderen Seite die lifestylebewussten Frauen, die sich mit ihren Schuhen, Accessoires und ihrer Schminke individualisieren. „Ich konnte es nicht glauben, aber Victoria’s Secret ist das Lieblingsgeschäft vieler arabischer Frauen.“ Laut Ricarda Huber ist Lifestyle und Modebewusstsein sogar wichtiger als bei uns in Österreich.

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© privat

Multikulti trifft Happiness. Begeistert war die Grazerin auch von der Freundlichkeit der Menschen und den vielen verschiedenen Kulturen, die sie kennenlernen durfte. Bei einer Quote von 80 Prozent Immigranten kommt man in Abu Dhabi in den Genuss von Spezialitäten aus der ganzen Welt.

Etwas ganz Besonderes ist, dass man sich in Abu Dhabi freut, wenn man mit Blaulicht von einem Streifenwagen angehalten wird – zumindest wenn es sich um die „Happiness Pa­trol“ handelt. „Diese Patrol ist eine einzigartige Polizei in Abu Dhabi“, erklärt Ricarda. „Das Polizeiauto schaut ganz normal aus, nur dass sie niemanden verhaften, sondern Geld verteilen an Menschen, die sich an die VAE-Straßenverkehrsordnung halten.“

Und man kommt auch erst darauf, was einem fehlt, wenn man es nicht mehr hat. So schätzte Ricarda Huber den Besuch von Indoor-Gärten voll frischer, gut duftender Pflanzen mitten im Wüstenreich. „Ich hätte es niemals gedacht, aber ich vermisse die Bäume und Pflanzen in Österreich. Nach einem Jahr wird dir so richtig bewusst, was du an deiner Heimat hast.“

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© Shutterstock

#lessmediamoresocial. Die Art der Kommunikation ist in Abu Dhabi sehr herzlich. „Emiratische Männer begrüßen sich mit einem Nasenbussi. Das war am Anfang total verwirrend. Außerdem gehen emiratische Männer oft Hand in Hand. Das hat nichts mit Homosexualität zu tun – das wäre im Islam sowieso nicht gestattet –, sondern das ist ein Zeichen tiefster Freundschaft und Verbundenheit.“

Diese Herzlichkeit nahm sich Ricarda als Beispiel und versucht jetzt mit ihrem Projekt #lessmediamoresocial so viele Facebook-Freunde wie möglich persönlich zu treffen. Dafür reist sie um die ganze Welt. Darunter sind auch viele Freunde, die sie über Special Olympics kennen gelernt hat. Denn auch wenn sie aktuell nicht mehr für Special Olympics tätig ist, da sie nach Abschluss des Projekt und ihrer Rückkehr nach Österreich wieder als Event-Managerin tätig ist, bleibt eines bestehen: Einmal Special Olympics, immer Special Olympics.

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© privat

Emirat Abu Dhabi

Größtes und reichstes der sieben Arabischen Emirate, zu denen auch noch Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain zählen.

Einwohner: ca. 1,6 Millionen

Abu Dhabi ist gleichzeitig die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate

Fläche: 972 km2

Währung: Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate (AED)

Zeitunterschied zu MEZ: +3 Stunden

Schal mitnehmen, damit man sich nicht verkühlt! Draußen ist es heiß – in den Innenräumen stark runtergekühlt. Übrigens: Beim Besuch von religiösen Orten müssen die Schultern bedeckt sein, auch da erweist sich ein Schal als praktisch.

Für alle Autofans ist die Abu Dhabi Ferrari World ein Muss!

Für alle Kunst- und Kulturbegeisterten sollte der Louvre am Meer ein fixer Programmpunkt in Abu Dhabi sein.

Von „low budget“ bis zu luxuriösem Gustieren – kulinarisch sind keine Grenzen gesetzt.

Für mich persönlich waren die Fischmärkte ein Highlight, jeder sollte einen besucht haben.

Die Wüstensafari sollte für jeden auf der Reiseliste stehen. Tipp: Wenn möglich einen persönlichen Fahrer buchen.

Englisch spricht dort so gut wie jeder, trotzdem kommt es bei den Einheimischen gut an, wenn man sich die gängigsten Wörter wie „Hallo“, „Bitte“ und „Danke“ vor dem Urlaub aneignet.

Nicht erschrecken! „Allahu akbar“ wird bei uns oft mit Terrorismus verbunden. Es bedeutet aber „Gott ist am größten“ und wird im arabischen Raum öfter am Tag verwendet.

Eines meiner persönlichen Highlights: Die Scheich-Zayid-Moschee, sie ist die größte Moschee in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die achtgrößte der Welt. Sehenswert!

Mein persönlicher Bloggertipp: „Khalid Al Ameri“, er ist emiratischer Influencer mit tollen Videos rund um das Leben in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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