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Lifestyle | 03.03.2020

The Spirit of Kixx

Nach drei Jahren Abstinenz gibt’s ein „Kixxsymphonics“-Comeback: Eine große Band, sechs Sänger*innen und ein 30-köpfiges Orchester bringen kultige Rocksongs. Wir bekamen eine exklusive Kostprobe.

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Konzentriert. Im Tonstudio Oberschützen © Ramona Hackl

Manche haben einander seit drei Jahren nicht mehr gesehen, für Gitarrist Matthias Nöhrer ist es überhaupt eine Premiere. Und doch ist die Stimmung dermaßen vertraut und entspannt, dass die Anwesenheit einer Fotografin und einer Redakteurin – also unsere – auf sympathische Art kaum auffällt. Geprobt wird gerade Led Zeppelins „Stairway to Heaven“; dem Kultsong leiht Sabrina Rupp ihre Stimme. Anschließend zeigt sie unaufgeregt auf eine Stelle auf ihrem Songtext: „Hier müssen wir uns noch was überlegen“, sagt sie, während wir uns ob der Live-Performance erst mal von der Gänsehaut erholen. „Geht noch ,Won’t get fooled again‘? Oder wird die Pizza kalt?“, kommt die Frage aus einer anderen Ecke des Studios. Gelächter. Und dann ein entschlossenes „Geht noch!“.

 

Spass am Tun. Die Sänger*innen David Gspandl, Sabrina Rupp und Verena Berg. Im Hintergrund: Mario Ferstl und Schlagzeuger Aaron Thier.


Rock meets Classic

Der Bandname „Kixx“ hat bereits 30 Jahre am Buckel. Die Combo, die Joe Schneider und Thomas Barabas gegründet hatten, füllte viele Jahre hindurch in diversen Konstellationen kleine und große Locations. 2010 wurde erstmals das gefeiert, was heuer endlich wieder die Burgenlandhalle in Oberwart zum Pulsieren bringen soll: „Kixxsymphonics – Rock meets Classic“. Nach dreijähriger Durststrecke für die Fans gehört die Bühne am 7. März der Band in großer Besetzung, sechs Sänger*innen und dem 30-köpfigen „Pannonian Symphony Orchestra“.

 

Profi. Alvis Reid ist Solokünstler und spielte unter anderem bei der EAV.


Monatelange Vorbereitung

Den besonderen „Kixx“-Spirit, der leidenschaftliche Amateure mit Vollprofis wie Aaron Thier und Alvis Reid – beide spielten zuletzt bei der EAV – auf Augenhöhe zusammenarbeiten lässt, wollten wir nachspüren. Also schmuggelten wir uns in eine Probe im Oberschützener Tonstudio. Dass man uns ließ, ist auch insofern eine Ehre, weil die Termine, an denen alle zusammenkommen können, ohnehin rar gesät sind. Den ersten Durchgang inklusive Orchester gibt es überhaupt erst wenige Tage vor dem großen Termin. Die Vorbereitungen laufen dennoch seit Monaten.
Mastermind Joe Schneider, in dessen Tonstudio gearbeitet wird, hatte sich bei der Organisation des letzten Mammutevents – im Schnitt zählt man 1.500 bis 2.000 Gäste – ganz schön ausgepowert, gibt er zu. „Es war gar nicht klar, ob wir das überhaupt jemals wieder machen“, lacht der 64-Jährige, der sich schließlich erweichen ließ. Er mag das Projekt freilich selbst sehr, Fans wie Künstler seien ihm in den Ohren gelegen und die letzte treibende Kraft war dann Bandkollege Claus-­Peter Steflitsch, der ihm seinen Support versprach.

 

Aktuelle Combo. Stehend v. l.: Claus-Peter Steflitsch, Patrick Langer, Erwin Ehrenhöfer, David Gspandl, Aaron Thier, Joe Schneider, Mario Ferstl, Thomas Barabas, Charlie Führer. Hockend: Matthias Nöhrer, Sabrina Rupp, Alvis Reid, Verena Berg (Pauline Vukics fehlte)

 

Phil Collins’ Posaunist

Wie viele andere träumte auch Claus-Peter Steflitsch als Jugendlicher von einer Karriere als Musiker, erzählt er. Als Zwölfjähriger spielt er in der ersten Garagenband, „mit 15, 16 haben wir schon eigene Songs gemacht“. Schließlich ging er nach Wien und studierte Jus. Die Musik hatte aber immer einen Fixplatz in seinem Leben; parallel zum Job als Rechtsanwalt in Oberwart spielt er stets in verschiedenen Formationen. Das „Kixxsymphonics“-Konzert sei aber zweifellos ein Highlight – nicht zuletzt wegen der Zusammenarbeit mit dem „Pannonian Symphony Orchestra“ unter der Leitung von Chris Berg. „Das sind alles professionelle Musiker, heuer wird als Stargast noch dazu Luis Bonilla, einer der Posaunisten aus Phil Collins’ Band, auftreten“, schwärmt er vom an der Grazer Uni unterrichtenden zweifachen Grammy-Gewinner. Schauspielerin Sabrina Rupp wird ihre Powerstimme mit „Kixxsymphonics“ zum dritten Mal ins Publikum schmettern. „Mindestens einen Monat lang sind die Wochenenden mit Proben verplant“, sagt die Oberwarterin. „Das ist aber so eine herrliche Partie, in dieser intensiven Zeit fühlt es sich an wie Familie.“ Und die Show, der Auftritt? „Der Rausch dieses Abends hält mindestens 24 Stunden an, ohne dass ich dafür Alkohol trinken muss.“

 

Mastermind. Joe Schneider (l.) – vom Autodidakten zum Vollblutmusiker


Das Programm ist jedes Mal neu – und nicht nur das: Die Songs – zumeist Rockklassiker – werden für das Orchester von Chris Berg und Joe Schneider eigens arrangiert. „Das ist schon ganz lustig, wenn ich das mache, wo ich bis heute keine Noten lesen kann“, schmunzelt Joe Schneider, der als Autodidakt zum Tonstudio-Chef und Vollblutmusiker avancierte. Die Arrangements für Chorgesang stammen aus Verena Bergs Feder. Die 28-Jährige studierte Jazz- und Gesangspädagogik, ist Vocalcoach und singt in mehreren Bands. „Bei Kixxsymphonics bin ich von Anfang an dabei“, erzählt sie. „Diese Verbindung zwischen Rock und Klassik ist ganz besonders; wir alle haben eine andere Herangehensweise, genau das macht so viel Spaß, dass jeder ,Seines‘ dazugeben kann.“ Das Geld, das man dabei verdient, ist nicht der Antrieb für all den Aufwand, darüber sind sich alle einig. Es ist also der „Kixx“-Spirit: Wenn die Liebe zur Musik Profis und Nicht-Profis verschmelzen lässt …

 

Rock Meets Classic

Kixxsymphonics-Konzert mit dem „Pannonian Symphony Orchestra“ unter der Leitung von Chris Berg:

7. März 2020, 20 Uhr

Burgenlandhalle, Messe Oberwart, Informstraße 1

Tickets: ab € 32,40

Regionale Vorverkaufsstellen auf:

www.kixx.at oder

www.oeticket.com

www.facebook.com/kixxsymphonics