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Lifestyle | 28.02.2020

So fastet Österreich

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Fasten – die traditionelle Fastenzeit ist dabei ein Beweggrund von vielen. Das Kurhaus Marienkron, Zentrum für Darm und Gesundheit, beleuchtet mit der ersten Marienkroner Fastenumfrage Wissensstand, Motive und Erfahrungen der Österreicherinnen und Österreicher rund um den bewussten Verzicht.

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Intervallfasten, Heilfasten, Saftfasten oder Teefasten? Finde heraus, was die richtige Methode für deinen Körper ist. © Stock by Getty Images

Fasten ist so alt wie die Menschheit selbst. Bereits die Frühmenschen haben davon profitiert, dass ihrem Verdauungssystem durch Phasen des Hungerns, gefolgt von Phasen der Nahrungsaufnahme immer wieder Ruhe gegönnt wurde. Dieses uralte Programm ist immer noch in unseren Genen und Zellen verankert. Heute ist Fasten in vielen Ländern Tradition, Teil der Kultur und sogar Trend, wie das immer beliebter werdende Intervallfasten zeigt.

„ Fasten wird primär als Anti-Aging-Maßnahme und Gesundheits prophylaxe gesehen, aber auch indikationsbezogen bei chronischen Krankheiten eingesetzt. Viele verstehen es auch als Auszeit, um wieder zu einem gesünderen , bewussteren Lebensstil zu finden“, beschreibt Dr. Ulrike Göschl, leitende Kurärztin von Marienkron , die jährlich viele hunderte Kurgäste beim Fasten begleitet .

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© Marienkron / Steve Haider

Das Kurhaus Marienkron in Mönchhof 2019 mit neuem Konzept als „Zentrum für Darm und Gesundheit“ eröffnet hat die heimischen Fastengewohnheiten unter die Lupe genommen: Über 500 Österreicherinnen und Österreicher aus allen Bundesländern wurden in der Marienkroner Fastenumfrage nach ihrer Einstellung zum Thema Fasten befragt.

6 von 10 ÖsterreicherInnen haben Fastenerfahrung

Ganze 58 % der ÖsterreicherInnen haben schon Erfahrung mit dem Fasten in Form einer mehrtägigen Fastenkur gesammelt. Fast 10 % fasten sogar regelmäßig ein Mal pro Jahr, andere sogar häufiger. Etwa ein Drittel all jener, die noch nie gefastet haben, wären bereit, eine mehrtägige Fastenkur zu testen. Durchschnittlich fasten die Befragten zwischen 2 und 7 Tagen. Dr. Göschl rät, sich für eine Fastenkur ausreich end Zeit zu nehmen , auch davor und danach : „Beim Fasteneinstieg sollten vorher schon Entlastungstage eingelegt werden und ganz besonders nach dem Fasten braucht es Zeit für die Aufbautage “. 

Fastenmotive sind vorwiegend körperlicher Natur

Die Beweggründe für das Fasten sind unterschiedlich. Die Marienkroner Fastenumfrage 2020 zeigt, dass sich das Abnehmen und die Reinigung sowie Entgiftung des Körpers die Waage halten. Andere Fastenmotive sind unter anderem „sich allgemein besser zu fühlen“, Gesundheitsvorsorge und religiöse Gründe. Dabei ist der Wunsch nach Gewichtsverlust durch das Fasten bei Frauen viel stärker ausgeprägt als bei Männern. „Fasten ist keine Diät zum Abnehmen, dazu ist die Kalorienzufuhr auf Dauer viel zu niedrig und es würde zu einer Minderversorgung wichtiger Nährstoffe kommen“, gibt Dr. Ulrike Göschl zu Bedenken. Das Fasten kann aber durch die Reduktion auf das Wesentliche und das Wiedererlernen von Sättigung und feinem Geschmacksempfinden den Umstieg in einen gesünderen Lebensstil fördern. Ein bis zweimal im Jahr kann eine solche Auszeit mit Fasten, Meditation und Bewegung längerfristig helfen, das Gewicht auch nachhaltig in den Griff zu bekommen.“

Zwei Drittel fasten „nach eigener Einschätzung“

Knapp zwei Drittel fasten nach eigener Einschätzung, ohne professionelle Begleitung oder sich vorab zu informieren. Man kann sich jedoch immer über das Internet oder Bücher recherchieren, oder sich an eine/n ErnährungsberaterIn oder FastenbegleiterIn wenden. „Fasten für Gesunde können Menschen mit einem entsprechenden Ratgeber oder einer fachlichen Anleitung selbst durchführen , erklärt Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. Sobald das Fasten jedoch therapeutisch eingesetzt wird, ist sehr darauf zu achten, dass das Fasten auch Einflüsse auf die Wirkung von Medikamenten und andere Therapien hat." Prof. Michalsen, der Marienkron beim Ausbau zum Kompetenzzentrum für Darm und Gesundheit als Berater unterstützt hat, gilt als einer der führenden Experten für Ernährungsmedizin und Heilfasten in Europa. 

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© Marienkron / Steve Haider  

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© Marienkron / Steve Haider  

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© Marienkron / Steve Haider  

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© Marienkron / Steve Haider  

Intervallfasten ist die bekannteste Fastenart

Die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher Intervallfasten„Intervallfasten – vor allem die 16:8 - Methode , nach der in einem Zeitraum von 8 Stunden gegessen und 14 - 16 Stunden lang dem Körper eine Essenspause gegönnt wird – scheint tatsächlich ein Megatrend zu sein., so die Einschätzung des Ernährungsspezialisten Prof. Michalsen.

Eine Ende Dezember 2019 im New England Journal of Medicine veröffentlichte umfassende wissenschaftliche Übersicht betont die zahlreichen Vorteile des Fastens mit Schwerpunkt auf das Intervallfasten und bestätigt die Bildung neuer Zellen. Neben dem Intervallfasten gibt es noch andere bekannte Fastenformen wie zum Beispiel Heilfasten, Suppenfasten, Saftfasten und Teefasten. 

Wie sich Fasten auswirkt

Wie eine mehrtägige Fastenkur auf den Einzelnen wirkt, ist unterschiedlich ausgeprägt. Häufig kommt es zu Gewichtsabnahme und Verbesserung des Wohlbefindens. Während dem Fasten kann es zu Hungergefühl, Heißhunger, Gereiztheit und Kopfschmerzen kommen. Andere berichten jedoch, dass sie sich leistungsfähiger fühlten und ihnen ein besseres Hautbild sowie eine bessere Verdauung auffiel. Für Prof. Michalsen ist Fasten die therapeutische Königsdisziplin: Es ist einfach durchzuführen, kostet wenig und ist sehr wirksam zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten. Fasten ist außerdem sehr gut verträglich und wirkt sich insgesamt positiv auf unsere Gesundheit und Vitalität aus und führt auf wunderbare Weise zu mehr Achtsamkeit und Genuss beim Essen was somit unser Leben bereichert“.