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Beauty | 04.10.2020

Natur pur mit Effekt

Worauf kommt es bei Deodorant an? 72 Stunden Schweißfreiheit? Keine Flecken auf der Kleidung? Für das Team von Feygenblatt liegt die Antwort fern von Marketing-Gags: in der Natürlichkeit.

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Petra Wenzl und Philipp Knöbl © Thomas Luef

Ein richtig gutes Deodorant hält uns langanhaltend frisch und lässt unsere Achseln wunderbar nach Blumen duften – so die allgemeine Wunschvorstellung. Denn wenig ist unangenehmer, als mit an den Körper gepressten Armen im Meeting zu sitzen, weil man spürt, wie sich Schweißflecken auf der Bluse bilden, oder man fürchtet, ein bisschen zu riechen. Dafür greifen wir nur zu gerne auf hochgepriesene Industrie-Deos zurück, die uns teilweise sogar bis zu 96 Stunden Schutz versprechen. „Man muss sich mal überlegen, was in diesen Rezepturen drinnen ist, damit man 96 Stunden lang nicht schwitzt“, sagt Philipp Knöbl, Co-Gründer der jungen Grazer Naturkosmetikmarke Feygenblatt. Herkömmliche Deos verstopfen unsere Schweißdrüsen mit Aluminiumsalzen – nicht unbedingt die gesündeste Art, für Achselfrische zu sorgen.

 

Petra Wenzl und Philipp Knöbl © Thomas Luef

 


Wie Ideen entstehen

Feygenblatt hat sich darangemacht, unsere Schwitzthematik nachhaltig zu lösen. Geboren wurde die Idee kurz nachdem Philipp, der Inhaber eines Kräuter-Onlineshops, sich einer Operation unterziehen musste. Er hatte einen golfballgroßen Knoten unter seiner Achsel festgestellt, der unter Vollnarkose herausgenommen werden musste – seine Poren hatten sich verstopft und entzündet. Kein schöner Vorfall. „Ich habe nach der OP die Ärzte gefragt, wieso ich das hatte. Sie meinten: ‚Achten Sie auf die Inhaltsstoffe in Ihrem Deo.‘ Ich habe immer nur Standarddeos verwendet.“ Philipp beschäftigte sich näher mit dem Thema und rührte bald seine eigenen Deocremen zusammen. Seine heutige Geschäftspartnerin Petra Wenzl verfeinerte mit ihrer Expertise in der Naturkosmetik die Rezeptur. Nachdem die Begeisterung im Familienkreis zunehmend stieg, war auch bald klar, dass sie gemeinsam eine Marke ausreifen wollten. Petra hatte noch die Idee, Aromatherapie einfließen zu lassen. „Durch die Aromaöle erhalten wir nicht nur einen tollen Duft, sondern auch spezielle Wirkungsweisen auf Körper und Geist.“ Mit den Düften war auch die Produktlinie der Geschmacksrichtungen Fresh, Fruchtig, Herb und Mild geboren. Ein willkommenes Feedback der Kunden ist, dass die Deos im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Produkten dadurch sehr natürlich riechen.

Der große Unterschied

Die Wirkkraft von Industriedeos ist meist auf Nanopartikel oder Aluminiumsalze zurückzuführen, beide verstopfen nachweislich die Poren. Weil Schwitzen aber ein natürlicher Prozess unseres Körpers ist, kann das nicht unbedingt sinnvoll sein. Gerade bei Frauen ist diese Thematik noch sensibler zu behandeln: Aluminiumsalze sind auch brustkrebsfördernd. „Wir nutzen einen innovativen naturkosmetikzertifizierten Inhaltsstoff, Decalact Deo. Anstatt zu verstopfen, desinfiziert er die Achseln schonend und verhindert so geruchsbildende Bakterien.“ Studien konnten nachweisen, dass Decalat Deo 24 Stunden lang hält und natürlich schützt.

 

Die Produkte © Thomas Luef
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Das Deodorant der Geschmacksrichtung HERB duftet nach Wacholder und Zypresse.

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Die Gesichtscreme „Rosige Zeiten“ mit Mandel-, Jojoba- und Wildrosenöl

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Der Duschschaum als Special Edition mit Künstler Tom Lohner

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Das Körperöl wird am besten direkt nach dem  Duschen aufgetragen und einmassiert.

Nachhaltig lokal

Mit den ätherischen Ölen kommt auch sonst nur Natur in die Deos. Alle Produkte werden selbst in Graz entwickelt und produziert. „Wir machen auch tatsächlich alles händisch, sogar das Befüllen und Etikettieren.“ Die Deodorants sind traditionell cremig: „Wir wollen wirklich auf die Urform von Deos zurück, auch weil wir die Inhaltsstoffe verwenden, die es damals schon gegeben hat. Das ist in unseren Augen noch einmal viel natürlicher.“ Statt der ursprünglichen Tiegel werden die Cremen allerdings in Airless Dispenser verpackt. So bleibt alles schön hygienisch und das Deo kann besser portioniert werden. Eine erbsengroße Menge genügt schon für die erwünschte Frische.

So gut die Produkte dem Körper tun, wer von herkömmlichen Kosmetika auf Naturkosmetik umsteigt, muss ihm seine Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Wie bei einem Detox dauert es vielleicht eine Weile, bis alle Giftstoffe aus der Haut sind und die natürlichen Produkte ihre volle Wirkung entfalten können.


 Ein Deo für alle

Zur Produktpalette von Feygenblatt gehören mittlerweile nicht mehr nur Deos. Es gibt Duschschaum und After-­Shower-Körperöle in denselben vier Geschmacksrichtungen, dazu eine Gesichtscreme, eine Handcreme, eine Fußcreme und einen Körperbalsam. Wer durch den Onlineshop stöbert und nach Frauen- beziehungsweise Männerartikeln sucht, wird jedoch nicht fündig werden. Philipp erzählt, warum: „Wir orientieren uns eher am Sportbereich, deswegen haben wir auch eine Sport- und eine Allday-Edition und sind Unisex. Dass viele Marken eine Männer- und eine Frauenlinie führen, ist eher ein Marketing-Thema.“ Bei Feygenblatt jedenfalls soll das Geschlecht keine Rolle spielen – wer den Geruch mag, wird die Produkte für sich entdecken. Selbst im Logo stecken Männchen und Weibchen, ein Symbol für beide Geschlechter. Ein weiterer Punkt, wie Feygenblatt Natürlichkeit und Einfachheit verkörpert. „Wir sehen zwischen männlichen und weiblichen Poren eigentlich keinen Unterschied. Für uns sind Menschen Menschen.“

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Das Feygenblatt-Duo Philipp Knöbl und Petra Wenzl bleiben mit ihrem Deo immer frisch. © Thomas Luef