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People | 09.03.2018

Chaotischer Tausendsassa auf Erfolgskurs

„Die Mayerin“, Chartstürmerin aus Wimpassing, sprach mit uns ganz offen über Erfolg, ihr neues Album, Wäscheprobleme und Musik als Therapiestunde.

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"Ich kann die Psychologin und die Sängerin eh fast nicht trennen.“ Ulrike Mayer alias Die Mayerin © Roland Mayerra

Die größte Herausforderung ist, bei dir selbst zu bleiben. Das ist schwierig, weil nicht jedem taugt, was du machst – auch wenn du dein ganzes Herz reingesteckt hast. Das musst du mal aushalten können“, erzählt uns Uli Mayer alias „Die Mayerin“ in einem ganz persönlichen und offenen Interview. Früher war sie besser bekannt als Mia Koller, Frontfrau der Formation „BandWG“, sang bereits in angesagten Clubs und großen Hallen in Deutschland und Österreich, damals als Vorband von Gruppen wie Silbermond, Juli, Adel Tawil und Christina Stürmer. Zudem war sie beim Songcontest-Vorentscheid im TV zu sehen („Der auftoupierte Irokese fällt definitiv in die Kategorie Jugendsünden!“). Die 33-jährige Sängerin aus Wimpassing fühlt sich heute als „Maye­­rin“ nun selbstverwirklicht, möchte aber ihre Erfahrungen von damals nicht missen: „Wir haben damals teilweise vor 15.000 Leuten gespielt. Ich war 6 Jahre mit der ‚BandWG‘ im Business unterwegs, da weißt du ungefähr, wie der Hase rennt. Du lässt dir weniger G’schichtln reindrucken, dich weniger von den Leuten täuschen. Ich fühle mich nicht mehr als kleines Mauserl, das in ein Haifischbecken fällt.“ Doch 2011 scheinte die musikalische Karriere dann vorbei zu sein. Uli konzentrierte sich auf die Familie, lernte ihren Mann kennen, bekam zwei Kinder, baute ein Haus, machte ihren Abschluss als Psychologin und eröffnete ihre eigene Praxis in Wimpassing.

Chartstürmerin

Doch die Musik schlummerte immer in ihr. Für ihre Hochzeit am 11.6.2016 hat sie sich für ihren Mann eine besondere Überraschung überlegt: Sie schrieb eigens ein Lied für ihn, „Zwischen Himmel und Erden“. „Ich hab mir gedacht, es wird ihn nur dann so richtig berühren, wenn es in Dialekt geschrieben ist. Weil: Er ist halt ein Austropopper, gell?“, und knufft den Göttergatten liebevoll in die Seite. Die Hochzeitsgesellschaft und natürlich Bräutigam Roli waren tief berührt und bestärkten die Sängerin, sich wieder der Musik zu widmen. „Das Schreiben des Liedes ging mir eigentlich locker von der Seele und ich dachte mir, schauen wir mal, was ich noch zusammenbringe.“ Daraus entstand die „Mayerin“. Im Februar 2017 fand sich rasch ein deutscher Produzent, im Mai wurde die erste Single, „Guade Söh“, veröffentlicht und sofort von den Regionalradios angenommen. „Wir erreichten Platz 6 in den Airplay-Charts, das war schon ein tolles Gefühl, so echt und authentisch.“ Im September folgte das Lied, das sie damals für ihren Mann zur Hochzeit geschrieben hat, „Zwischen Himmel und Erden“, und das Platz 5 der Charts erreichte, als zweite Single, danach rechtzeitig zu Allerheiligen noch „So wias is“ (ein Lied für ihre verstorbenen Großeltern) und eine kleine Weihnachtstour.

 

Glücklich geerdet:
„Die Mayerin“ mit ihrem Mann Roli.

 

Das Wäscheproblem

Familienintern wurde die Entscheidung, dass Mama als Sängerin tourt, von allen mitgetragen. Und wenn die beiden Töchter Lia (5) und Finya (4) ihre Mama im Fernsehen bei diversen Auftritten sehen, wird gekreischt und gejubelt. „Die beiden singen zu Hause auch und imitieren einen Auftritt mit dem Kochlöffel als Mikro und dem Bett als Bühne. Die Kinder und mein Mann Roli helfen mir extrem, geerdet zu bleiben.“ Der Alltag sei natürlich eine Challenge. „Alleine Hausfrau zu sein, wäre schon ein 24-Stunden-Job, die Mayerin wäre auch ein 24-Stunden-Job. Aber es gibt ja auch noch andere Verpflichtungen. Der Tag ist zu kurz und die Energien gehen sich nicht aus. Bei der Mayerin bin ich nicht nur Sängerin, ich habe alle Zügel in der Hand. Es sind so viele Sachen drumherum zu tun, die andere, die nicht im Musikbusiness tätig sind, sich gar nicht vorstellen können. Da muss die Waschmaschine halt warten. Ja, wir haben ein Wäscheproblem“, lacht die 33-Jährige und fügt hinzu: „Ich bin ein chaotischer Tausendsassa, habe immer so viele verschiedene Sachen zu tun. Roli und ich leben aber zu Hause eine wirklich gute Arbeitsteilung, zumindest sind wir noch nicht im Chaos erstickt.“ Besagter Ehemann kennt die prägnantesten Eigenschaften seiner Frau und beschreibt sie so: „Zielstrebig, ehrgeizig, chaotisch, liebevoll und fürsorglich.“

 

Im Studio in Kaisersdorf mit Bandkollege Alex Sieber.


Therapieeffekt

Und von dieser Tausendsasserin gibt es ab sofort noch mehr zu hören. Am 23. Februar erschien das erste Album der „Mayerin“, „Sternschnuppn“, 13 Dialektpop-Lieder mit Tiefgang. In Insiderkreisen gilt das Album als Klangscheibe mit Therapieeffekt. „Die Songs sind alle sehr persönlich und motivieren, an sich zu glauben und sein eigenes Ding zu machen. Ich hab das Gefühl, die Leute fühlen sich durch die Texte und Melodien aufgefangen. Das ist genau mein Ding. Ich kann die Psychologin und die Sängerin eh fast nicht trennen. Das Album ist sowohl für mich als auch für die Zuhörer eine Art Therapiestunde.“

 

Redakteurin Nicole Schlaffer besuchte
„Die Mayerin“ im Studio.

 

Nächste Auftritte

5. März 2018
4. Benefizgala WIDER DIE GEWALT, Innsbruck


6. März 2018
zu Gast beim ORF Radio Tirol, 9 Uhr


6. März 2018
zu Gast bei U1 Tirol, 14 Uhr


16. März 2018
zu Gast bei Radio NJOY, 91,3 in Wien, 12 Uhr


4. Mai 2018
Liveauftritt, „Tiger – die 3. Musikshow“, Stadtsaal Feldkirchen, 20 Uhr


30. & 31. Mai 2018
Liveauftritt, „Schlager & Stars bei uns Dahaom am Attersee“, Steinbach am Attersee


1. Juni 2018
Liveauftritt, Einzelkonzert, Bauermühle Mattersburg, 20 Uhr

www.diemayerin.com

 

Hier könnt ihr eine von 3 CDs "Sternschnuppn" gewinnen!