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People | 09.12.2015

Multitalent mit Visionen

Gemeinsam mit ihrem Mann sorgte Nora Demattio für die bunteste Fassade Eisenstadts und erregte Aufmerksamkeit. Mit der BURGENLÄNDERIN sprach die 32-jährige Künstlerin über das Art House Project, überwundene Hürden und die Begegnung mit einem Jaguar.

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© Emmerich Mädl

Vor einigen Jahren kehrte die Künstlerin und Neo-Schriftstellerin Nora Demattio Eisenstadt den Rücken. Das Ziel war Guatemala, wo sie dank ihres Kultur- und Sozialanthropologie-Studiums bereits einige Zeit verbracht hatte. Das Land, die Kultur und die Menschen faszinierten sie und dass sie dort ihren Mann Viktor Sales kennenlernte, war ein zusätzlicher Grund, dort drei Jahre ihres Lebens zu verbringen. Ein Kompromiss mit ihrem Mann war es schließlich, der die beiden zurück nach Österreich brachte, wo sie im ehemaligen Haus von Demattios Großtante Anna Turkovitsch mit dem Art House Project ein ungewöhnliches Kunstprojekt in Eisenstadt starteten. Im großen BURGENLÄNDERIN-Interview erzählt sie von schwierigen Phasen, Guatemala, Abenteuern und dem Neustart in der alten Heimat.

Du bist Schriftstellerin und Künstlerin, erzähl uns wie alles begann …
Mein Interesse an Kunst begann schon in der Kindheit. Die berufliche Umsetzung in Bezug auf die Selbstständigkeit begann 2012, kurz nachdem mein Mann und ich nach Österreich zurückgekommen sind. Wir haben uns an einem grauen Nachmittag unterhalten und fest­gestellt, dass wir frische Energie und Farbe benötigen, einfach etwas Lebendigeres. Wir wollten die Fassade gestalten und mit Künstlern zusammenarbeiten. Daraufhin bin ich auf Künstler in Eisenstadt zugegangen. Und das war die Geburt des Art House Projects. Die Eröffnung war am 21.12.2013 um 15 Uhr.

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Demattio im Interview mit BURGENLÄNDERIN-Redakteurin Lydia Silberknoll. © Emmerich Mädl

Was genau ist das Art House Project?
Wir sind keine Galerie, wir sind kein Museum, wir sind eine Plattform für Kunst und Künstler mit Fokus auf Förderung von Jungkünstlern und die Unterstützung der urbanen und regionalen Entwicklung. Erkennbar ist das Art House Project durch seine Außenfassade. Mit den Events der vergangenen zwei Jahre kamen ständig Beiträge auf dieser hinzu. Das war auch wichtig, denn man musste die Leute schrittweise an Neues gewöhnen. (lacht) So konnte es wachsen und wird daher auch gut angenommen.

Gab es seit der Gründung auch schwierige Phasen?
Man muss sich bewusst sein, dass es immer wieder Hürden geben wird. Im Sommer dieses Jahres war es für mich aber besonders schwierig. Ich hatte besondere Vorstellungen bezüglich des Abschlussevents und der Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeiten wollte. Ich habe mich mit der Zeit kraftlos gefühlt, da nichts zu funktionieren schien. Dies hat sich aber dann so wunderbar umgekehrt, dass wir es im Endeffekt noch viel besser umsetzen konnten als geplant.

Wie finanziert sich das Projekt?
Zu Beginn habe ich es durch mein Kunsthandwerk bei Blattwerk finanziert. Dann habe ich begonnen Privatsponsoren zu suchen, was kleinweise funktioniert hat. Außerdem haben wir eine Förderung der Stadt Eisenstadt erhalten, was mich sehr gefreut hat und eine gewisse Bestätigung für das Projekt gibt. Ein wichtiger Schritt für uns ist nun die Gründung eines Vereins, um uns klar positionieren zu können und um weitere Förderungen zu erhalten.

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„Taschenbücher für den Catwalk“: Demattio fertigt aus alten Buchcovers coole Taschen. © Emmerich Mädl

2013 hast du auch das Kunstatelier Blattwerk2013 gegründet.
Ich mache Recyclingkunst aus Papier und Büchern. Angefangen habe ich mit Ordnungssystemen wie Visitkartenhaltern. Danach kamen Schmuck und Büchertaschen dazu, bei denen ich vor allem mit Covers aus den Jahren zwischen 1900 und 1970 arbeite, welche die Außenseiten der Taschen bilden. Im Rahmen dieser Tätigkeit als Kunsthandwerkerin, bei der ich viel Zeit alleine verbrachte, entstand der Wunsch mit mehreren Künstlern zusammenzuarbeiten und das galt auch für die Umsetzung des Art House Projects.

Erzäh etwas über dein Buch.
Das Buch, an dem ich arbeite, basiert teilweise auf meinem Leben und ist fantasievoll angehaucht. Es heißt „Das Palmenmädchen“ und hat ein bisschen etwas von einem Kinderbuch, ist aber auch ein wenig philosophisch. Das kommt auch daher, weil meine Lieblingsbücher „Alice im Wunderland“ und „Der kleine Prinz“ sind. (lacht)

Wann kommt „Das Palmenmädchen“ heraus?
Definitiv wird das Buch im nächsten Jahr im Rahmen des Art House Projects präsentiert. Ich freue mich auch sehr, dass meine Mutter es illustrieren wird.

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Für das perfekte Styling sorgte Judith Haunold von der „Schneiderei“ Blümel Egon aus Leithaprodersdorf. © Emmerich Mädl

Lest die ganze Geschichte in der Dezember-Ausgabe der BURGENLÄNDERIN!

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