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Lifestyle | 14.05.2019

Die neue Freiheit

Als das kommunistische Regime besiegt wurde: Historische Momentaufnahmen in und um das Jahr 1989.

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© Shutterstock

Das Bild brannte sich ins Gedächtnis: Landeshauptmann Hans Sipötz sowie die Außenminister Alois Mock und Gyula Horn (Ungarn) zerschneiden mit strahlenden Gesichtern den Stacheldraht an der Grenze zwischen Sopron und Klingenbach. Allerdings: Es ist ein symbolischer Akt am 27. Juni 1989, mit dem Abbau des Eisernen Vorhangs zwischen Österreich und Ungarn wurde bereits im Mai begonnen. Im Sommer darauf überschlagen sich die Ereignisse, insbesondere als am 19. August 1989 das „Paneuropäische Picknick“ zelebriert wird. Zivile Organisationen,  lokale Gruppen von Parteien, der Reformpolitiker Imre Pozs­gay, Otto von Habsburg mit seiner Paneuropa-Bewegung, aber auch Außenministerium, Behörden sowie der Grenzschutz ziehen für das Friedensfest an einem Strang. Für drei Stunden ist die Grenze offen, 600 DDR-Bürger drängen plötzlich in die Freiheit – kein Soldat schießt mehr. Wenngleich dies freilich ein bedeutungsvoller Tag war, bröckelte das starre kommunistische Regime schon die Monate davor, bis die Wende unausweichlich war …


Recherche im Landesarchiv. Mit Historikerin und Archivarin Evelyn Fertl.

An dieser Stelle wollen wir gerne Bilder sprechen lassen. Historikerin und Archivarin Evelyn Fertl, selbst auch passionierte Fotografin, fand für uns rund 150 Bilder im Landesarchiv zu den Themen „Eiserner Vorhang“ und „Grenzöffnung“ – wir wählten knapp zwei Handvoll aussagekräftige und bewegende Fotos aus.

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Nickelsdorf, 1991. „Freiheit und Demokratie haben über Unterdrückung und Kommunismus gesiegt“, ließ Außenminister Alois Mock in den Gedenkstein gravieren – und enthüllte das Denkmal mit seinem ungarischen Kollegen Géza Jeszenszky.
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Stau in den freien Westen – in Richtung St. Margarethen.
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Symbolischer Akt am 27. Juni 1989: Außenminister Alois Mock, Landeshauptmann Hans Sipötz und der ungarische Außen­minister Gyula Horn an der Grenze bei Klingenbach.
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2. Mai 1989. Die Weltpresse bei Hegyeshalom: Der Eiserne Vorhang bekommt erste Löcher.
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Ungarn-Boom. Schlange vor Elektrogeschäft Anfang April 1989: Die Grenzöffnung ließ diesseits der Grenze die Kassen klingeln.
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Europatag 1990. Gedenkveranstaltung im Steinbruch Fertőrákos anlässlich der Grenzöffnung im Jahr davor.
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Antrittsbesuch 1996. Die neue deutsche Botschafterin Ursula Seiler-Albring an der Grenze bei St. Margarethen – mit Landeshauptmann Karl Stix und den Landesräten Paul Rittsteuer, Eduard Ehrenhöfler und Hermann Fister.
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Freude. 600 DDR-Bürger strömten „spontan“ über die Grenze nach Österreich, als das Tor beim „Paneuropäischen Picknick“ geöffnet wurde.
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Talk im Kofferraum. Journalistin interviewt am 19. August 1989 einen jungen DDR-Flüchtling bei Sankt Margarethen.

Speziell gedankt sei an dieser Stelle auch dem legendären Fotografen Erich Janzso aus Neufeld an der Leitha, der Jahrzehnte hindurch unermüdlich für die einstige Wochenzeitung BF (Burgenländische Freiheit) unterwegs war – und uns freundlicherweise die Zustimmung gab, einige seiner dem Landesarchiv „überlassenen“ Fotos hier zu veröffentlichen.

 

Fotos: Erich Janzso, Burgenländisches Landesarchiv, BF-Fotosammlung