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Lifestyle | 30.11.2015

Gans oder gar nicht

Im November geht’s den Gänsen im Burgenland traditionell an den Kragen. Seit 2006 ist die südburgenländische Weidegans eine eigene Genussregion. Warum Weidegänse besser als Mastgänse schmecken und warum sie für die Landschaft gut sind.

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(© Rita Newman/BMFLUW)

Ums Martini-Gansl ranken sich zahlreiche Geschichten. Eine, die im Burgenland wohl jedes Kind kennt, ist jene des Landespatrons Martin. Der Legende nach versteckte sich der Hl. Martin in einem Gänse­stall, um seiner Segnung zum Bischof zu entgehen. Die Gänse schnatterten aber so aufgeregt, dass man ihn fand und er schließlich doch Bischof wurde. Bereits seit dem 11. November 1925 wird im Burgenland das Fest des Hl. Martin gefeiert und traditionell mit einem Ganslessen begangen. Daher hat die Gänsehaltung im Burgenland eine lange Tradition. Leider verschwand die Gans in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr aus den Dörfern, heute liegt der Gänsebestand bei zirka 6.000 Tieren. Wo früher noch Kinder vor der frei laufenden der Gänseschar flüchteten, sind heute Straßen und Gehsteige. Doch werden in einigen Regionen weiterhin Gänse gezüchtet, so auch im Südburgenland, wo die südburgenländische Weidegans vor beinahe 10 Jahren zu einer eigenen Genussregion ernannt wurde.

Gans ist nicht gleich Gans
Es gibt mehrere Arten von Gänseaufzucht, zwischen denen unterschieden wird: Weidegans, Schnell-, Intensiv- und Frühmastgans. Bei den letzteren werden die Gänse in rund 9 bis 12 Wochen dank intensiver Fütterung gemästet. Die Weidegans hingegen kann langsam wachsen und darf sich an den saftig grünen Weiden laben. Der große Unterschied, abgesehen von der Zeit, ist die sehr dünne Fettschicht, die Weidegänse im Gegensatz zu Mastgänsen aufweisen. So bleiben bei einer 4 Kilogramm schweren Weidegans nach dem Braten noch zirka 3,2 Kilogramm Braten übrig. Bei einer Mastgans kann sich das auf 2,4 Kilogramm reduzieren.

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(© Rita Newman/BMFLUW)

Behutsame Aufzucht der südburgenländischen Weidegans
Im Südburgenland haben die Gänschen auf den Weiden zirka 26 Wochen Zeit ihr Gewicht von bis zu 4 Kilogramm zu erhalten. Nachdem die kleinen Küken, auch Gössel genannt, voll befiedert sind, dürfen sie auch schon auf die Weide. Gefüttert werden sie neben Gras auch mit hof­eigenem Getreide. Das Fleisch einer Weide­gans ist daran zu erkennen, dass es besonders geschmackvoll, kompakt, dunkel und fettarm ist. Zudem weist es ein gutes Safthaltevermögen auf.

Genussregion
Bereits 2002 schloss sich eine Gruppe südburgenländischer Bauern zusammen, um den Betriebszweig der Gänsehaltung wieder aufzunehmen und durch diese Entwicklung war es möglich, dass seit 2006 die südburgenländische Weidegans als Genussregion ausgezeichnet ist. Die behutsame Aufzucht dient allerdings nicht nur dem angenehmen Leben der Gänse und der dadurch verbesserten Fleischqualität, sondern auch den Wiesen. Denn durch die Weideganshaltung werden wenig genutzte Flächen gepflegt und tragen so zum Landschaftserhalt des Südburgenlandes bei. 

www.weidegans.atwww.genuss-region.at

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