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People | 08.02.2020

Der Weg ist das Ziel

Kareen hat nie große Ziele angestrebt, sondern das gemacht, was ihr Spaß bringt. Die größte Hürde war dabei stets sie selbst. Nun wagt sie einen Schritt nach vorn mit ihrem ersten Soloprojekt.

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Wenn das, was du dir wünschst, nicht passiert, wartet schon etwas Besseres auf dich.", Karin Maria Bauer © Barbara Amon

Ihre warme Stimme und ihr herzliches Lachen sind sowas wie ihr Markenzeichen. Die Sängerin und Songwriterin Karin Maria Bauer alias Kareen stand schon unzählige Male auf kleinen und großen Bühnen. Mit ihrem ersten Soloprojekt möchte sie nun eine neue Seite von sich zeigen. Verletzlichkeit und Frust-Aufarbeitung inklusive.

 

Du präsentierst dich zum ersten Mal solo mit deiner eigenen Musik und deinen eigenen Texten. Hast du dich neu erfunden oder einfach endlich das gewagt, was du schon immer wolltest?

Wenn man mit seiner eigenen Kunst nach außen geht, ist das immer ein sensibler Prozess. Ich denke, die Zeit ist reif und ich habe nun genug Vertrauen, um herzuzeigen, wer ich bin, was mich beschäftigt, wie ich mit Herausforderungen umgehe. Das war nicht immer so. Meine größte Hürde war immer ich selbst, ob im Studium oder danach: meist standen mir meine Unsicherheiten, meine Zweifel, meine Perfektion im Weg. Fragen wie „Bin ich gut genug?“, „Habe ich alles, was man braucht?“, „Darf ich mich zeigen, wie ich bin?“ waren ständiger Begleiter und sind es teilweise immer noch. All das steckt nun in meiner Musik und ich möchte anderen damit zeigen, dass es vielleicht nicht nur ihnen so geht.

 

Was hast du aus deinen zahlreichen Auftritten und Erfahrungen bisher mitnehmen können?

Aus jedem Auftritt nehme ich etwas anderes mit. Ob es ein Gefühl ist, eine neue Perspektive, ein bisschen mehr Professionalität – ich versuche, immer mit offenen Ohren, Augen und einem offenen Herzen auf der Bühne zu stehen. Das gelingt natürlich nicht immer zu 100 Prozent. Wenn ich mit allen Sinnen dabei bin, lerne ich am meisten. Und gleichzeitig versuche ich, mich nicht selber zu beobachten. Auch oft nicht leicht. Genießen ist ganz wichtig. Und Erfahrungen auf den größten Bühnen sind genauso speziell wie auf kleinen. Alles bekommt eine eigene Dynamik, jeder Auftritt ist auf seine eigene Art und Weise wieder neu, wenn ich es schaffe, auch jedes Mal wieder neu heranzugehen.

 

Deine Lieder sind voll von Emotionen und Leidenschaft. Welche Erfahrungen verarbeitest du darin?

In meinen Songs beschäftige ich mich, wie kann es anders sein, mit meinen ganz persönlichen Themen. Das beginnt bei Selbstakzeptanz und Selbstliebe, über Grenzen setzen, bei mir bleiben, aber auch alles spüren wollen und zulassen können. Liebe zulassen können, genauso wie jemandem vergeben, der mich verletzt hat, usw. Ich wünsche mir, dass sich meine Zuhörer*innen wiedererkennen und im besten Fall verstanden, ermutigt oder bestätigt fühlen. Und inspiriert. Und natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle in meinen Liedern. In welchem Leben tut sie das nicht (lacht). Wege treffen sich und gehen wieder auseinander, die gemeinsame Zeit bleibt im Herzen. Wichtig ist, dass sie überhaupt gewesen ist und sein durfte.

 

Die Singer-Songwriterin möchte künftig auch verstärkt als Schauspielerin Fuß fassen.

 

Wie siehst du die Branche als Künstlerin, Singer-Songwriterin bzw. Schauspielerin? Ist das Business so hart, wie es ihm nachgesagt wird?

Ich würde sagen, das Business ist sicherlich ein spezielles und ich habe es auch schon von seiner richtig harten, negativen Seite erlebt. Und umgekehrt bekommt man aber auch viel zurück. Ich liebe die Momente auf der Bühne, in denen man das Hier und Jetzt vergisst und völlig im Moment aufgeht. In denen man spürt, dass der Funke überspringt und die Emotion im Raum zum Greifen nahe ist. Nicht jeder Mensch hat das Glück, diese Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn man auf der Bühne steht.

 

Wie gehst du mit Rückschlägen um bzw. hast du Beispiele?

Da heißt es dann: durchhalten, weitermachen und daran wachsen. Ich bin sehr dankbar, dass ich an diesen Erfahrungen nicht zerbrochen bin. Es hat sehr viel Kraft gekostet, nach diesen Erlebnissen weiterzumachen, aufzustehen und zu begreifen, dass das ein Lernprozess ist. Wichtig ist, dass man alles als Entwicklung sieht. Es hat dadurch bei mir zwar etwas länger gedauert, bis ich mein Soloprojekt nun präsentieren kann, aber im Nachhinein gesehen, war jede Erfahrung, auch jede negative, wichtig für meinen Weg. Gerade in diesem Beruf muss man sich immer wieder mit Ablehnung und „Neins“ abfinden. Und nicht vergessen: Die größten Acts und Schauspieler*innen haben genauso schon mal ihre „Neins“ kassiert. Und dann „einfach“ weitergemacht. Danach muss man sich auf die Leidenschaft, den Spaß zurückorientieren. Warum tue ich das, was ich tue, so gern? Das ist natürlich nicht immer einfach. Aber mir gefällt der Satz: Wenn das, was du dir wünschst, nicht passiert, wartet schon etwas Besseres auf dich. Manchmal dauert es auch ein bisschen länger, da kann ich mich dann in Geduld üben. Eine große Aufgabe (lacht)!

 


Was ist mit deinen anderen Projekten, z. B. „Fräulein Kokett“? Laufen die weiter bzw. was hat dich genau zu dem Schritt bewogen, einen Neustart zu versuchen?

Ich war schon immer in unterschiedlichen Projekten tätig. Genau das macht mir auch so Spaß – die Vielfältigkeit. Ob es nun, wie in der vergangenen Weihnachtszeit, mit den Velvet Voices und Gospel & More war: ich fühle mich in unterschiedlichen Stilrichtungen wohl und möchte diese auch nicht missen. Fräulein Kokett ist derzeit in Babypause, es gibt seit ein paar Monaten ein Nachwuchs-Fräulein. Aber wir sind in absehbarer Zeit wieder zu buchen. Also ja, meine anderen Projekte laufen weiter. Ich freue mich auch auf neue Herausforderungen, besonders im Schauspiel, das ja im Vergleich relativ frisch in meinem Leben ist. Kareen ist gewissermaßen ein Neustart und irgendwie auch nicht. Ich trage meine Songs ja schon seit langer Zeit mit mir herum und jetzt ist einfach der Moment da, wo ich sie nach außen trage, ich endlich bereit dazu bin.

 


Ein Blick in die Zukunft: Was möchtest du im kommenden Jahr bzw. in den kommenden Jahren erreichen?

Dieses Jahr, und hoffentlich auch die nächsten, stehen wohl ganz im Zeichen von Kareen. Ich möchte viel auftreten, Menschen erreichen und berühren, ihnen Mut machen. Auch Kooperationen mit anderen Künstler*innen fände ich sehr spannend. Ich freue mich natürlich auf mein Album, das nach derzeitiger Planung im Herbst dieses Jahres erscheinen wird. Und ich möchte als Schauspielerin Fuß fassen. Bisher lag natürlich großer Fokus auf all meinen gesanglichen Projekten. Jetzt möchte ich da wirklich eine neue Tür aufmachen (Anm.: Paritätische Bühnenreifeprüfung für Schauspiel im November 2019 abgelegt) und durch diese auch komplett und mit ganzem Herzen durchgehen. Herausfordernd, ganz neu und anders – aber ich freue mich sehr darauf.

Musikalische Laufbahn

Geboren am 04. Juli 1986, wuchs Karin Maria Bauer in Neusiedl am See auf. Und obwohl ihr Lebensmittelpunkt nun Wien ist, hängt ihr Herz immer noch am Burgenland. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Ipop) und am Complete Vocal Institute in Kopenhagen, absolvierte diverse Workshops im In- und Ausland für Gesang, Schauspiel und Percussion. Zahlreiche Live-(TV-)Auftritte als Solosängerin, Backingssängerin (u. a. beim Eurovision Song Contest) und im Team mit diversen Formationen wie „Fräulein Kokett“, den „Velvet Voices“ oder „Gospel & More“ sowie viele Preise und Auszeichnungen runden ihre musikalische Laufbahn ab.

Am 24. Jänner erschien ihre erste eigene Single „More than that“ unter ihrem neuen Künstlernamen Kareen.

 

Karin Maria Bauer

alias Kareen

Neue Single seit Ende Jänner:

„More than that“

www.kareenmusic.com