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Lifestyle | 19.07.2018

Natürlich giftig

Enfant terrible der österreichischen Krimiszene, bekannt für ihre spitze Feder und Expertin für giftige Pflanzen – Autorin Klaudia Blasl im Gespräch über ihren dritten Roman „Kernölkrieg“.

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Klaudia Blasl © Danila Amodeo Photography

Nach „Miederhosenmord“ und „Gamsbartmassaker“ erscheint mit „Kernölkrieg“ (Emons Verlag) bereits der dritte Krimi der steirischen Autorin Klaudia Blasl. Geboren 1965 in Bruck an der Mur, lebt und mordet die Germanistin nun vorwiegend im Südburgenland und schreibt bereits an einer Kriminalgeschichte tödlicher Pflanzen, die auch in ihrem neuesten Roman eine wichtige Rolle spielen.

 



„Kernölkrieg“ ist Ihr dritter Roman. Was dürfen sich die Leser erwarten?

Ganz viel schwarzen Humor, pointierten Sprachwitz und eine fesselnde Geschichte rund um unerwünschte Wasserkraftwerke, Wirtschaftskorruption, Umweltschutz und Killerpflanzen. Dazu tiefe Einblicke ins Leben auf dem Land, das durch Klatsch, Tratsch, Schilcherwein und Kernöl geschmiert wird.

Stichwort Killerpflanzen: Im Roman wird eine Schneerose zur Mordwaffe. Wie kam es zu Ihrer Leidenschaft für mörderische Gewächse?

Dass Pflanzen heilsame Wirkungen besitzen, ist ja hinlänglich bekannt, über deren gefährliche bzw. tödliche Seiten wissen aber nur wenige Bescheid. Immer wieder landen Menschen wegen Alpenveilchen, Bohnen, Engelstrompeten oder Zaunrüben im Krankenhaus oder auf dem Friedhof. Dennoch wird literarisch nur mit Fingerhut, Tollkirsche oder Bilsenkraut gemordet – das gehört geändert. Die Auswahl an kriminellen Gewächsen ist groß genug – und leicht zu beschaffen.

Sie arbeiten ja sogar an einem Sachbuch zu diesem Thema.

Ja, eine Art Kriminalgeschichte böser Pflanzen, gefährlicher Kräuter und gemeiner Gewächse. „111 tödliche Pflanzen“, das im Sommer im Emons Verlag erscheinen wird, sozusagen ein Standardwerk für Gartenfreunde, Giftmörder, Haustierbesitzer und Selbstmordkandidaten. Das böse Angebot reicht vom Adonisröschen über Rhabarber, Rittersporn und Rhododendron bis zur Zucchini, historisch, forensisch, botanisch und natürlich mörderisch abgehandelt. Die Dieffenbachia als Folterinstrument diktatorischer Regimes, der berauschende Hortensienklau in Deutschlands Vorgärten oder das liebliche Buschwindröschen als Hexenblume – eine spannende Lektüre.

Sie gelten als Enfant terrible der österreichischen Krimi­szene. Wieso das?

Wegen meiner spitzen Feder bzw. Zunge vermutlich, da ich eine ausgeprägte satirische – um nicht zu sagen sadistische – Ader besitze und alle meine „Personen“ ihr Fett abkriegen, schonungslos und direkt. Dazu beigetragen haben aber sicher auch meine Live-Auftritte, bei denen ich gern mal einen Mops ertränke (natürlich aus Plüsch), Politiker geißle oder giftige Vorträge halte.

In „Kernölkrimi“ finden Leser auch ausgewählte Kernöl-Rezepte. Haben Sie ein Lieblingsgericht mit Kernöl?

Absolut. Eiernockerl mit Kernöl, Schnittlauch und frischem Salat.

Sie sind gebürtige Steirerin, wohnhaft in Litzelsdorf im Südburgenland. Was zog Sie nach Litzelsdorf?

Die Liebe zu meinem Freund, der hier als Kunsttischler und Restaurateur einen alten Bauernhof bewohnt, und die Liebe zur herrlichen Landschaft, viel Sonne, viel Natur, viel Ruhe. Ich wohne teilweise aber auch noch im obersteirischen Mautern, meinem Geburtsort. Dort gibt’s mehr Schnee, mehr Wald und mehr Schwammerln.www.damischtal.at