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Lifestyle | 14.02.2020

Facts & Figures

Was es über den Perfektionismus und Selbstwertgefühle alles zu sagen gibt.

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© Shutterstock

Da drückt ein Knopf, dort steht eine Strähne bergauf, die Haut ist wieder schlecht und überhaupt mag man seine Füße nicht. Wir sind davon getrieben, unser Äußeres auf den höchsten möglichen Standard zu bringen. Besonders im Zeitalter der sozialen Medien, wo wir ständig mit dem scheinbaren Perfektionismus unserer Vorbilder konfrontiert sind, erschüttert uns nichts so sehr wie das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Schönheit ist zum gesellschaftlichen Schlagwort geworden. Grund genug, sich mal genauer mit dem Thema zu beschäftigen: Denn mit ein paar lustigen und auch schockierenden Fakten über Perfektionismus und Selbstwertgefühl merkt man gleich wieder, wie wichtig es ist, mit sich selbst Frieden zu schließen.

Rund 40.000 Österreicher legen sich jedes Jahr unter das Messer eines Schönheitschirurgen. Ganze 90 % davon sind Frauen.

Fast die Hälfte der Österreicher sieht den Bauch als ihre Problemzone. Bei 41 % ist es das Gewicht, bei 24 % die Zähne, 22 % mögen ihre Figur im Allgemeinen nicht so gerne. Nur 10 % sehen keine Makel an sich.

Forscher der Universität Stockholm haben he-rausgefunden, dass Hühner dieselben Schönheits-ideale haben wie Menschen. Die Studie „Hühner bevorzugen schöne Menschen“ wurde mit dem satirischen Ig-Nobelpreis ausgezeichnet, der an ungewöhnliche Studien vergeben wird, bei denen man erst lachen muss und dann erst nachdenkt.

Ein höheres Selbstwertgefühl ist nicht unbedingt besser. Narzissten etwa neigen dazu, ein hohes Selbstbild zu haben, reagieren aber viel verwundbarer auf kleine Beleidigungen von außen. Nur weil jemand von sich selbst behaupten kann, schön auszusehen, bedeutet das nicht automatisch auch, dass er sich sicher mit sich selbst wohlfühlt.

Dysmorphophobie ist eine gravierende Wahrnehmungsstörung, bei der sich Betroffene hässlich oder sogar entstellt fühlen, obwohl sie keine objektiv auffälligen Schönheitsmakel haben. Sie fokussieren sich dabei stark auf ein Körperteil, das sie als missgestaltet wahrnehmen.

Über 70 % der Mädchen zwischen 15 und 17 vermeiden Alltagsaktivitäten wie zur Schule zu gehen, wenn sie sich unwohl mit ihrem Äußeren fühlen.

Das Selbstwertgefühl hängt nicht mit der physischen Attraktivität einer Person zusammen. Der Unterschied liegt darin, wie man sich selbst präsentiert: Je selbstbewusster man sich gibt, umso attraktiver wirkt man.

70 Prozent der Frauen haben schon einmal in den sozialen Medien eine Markierung von sich entfernt, weil sie ihre Haare auf dem Foto nicht mochten.

7 von 10 Mädchen glauben, dass sie nicht gut genug sind oder nicht mithalten können, wenn es um ihr Äußeres geht, ihre schulischen Leistungen oder um Beziehungen mit Freunden und Familienmitgliedern.

Der Dove Girls Beauty & Competence Report 2017 ergab, dass sich 7 aus 10 Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren unter Druck fühlen, schön sein zu müssen.

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl kann man mit positiven Kommentaren entgegen jeglicher Annahmen nicht weiterhelfen. Wenn eine Aussage nämlich zu weit außerhalb unseres Glaubenssystems liegt, lehnen wir sie ab. Jemand, der sich entmachtet fühlt, wird durch Komplimente nur daran erinnert, wie stark er das Gegenteil fühlt. Ironischerweise profitieren von Komplimenten nur diejenigen, deren Selbstwertgefühl bereits hoch ist.

Junge Mädchen, die sich selbst negativ sehen, machen viermal wahrscheinlicher Dinge mit Jungs, die sie später bereuen.

Mehr Selbstliebe ist ein Wundermittel gegen Prokrastination: Untersuchungen legen nahe, dass uns Selbstmitleid realisieren lässt, welche negativen Auswirkungen das Aufschieben von Arbeiten für uns hätte. Wenn man also merkt, dass man prokrastiniert, sollte man sich eine kleine Selbstbestätigung gönnen.

Unter Atelophobie versteht man die Angst vor der Unvollkommenheit, davor, etwas nicht richtig zu machen oder nicht gut genug zu sein.

Forschungen haben ergeben, dass Selbstakzeptanz zu mehr Zufriedenheit im Leben führen kann. Dennoch ist es eine Gewohnheit, die viele Menschen zu wenig praktizieren. Höchste Zeit, sich selbst in einem anderen Blickwinkel zu sehen!

Die meisten Programme zur Stärkung des Selbstwertgefühls funktionieren gar nicht. Laut Studien ändert sich bei den meisten Menschen nach Gebrauch von beworbenen Produkten, Apps oder dem Abschluss von Workshops zur Steigerung des Selbstwertgefühls nichts. Tatsächlich verändert sich nur die Wahrnehmung unserer Situation vor dem Programm, sodass wir hinterher glauben, wir hätten uns vorher viel schlechter gefühlt als jetzt.