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Lifestyle | 31.12.2018

Nächstes Jahr wird alles besser! Wieder einmal.

Vorsätze fassen, Vorsätze verwerfen. Das Spektakel findet zumeist in der Endlosschleife statt. Motivationspsychologe Jörg Zeyringer gibt Tipps, wie Veränderung gelingen kann.

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© Shutterstock

Sie ist ja sowas von gemütlich, die „innere Couch“, auf der wir uns gerne niederlassen. Motivationspsychologe Jörg Zeyringer gebraucht dieses Bild gerne, führt es doch vor Augen, dass Veränderung nie bequem ist. „Sie übt zwar große Faszination auf uns aus, macht uns aber auch Angst, weil wir nicht genau wissen, was genau auf uns zukommt.“ Will man einen Vorsatz in die Tat umsetzen, sollte man sich laut Zeyringer drei Fragen gewissenhaft beantworten: „Was möchte ich verändern? Warum möchte ich es verändern? Wie möchte ich es verändern? Im ,Warum‘ steckt der Schlüssel für die Lösung, denn es geht um den persönlichen Beweggrund, nicht darum, was andere wollen oder raten.“ Fasst man Silvestervorsätze, weil viele das traditionell einfach tun, sollte man es lieber lassen, die Chancen auf Erfolg sind dann nämlich gering. „Es braucht eine starke Anbindung an einen selbst“, sagt der gebürtige Pöllauer, der Spitzensportler und Führungskräfte mental coacht.

„Ich will“. Zeyringer kennt die Tücken: Nimmt man sich vor, weniger Schokolade zu konsumieren, sieht man sich praktisch nur mehr von der verführerischen Köstlichkeit umgeben. Den Plan für eine Verhaltensänderung darf nicht zu großen Druck erzeugen. „Nur weil ein neues Jahr anbricht, wird nicht alles anders. Die Formulierung ,ich muss‘ sollte man aus dem Wortschatz streichen. Vielmehr heißt es ,ich will‘“, so der Coach. Wesentlich ist auch, dass man weiß, welchen Einsatz zu leisten man bereit ist. Es braucht einen konkreten Plan für die Umsetzung, beispielsweise eine fixe Laufstrecke, die man sich in einer festgelegten Regelmäßigkeit vornimmt. Um das Vorhaben verbindlicher zu machen, dürfen Freunde und Familie ruhig informiert sein. Hat man dann ambitioniert mit weniger Süßem, mehr Sport oder Ähnlichem begonnen, kommt der erste Durchhänger garantiert. Präventiv rät Zeyringer, sich vorzustellen, wie man sich fühlen wird, wenn man das (Etappen-)Ziel erreicht. „Es ist auch sinnvoll, sich zu fragen: ,Was ist die Konsequenz, wenn ich aufhöre?‘ Das tut meistens doch weh, weil man bereits eine Zeit durchgehalten und schon einiges investiert hat.“ Hilfreiche Wegbegleiter sind emotionale Anker – man trägt ein rotes Armband, hat einen Sinnspruch, ein Bild, eine selbst angefertigte Collage oder einen Klingelton – sie erinnern an den Vorsatz und versetzen in positive Stimmung. Belohnungen auf der Wegstrecke sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich empfohlen. Also: Let’s do it!