Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 22.05.2018

Zwischen Vision & Wehmut

Was mit „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ begann, gipfelte in einer Karriere in elf Ländern. Cineplexx-Eigentümer Christian Langhammer im Interview.

Bild 1805_B_F_Kino_CineplexxBild_1_(c)ReinhardtJudt.jpg
MODERN. Das 26. Cineplexx in Österreich öffnete in Parndorf © ReinhardtJudt/Cineplexx

Fünf Säle, 800 Sitzplätze und modernste Technologie: In Parndorf hält seit vergangenem März das zweite Cineplexx im Burgenland (nach Mattersburg) offen. Gestochen scharfe Bilder und 360-Grad-Sound verspricht man mit der Dolby-Atmos-Technologie. Breit gefächert ist die Palette der Sitzmöglichkeiten: von Lounge-Sesseln über Luxury-Sitze mit Fußstützen bis hin zur romantischen Love Box für zwei.
Christian Langhammer ist – gemeinsam mit Chris-tof Papousek – Geschäftsführer. Ein Mann der (Zuschauer-)Zahlen? Nicht nur. In ihm steckt ein leidenschaftlicher Cineast, der sich mit einem Hauch Wehmut an das Filmrattern im Kino erinnert …

BURGENLÄNDERIN: Kino und Sie: Was ist das für eine Beziehung, wann nahm sie ihren Anfang?

Christian Langhammer: Das ist eine ganz enge Liebesbeziehung seit meinem 14. Lebensjahr. Mein Hobby ist mein Beruf. Kino war für mich immer schon der Inbegriff von Unterhaltung. Bis heute brauche ich auch den Kontakt zum Publikum. Könnte ich all das nicht erleben, könnte ich an den Wochenenden nicht im Kino sein, würde mir das Leben nur halb so viel Freude machen.

Welche waren die ersten Filme, die Sie gefesselt haben?

Meine Eltern hatten im 10. Bezirk in Wien ein kleines Kino eröffnet. Das war ein paar Tage nach meinem Geburtstag. Mein Vater hat mich gefragt, was ich mir wünsche: Ich wollte bei „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ am Saftautomaten stehen und Getränke runterlassen. Genauso war es dann auch!

Ihr Lieblingsfilm?

„Cinema Paradiso“. Das ist eigentlich die Geschichte des Kinos, wie man noch mit alten Nitro-Filmen (Zelluloidfilm, Anm.) vorgeführt hat. Ich habe selbst noch das Vorführen gelernt und auch die Prüfung gemacht – und weiß bis heute, wie man einen Film einlegt. Das gibt es heute „leider“ nicht mehr.

 

Bild 1805_B_F_Kino_CineplexxIMG_5531(c) Viktoria Kery Erdelyi.jpg
MASTERMIND. Christian Langhammer © Viktória Kery-Erdélyi

Schwingt da etwas Wehmut mit?

Ein bisschen. Ich hänge noch am alten 35-Millimeter-Film, an diesem Rattern … Den Lichtschein von rückwärts gibt es ja noch. Doch die nächste Entwicklung ist die Led-Wand; in wenigen Monaten wird es so eine in Wien geben. Das wird eine ganz andere Dimension.

Sie verbringen viel Zeit am Wochenende im Kino. Wo?

Ich bin viel in Österreich unterwegs, reise aber auch sehr gerne ins Ausland.  Ich bin ungefähr 170 Tage im Jahr unterwegs. Ob nun in Los Angeles oder in Asien, ich sehe mir überall die Kinos an, wie andere Kinobetreiber arbeiten – das liebe ich.

Welche Filme interessieren Sie?

Ich mag Komödien, aber auch Filme wie „Three Billboards“ oder „The Revenent“.

Wie stehen Sie zum österreichischen Film?

Ich wünsche mir weiter viele gute österreichische Filme. Denn in Ländern, in denen die heimische Filmproduktion gut ist, wie etwa in Frankreich, sind auch die Kinobesucherzahlen hoch.

Welche Pläne, Visionen haben Sie?

Viele Österreicher ins Kino zu bekommen! Wir werden auch den weiteren Ausbau in anderen Ländern vorantreiben; in elf sind wir derzeit tätig. Vielleicht kommt das eine oder andere Land neu dazu. Das macht Freude, zu sehen, wie in anderen Ländern Kinobetreiber und Besucher auf ganz moderne Kinos reagieren.

Es gibt heute so viele Möglichkeiten. Warum sollte man nicht zu Hause, sondern im Kino einen Film sehen?

Vielleicht kann man sich einen anspruchsvollen Film noch daheim anschauen, aber „Star Wars“ beispielsweise würde ich selbst am modernsten Fernseher sofort abdrehen. Denn das richtige Filmerlebnis, so wie es sich der Regisseur vorstellt, mit dem großen Bild, dem Sound, den Menschen, die mit mir lachen, das gibt es nur im Kino.