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Lifestyle | 16.05.2018

Cool, cooler, Copenhagen

Seeland, mein Seelenland. Oder so ähnlich. Auf der dänischen Insel vereinen sich lässiges Design und die Leichtigkeit des Seins. Die Fahrt über den Öresund nach Malmö lohnt sich auch. Hygge trifft Lagom.

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© Shutterstock

Es gibt ja so Orte, von denen man einfach nicht lassen kann. Das erste Mal war ich mit 13 in Kopenhagen, mittlerweile ist das Dutzend fast voll. Ich mag das entspannte Lebensgefühl, das sich im Modewort „hyggelig“ verdichtet, das skandinavische Design, die Lage am Meer, die Vintageläden, die coolen Lastenfahrräder, die Mustergültigkeit der Dänen in Sachen Gleichberechtigung, sanfte Mobilität und Glücklichsein. Wenn eine Stadt dann auch noch mit Kindern gut erlebbar ist, ist das perfekt.

In der quirligen Strøget mitten im Zentrum, eine der längsten Fußgängerzonen Europas, kommt jeder auf seine Kosten. Während zwei junge Straßenmusiker ihre ganz persönliche, raue Gitarren-Version von „Let me entertain you“ zum Besten geben, bestellen mein Mann Erich und ich im Café Norden einen hausgemachten Ingwer-Shot. Man kann sich hier getrost durch die Karte kosten, es landet alles als kleines Kunstwerk auf dem Teller. Der nächste Hotspot liegt nur einen Stock höher: der Hay-Shop mit ultimativ schönen Wohnaccessoires. Wenige Häuser entfernt stellt der Lego-Shop einen Ort höchster Entzückung für unsere Kinder Marie und Nils dar. Für meinen Mann übrigens auch. Aber jetzt auf nach Nyhavn. Der Spaziergang dorthin ist ein Muss. Klar, hier tummeln sich haufenweise Touristen, aber die farbenfrohen Häuserzeilen im Hafen sind halt einfach zauberhaft. 

 

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land in sicht. Die Öresundbrücke ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Auto- und Zugverkehr, sie verbindet die dänische Metropole mit Malmö – in null Komma nix ist man in Südschweden. © Shutterstock

Raus aus dem Trubel, rein in den lässigen dänischen Alltag. In der Jægersborggade im hippen Stadtteil Nørrebro reiht sich ein cooler Laden an den nächsten. Die Shop-Konzepte sind bunt – Kunstwerke reihen sich stimmig an Vintagemode und dänische Kinderlabels wie Soft Gallery und MarMar Copenhagen. Selbst der Second-Hand-Shop für Männer ist so stylish, dass er erst auf den zweiten Blick als solcher erkennbar ist. Zeit für eine Verschnaufpause. Die erste Wahl: The Coffee Collective! Dann gleich gegenüber auf den Kreativspielplatz sprinten, auf dem sich alle Welt trifft. Nordische Spielplätze sind wie das Museum im kleinsten Dorf immer eine Empfehlung wert.

Wem nach mehr Meer gelüstet,  dem sei der Norden der Insel Seeland, auf der Kopenhagen liegt, ans Herz gelegt. Rund eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt entfernt, bezaubert Tisvildeleje in jeder Hinsicht. Die kraftvollen Wellen locken Kite-Surfer an, der Himmel ist (wenn man ein bisschen Glück hat) unglaublich blitzblau, der feine goldene Sand unter den nackten Füßen macht einfach glücklich. Man kann hier Stunden mit den Kindern spielend am Strand verbringen, den Ehemann begeistert auch das Fliegenfischen auf Meerforellen. Die stets frischen Wassertemperaturen tun dem Vergnügen keinerlei Abbruch. Mein Wärmeempfinden unterscheidet sich ohnehin deutlich von jenem der Dänen. Wenn ich noch im kuscheligen Pulli unterwegs bin, stürzen sie sich schon in die Fluten. Hier wird der Sommer zelebriert.

 

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© Shutterstock

Hansens Eis (gibt es auch im Café Norden in Kopenhagen), stilgerecht als Kreation mit einer zerquetschten Schwedenbombe als Topping, mundet auf dem Bummel durch die Hovedgaden, die Hauptstraße des Dorfes. Das beste aller Brote kann man in der Bäckerei Brød & Vin ordern und ein paar Schritte weiter im No 17 Limited Strand-utensilien und mehr für höchste Designansprüche entdecken. Den Tag lässt man in einem der schicken und gemütlichen – diese Verbindung schaffen die Nordländer besonders gut – Lokale entlang der Straße ausklingen. Noch etwas weiter nördlich liegt Hornbæk. Mit etwas Glück findet gerade ein kleines Streetfoodevent samt Live-Musik nahe den Sanddünen statt. Ilse Jacobsen stammt von hier, sie ist für ihre Regenmantelkreationen  bekannt. Für coolen Kunstgenuss besucht man das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk mit einem eigenem Trakt, in dem Kinder kreativ werden können. Hungrig? Da lohnt der Abstecher zum  Rabarbargarden, ein ökologisch geführter Bauernhof mit superlässigem Restaurant in Vejby. Wow!

Zurück in Kopenhagen empfiehlt sich der Besuch im National Aquarium Denmark, um den „Blå Planet“ hautnah zu erleben. Beeindruckend ist auch die Brücke über den Öresund nach Malmö, komfortabel per Zug kann man Südschweden einen Besuch abstatten. Neben Klassikern wie einem Drink auf dem Lilla Torg in der Altstadt, Zeit zum Seelebaumeln – hier heißt das Lebenfsgefühl Lagom – oder Sporteln im riesigen Pildammsparken oder auf dem Stadtstrand Ribersborg lockt uns vor allem der Stadtteil Västra Hamnen. Dort schraubt sich der Turning Torso 54 Etagen in die Höhe. Uns gefallen die Holzdecks direkt am Wasser. Kulinarisch im Royal Pic-Nic versorgen, dem aus Tirol stammenden Wahlschweden Rainer Kathrein Hallo sagen – und den Schweden beim Baden zusehen. Habe ich schon erwähnt, dass ich mit 13 zum ersten Mal in Südschweden war? Es gibt da so Orte wie Ystad und die Dünen von Falsterbo … aber das ist eine andere Geschichte.

Kopenhagen, Tisvildeleje, Malmö

Kopenhagen

• Zentrum: Design: Hay (www.hay.dk),
alles unter einem Dach: Illum (www.illum.dk); Streifen und mehr: Mads Nørgaard (www.madsnorgaard.dk);
Café Norden (www.cafenorden.dk)
• Nørrebro: Durchkosten in der Markthalle Torvehallerne (www.torvehallernekbh.dk); Jægersborggade: Coffee Collective (www.coffeecollective.dk); Mode – cool, fun, edgy: Damernes Magasin (www.damernes-magasin.com)
• National Aquarium Denmark
(www.denblaaplanet.dk)

Tisvildeleje

• Hovedgaden: Brot & Torten: Brød&Vin; Mode, Wohnaccessoires, Schönes für den Strand: No17 Limited; coole, alte Sachen: Antica; Essen: Kongernes.
• Spitzenplatz am Meer: Helenekilde Badehotel (www.helenekilde.com)
• Humlebæk: Museum of Modern Art Louisiana, (www.louisiana.dk)

Malmö 

Stadtstrand (www.ribersborgskallbadhus.se), Västra Hamnen, Royal Pic-Nic
(www.facebook.com/RoyalPic-Nic)