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Lifestyle | 20.05.2020

Rückzugsort Natur

Die Naturfotografen Heidi Nothegger und Reinhard Hölzl verwirklichten sich ihren Lebenstraum: ein Zuhause inmitten von Natur. Im Südburgenland, nahe der steirischen Grenze, entstand ihre „Littlewood Ranch“.

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© Heidi Nothegger und Reinhard Hölzl

Gerade in den vergangenen Monaten sehnte sich so mancher nach einer Möglichkeit, der Corona-Bedrohung zu entfliehen. Warum nicht einfach irgendwo leben, wo die Welt noch in Ordnung ist? Im südlichen Burgenland, in Limbach im Bezirk Güssing, nur wenige Minuten von der Steiermark entfernt, fanden die beiden Naturfotografen Heidi Nothegger und Reinhard Hölzl ihren idealen Ort.

Die Suche beginnt

Die Ansprüche an das Grundstück waren vielfältig: „Es soll relativ groß sein, aber nicht so groß, um an der Pflegearbeit zu ersticken. Es soll Wasser vorhanden sein, also eine Quelle, ein Bachlauf oder gar ein Teich. Weiters soll es Sträucher und Bäume oder gar einen kleinen Wald geben. Eine ruhige Lage und die leichte Erreichbarkeit sind ebenfalls wichtige Kriterien.“ Scheinbar unmöglich! Nach einigen Rundreisen mit ihrem Wohnmobil und der Besichtigung von etwa 30 Grundstücken finden die beiden Naturliebhaber, wonach sie suchen: eine ehemalige Fischzucht im Bezirk Güssing. Das Grundstück ist fast 7.000 Quadratmeter groß. Es gibt zwei große Teiche, einen kleinen Wald, eine Trinkwasserquelle, eine zweite Quelle zur Speisung der Teiche und ein kleines Holzhäuschen.

 

"Auch klein kann großartig sein.", Reinhard Hölzl


Die Natur kehrt zurück. Zuerst wird das kleine Holzhaus auf gemütlich getrimmt. Aus den Fischteichen werden Naturteiche, die mit Rotfedern und Elritzen, beides heimische Fischarten, besetzt werden. Heidi und Reinhard versuchen, das Grundstück möglichst einladend für wildlebende Tiere zu gestalten. Sie setzen 120 heimische Pflanzen, vorwiegend beeren­tragende Wildsträucher wie Pfaffenhütchen, Berberitze und Schneeball. Bald umwuchert dichtes Grün die Teiche und unzählige Lebewesen hatten die freundliche Einladung angenommen: Laub-, Teich- und Grasfrösche, Gelbbauchunken, Erd- und Knoblauchkröten tummeln sich in den Teichen, Blindschleichen und Eidechsen huschen um die Ufersteine. Besonders beeindruckend die Vielfalt an Libellen: Unglaubliche 25 verschiedene Arten umschwirren die Gewässer. Auch die Vogelwelt entdeckt das Grundstück schnell. Graureiher, Weißstörche, Zwergtaucher, Teichhühner und Eisvögel besuchen die Littlewood Ranch fast täglich. Für Letztere haben Heidi und Reinhard eine Brutwand gebaut, diese wartet jetzt auf die ersten Bewohner.

Das neue Haus

Die Reparaturen um das alte Fischerhäuschen häufen sich. Deshalb muss es vor zwei Jahren einem schlichten Neubau weichen. „Das Haus inmitten der Natur soll auch den ökologischen Maßstäben entsprechen“, erklärt Reinhard. Eine Firma aus der Steiermark errichtet einen Holzriegelbau in Niedrig­energiebauweise. Das ganze Haus wird mit einem einzigen Holzofen beheizt. Alle Räume sind ebenerdig, offen und hell. „Wir wollten die Natur ins Haus holen“, schwärmt Heidi. Lehmwände, eine Galerie unter dem Dach als Rückzugsort und großformatige Naturfotos geben der Ranch ein besonderes Flair.

 

"Wir wollten das Haus einfach und pflegeleicht statt groß und arbeitsintensiv.", Heidi Nothegger

 

Bestechende Bilder

Reinhard Hölzl zählt zu den renommiertesten Naturfotografen Österreichs. Schon 1997 erscheint sein erster Bildband. In den folgenden Jahren entstehen weitere Bücher, Multi­visionen, Reiseberichte, Kalender und natürlich viele Naturfotos. In Fotokursen und Workshops gibt er sein Wissen rund um die Naturfotografie weiter. Mit seiner Partnerin Heidi Nothegger teilt er seine Begeisterung für die Fotografie und für die Natur. Seit 2012 arbeiten die beiden zusammen. Heidi Nothegger: „Ganz besonders liebe ich die Makrofotografie. Es fasziniert mich immer wieder, besondere Details meiner Motive zu entdecken, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind.“ Viele ihrer Aufnahmen können die beiden Wahlburgenländer direkt auf ihrem Grundstück oder in unmittelbarer Umgebung machen.

Naturidylle

Abends auf der Terrasse, bei einem Glas Burgenländer, wenn die ersten Fledermäuse durch den Himmel zucken und das Brummen und Summen der Insekten vom orchestrierten Quaken der Frösche abgelöst wird, sind sich die beiden einig: Die Mühe und der Einsatz haben sich gelohnt. Sie haben ihr Naturparadies gefunden – ihren Rückzugsort für alle Fälle.

 

 

 

Text Siegfried Weger

Impressionen
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Littlewood ranch. 

„Littlewood“ bedeutet „kleines Holz“, also Hölzl.

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Gemeine Binsenjungfer.

Am Hausteich fühlen sich 25 Libellenarten wohl.

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Holzriegelbau.

Innerhalb weniger Tage steht der Rohbau.

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Schlichtes Flair

Lehmwände und hauseigene Naturfotos verleihen den Räumen das besondere Etwas.

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