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Lifestyle | 17.12.2018

Insel der Vielfalt

Sri Lanka zählt aktuell zu den Trend-Reisezielen schlechthin. Einen Einblick in Land und Leute gibt Honorarkonsulin von Sri Lanka Edith Hornig – persönliche Tipps inklusive.

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© Mia's Photoart

Das Klima, die Menschen, die Kultur, das Essen, die Natur … Edith Hornig, Honorarkonsulin von Sri Lanka, weiß bei der Frage, was denn die Faszination des Landes ausmacht, gar nicht, wo sie beginnen soll. „Die Menschen sind unglaublich freundlich. Sie haben teilweise eine Zufriedenheit, bei der wir uns einiges abschauen könnten. Das Land selbst ist unglaublich fruchtbar mit einer üppigen Vegetation. Und die Kultur reicht von alten buddhistischen Tempeln über Bauten aus der Kolonialzeit bis hin zur Moderne.“ Es ist aber auch ein Land der Gegensätze. „Sri Lanka ist einerseits hochtechnisiert. Vom Kleinkind bis zur Oma hat jeder ein Handy und was mich am meisten fasziniert, ist, dass es sogar im kleinsten Ort einen Bankomaten gibt, der auch funktioniert.“ Auf der anderen Seite wird aber noch immer sehr viel mit den Händen gearbeitet. „Von der Baustelle bis zur Teeplantage wird oft auf händische Arbeit zurückgegriffen“, erklärt die Grazerin, die erste Kontakte zu dem Land im Indischen Ozean beruflich über ihr Familienunternehmen J. Hornig, das auf Kaffee und Tee spezialisiert ist, knüpfte.

Beginn einer großen Liebe.  Bereits kurz nach der Firmengründung von J. Hornig im Jahr 1912 wurde mit dem Handel des weltberühmten Ceylon--Tees begonnen. „Anfang der Jahrtausendwende habe ich begonnen, mich beruflich immer mehr um die Sparte Tee bei J. Hornig zu kümmern, und konnte so immer tiefer in die wunderbare Kultur dieses Landes eintauchen.“ Die Begeisterung Edith Hornigs für die Insel spürten auch andere. So kam eines Tages die Anfrage, ob die Grazerin nicht das Honorarkonsulat für Sri Lanka übernehmen wolle. Eine Ehre, die Hornig gerne annahm. „Für mich ist es eine Ehre und eine Freude, es zu machen, aber ich habe auch Pflichten. Ich vertrete dieses Land in wirtschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen und humanitären Dingen, aber nicht in politischen.“

 

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© Mia's Photoart

Neu erwacht. Zur Zeit ihres Amtsantrittes 2005 war das Land sehr gebeutelt. Der Bürgerkrieg herrschte seit 1983 und erst ein Jahr davor, 2004, hat der verheerende Tsunami 100.000 Menschen in den Tod gerissen – darunter sehr viele Europäer und auch Österreicher. „Der Tsunami ist noch immer in den Köpfen der Leute drinnen. Es gab keine Familie, die nicht einen Bekannten, Verwandten oder Freund verloren hat. Aber mittlerweile gibt es ein sehr gutes Warn-System. Ich habe selbst schon zweimal einen Tsunami-Alarm vor Ort erlebt, einmal wurden wir sogar evakuiert. Passiert ist zum Glück aber nichts.“
Mit dem Ende des Bürgerkrieges 2009 hat Sri Lanka einen wahren Aufschwung erlebt – vor allem touristisch. Eine Autobahn von Colombo direkt in den Süden wurde gebaut. Viele Hotels wurden und werden gebaut – zum Teil von großen internationalen Ketten, aber auch alte Hotels aus der Kolonialzeit werden revitalisiert. „Entlang der Küste, aber auch im Landesinneren gibt es tolle Boutiquehotels, in denen auch Ayurveda-Kuren angeboten werden.

 

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Lehre vom langen Leben. Ayurveda ist untrennbar mit Sri Lanka verbunden. Es zählt zu den ältesten Gesundheitslehren überhaupt und hat seinen Ursprung in dieser Region der Erde. „Es ist die Lehre vom langen Leben. Ich kann nur jedem empfehlen, sich zumindest einmal darauf einzulassen und in diese Welt einzutauchen“, spricht die Sri-Lanka-Expertin aus Erfahrung. „Ich habe Ayurveda natürlich auch schon in Europa ausprobiert, aber in Sri Lanka ist es alleine schon wegen des subtropischen Klimas etwas anderes. Es macht einfach einen Unterschied, wenn man sich bei der Behandlung in licht- und luftdurchfluteten Räumen befindet und im Hintergrund das Peitschen der Meereswogen hört. Und auch nicht zu vergessen das Essen und die Vielzahl an Gewürzen – das alles wirkt zusammen.“ Eine Wirkung, auf die sich auch immer mehr gestresste Manager und Businessleute einlassen und sich bei einer Ayurveda-Kur auf Sri Lanka eine Auszeit gönnen.

 

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© Mia's Photoart

Kleine Schritte mit großer Wirkung. Über intensive Netzwerk-Arbeit versucht Hornig, seitdem sie das Land kennt, vor Ort zu helfen. Sei es ein großer Essenseinkauf für eine Familie oder Baumaterial für Projekte – immer wieder werden viele kleine Projekte unterstützt. „Wir haben schon bei einem Tempelbau geholfen, Kriegerswitwen und ihre Kinder unterstützt, Toilettenanlagen gebaut oder Fahrräder organisiert, damit die Leute in ländlicheren Gegenden mobiler werden. Ich bin auch Schirmherrin einer Organisation, die junge Mädchen dabei unterstützt, Englisch zu lernen, was die Zukunftsperspektive dieser Mädchen enorm beeinflusst.“ Es sind kleine Schritte, die aber für die Menschen eine große Wirkung haben. „Und das Schönste dabei ist das dankbare Lächeln der Menschen und das Wissen, geholfen zu haben.“

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© Mia's Photoart

Meine Reise-Tipps

  1. Vor der Reise muss online ein Visum beantragt werden, das für einen Aufenthalt von 30 Tagen gültig ist. 
  2. Sri Lanka kann wettertechnisch das ganze Jahr über gut bereist werden. Ende Jänner, Anfang Februar kann es sehr heiß werden und im Mai ist meist Regenperiode. Aber im Großen und Ganzen gilt: „It is always summer in Sri Lanka.“
  3. Ich würde davon abraten, ein Auto zu mieten, da in Sri Lanka ganz andere Straßenverhältnisse herrschen, als wir es gewohnt sind. Es gibt zwar eine Autobahn vom Flughafen in den Süden, aber sonst eher schlechte Straßen. Ich empfehle, sich einen gut ausgebildeten Driver zu nehmen. Die sind sehr günstig, sprechen meist gut Englisch und erzählen liebend gerne spannende Fakten von ihrem Heimatland.
  4. Unbedingt das Innenland bereisen! Sri Lanka ist hochkulturell und für einen reinen Strandurlaub zu schade. Man sollte zumindest ein paar Tage ins Innere der Insel vordringen. Es gibt zum Beispiel einen alten kleinen Zug zwischen den Teeplantagen im Hochland, mit dem es sich lohnt zu fahren.
  5. Der Osten hat eine wunderbare Küste mit schönen Stränden, die ich sehr empfehlen kann. Im Allgemeinen darf man aber nicht vergessen, dass die Insel sehr frei im Indischen Ozean liegt und beim Schwimmen und Baden mit großen Strömungen zu rechnen ist. Diese sind nicht zu unterschätzen
  6. Die Hauptstadt Colombo besuchen viele gleich bei der Ankunft oder kurz vor dem Abflug, da der Flughafen im Norden der Stadt ist. Die Stadt bietet viele Relikte aus der Kolonialzeit, alte Tempelanlagen und es gibt tolle Shopping--Möglichkeiten, aber im Großen und Ganzen reicht es aus, ein bis zwei Tage dafür einzuplanen
  7. Unbedingt der alten Stadt Kandy einen Besuch abstatten. Sie ist das Zentrum des  Buddhismus und liegt in der Nähe der Teeplantagen
  8. Golfspielern ist eine Runde auf einem der Golfplätze zu empfehlen. Der älteste Golfplatz der Insel stammt noch aus der Kolonialzeit und ist wunderschön. Und auch im Hochland in der Nähe der Teeplantagen gibt es einen Golfplatz. 
  9. Wer Tee, Gewürze, Seide oder Edelsteine kaufen will, sollte nicht gleich losshoppen, sondern sich gut erkundigen und Angebote vergleichen.
  10. Lassen  Sie sich auf das Land, die Kultur und die Leute ein. Es lohnt sich!

SRI LANKA

Daten

Inselstaat im Indischen Ozean
Hieß bis 1972 Ceylon
Einwohner: 20,8 Millionen
Hauptstadt: Colombo
Fläche: 65.610 km2
Währung: Sri-Lanka-Rupie (LKR)
Zeitunterschied zu MEZ: + 4,5 h