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People | 07.11.2015

In die Wiege gelegt

Mit 31 Jahren ist sie derzeit die jüngste Landes­rätin im Burgenland: Astrid Eisenkopf. Der BURGEN­LÄNDERIN gab sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und präsentierte sich erfrischend locker und sympathisch.

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Landesrätin Astrid Eisenkopf in ihrem Büro. (© Emmerich Mädl)

Wie bist du zur Politik gekommen?
Das war mir fast ein bisserl in die Wiege gelegt. Meine Großmutter war lange politisch aktiv. Sie war Angestellte in der SPÖ Burgenland und sehr engagiert und hat ihr Leben der Partei gewidmet. Ich selbst habe schon früh begonnen mich politisch zu engagieren.

War es schon immer dein Ziel in die Politik zu gehen?
Als Kind wollte ich immer Zahnärztin werden, ich weiß auch nicht warum. Ich habe sogar ein Jahr Medizin studiert, aber das war dann doch nicht so meins. (lacht)

Was hast du vor deiner Bestellung zur Landesrätin gemacht?
Ich habe in Wien gewohnt, studiert und nebenbei gearbeitet. Zuerst geringfügig, später Vollzeit. Nach einem Trainee-Programm bei der Bank Austria war ich bei einem Steuerberater in Wien, später in der BGKK Eisenstadt und danach in der Finanzabteilung und im Beteiligungsmanagement des Landes beschäftigt. Es war mir ein großes Anliegen, wieder zurück ins Burgenland zu kommen. Meine Mutter sagt immer ‚ich bin eine Sumpfdotterblume‘ weil ich so gerne zuhause im Burgenland bin. (lacht)

Ich habe gelesen, dass LH Niessl dich angerufen und dir den Job angeboten hat. Läuft das so unbürokratisch?
Ja, so wie man es immer im Fernsehen sieht und meint ‚so ein Blödsinn‘. (lacht) Es gab natürlich bereits vorher Gespräche mit dem Landeshauptmann. Wir kennen uns schon länger beruflich. Aber der Anruf mit dem Angebot kam am Sonntag vor der Verkündung in den Medien. Im ersten Moment war ich sprachlos. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich zugesagt. Am gleichen Abend sind wir bis um 10 Uhr abends in seinem Büro gewesen, um alles zu besprechen und am Montag wurde es verkündet.

Wie ist es dir bei diesem Anruf ergangen?
Ich bin zunächst aufgeregt durchs Haus gelaufen, mit gefühlt 300 Puls. (lacht) Dann habe ich meinen Mann angerufen, der dachte, ich mache einen Schmäh. Aber dann hat er sich sofort gefreut und gemeint ‚das ist genau deines, das musst du machen‘. So eine Chance kannst du dir nicht entgehen lassen‘. Genauso haben auch meine Eltern reagiert und mir vollste Unterstützung zugesichert. Das war mir persönlich sehr wichtig, denn wenn die Familie nicht hinter einem steht, dann sollte man so ein Amt gar nicht erst anfangen.

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Sympathisch, offen und motiviert im Interview mit BURGEN­LÄNDERIN-Redakteurin Lydia Silberknoll. (© Emmerich Mädl)

Hat sich das Leben seit deiner Angelobung am 9. Juli sehr verändert?
Ja, es ist hektischer geworden, aber auch irrsinnig interessant. Die Arbeit und die neuen Herausforderungen bereiten mir sehr viel Spaß. Privat hat sich nicht viel verändert, außer, dass die Wochenenden und dadurch die Freizeit knapper geworden sind. Was mir ein bisschen abgeht ist die Zeit mit Freunden.

Wie sieht die Arbeitswoche einer Landesrätin aus?
Lang! (lacht) Man muss versuchen, sich wenigstens einen Abend freizuhalten, sonst brennt man in kürzester Zeit aus. Die Tage sind sehr abwechslungsreich, ich treffe viele Menschen, was ich sehr gerne mag und habe viele Pressetermine – das war und ist für mich die größte Herausforderung.

Wie gehst du jetzt damit um?
Man lernt dazu. (lacht) Es ist oft schwer eine Äußerung zu tätigen, die nicht falsch ausgelegt werden kann. Vor allem aber ist es Übung. Ich habe auch Medientrainings absolviert und ein tolles Team, das mich coacht und unterstützt.

Die Agenden sind sehr umfangreich, wie hast du dich darauf vorbereitet?
Indem man sich am Anfang in die Themen einliest und in den jeweiligen Abteilungen viele Termine erledigt, zuständige Personen kennenlernt und Infos einholt. Sehr wichtig sind dabei mein Team und meine Berater.

Was liegt dir in deinem Amt besonders am Herzen?
Der Jugendbereich aus dem ich auch komme. Dabei gefällt mir besonders, dass ich viele Gestaltungsmöglichkeiten habe.

Erzähl von deinen Projekten.
Am 8. Oktober begann das Skype-Projekt mit Jugendlichen. Eine Stunde in der Woche haben Jugendliche die Möglichkeit, sich bei mir zu melden und Fragen zu stellen, oder Anregungen und Wünsche mitzuteilen. Und im Gemeinde­bereich stellen wir demnächst das Gemeinde­paket vor, bei dem es darum geht, dass Gemeinden in verschiedensten Bereichen eine zusätzliche Hilfe­stellung erhalten.

Seit wann bist du verheiratet?
Seit über fünf Jahren. Mein Mann ist Büroleiter bei LR Verena Dunst.

Also er weiß, wie es in der Politik läuft?
Ja, das ist auch ein großer Vorteil, denn er wusste was auf mich zukommt. Einige sagen immer: ‚Er ist der ärmste Mann im Burgenland‘, weil er zwei Landesrätinnen als Chefin hat. (lacht)

Hast du politische (Frauen-)Vorbilder?
Kein Vorbild in dem Sinn. Politisch ist es wahrscheinlich meine Großmutter, auch wenn sie nie in einer politischen Position war. Ansonsten auch meine Mutter, ich habe sehr starke Frauen in der Familie.

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Die Landes­rätin vor dem Landhaus in Eisenstadt. (© Emmerich Mädl)