Starke Schutzhülle

Eine intakte Barriere ist essentiell für unsere Hautgesundheit. Doch was tun, wenn sie gestört ist?

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Temperaturschwankungen, Reibung, verunreinigte Luft: Unsere Haut ist im Alltag zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, gegen deren Auswirkungen sie sich verteidigen muss. Umso wichtiger ist eine stabile Barriere, die unseren Körper vor Feuchtigkeitsverlust, UV-Licht und Erregern schützt. Ist sie einmal gestört, kann sie ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen und wird zum Nährboden für Infektionen, Irritationen und Pusteln. Nicht ohne Grund ist die Hautbarriere derzeit in aller Beauty-Influencer:innen Munde – doch wie genau ist sie eigentlich aufgebaut?

Dicht halten

Dafür müssen wir uns die oberste Hautschicht genauer ansehen, auch „Stratum corneum“ genannt. Ihren Aufbau kann man sich wie eine Ziegelsteinmauer vorstellen, wobei die Hornzellen die Ziegel sind. Zusammengehalten werden sie von hauteigenen Lipiden wie Ceramiden und Cholesterin – sie bilden quasi den Mörtel, der die Hautbarriere abdichtet und äußere Schad- und Reizstoffe fernhält. In diesem Zusammenhang hört man auch oft vom Mikrobiom oder auch der Hautflora: Der Begriff steht für die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die auf unserer Haut vorkommen – also Bakterien, Pilze und Viren –, die unsere Haut ebenfalls vor schädlicher Keimbesiedelung schützen und ihren pH-Wert stabilisieren. Das Mikrobiom wiederum ist Teil des Säureschutzmantels, der aus Wasser und Fetten beziehungsweise Fettsäuren besteht und, wie der Name schon sagt, ebenfalls eine wichtige Schutzfunktion hat. Die Hautbarriere ist sozusagen der Verbund aus Säureschutzmantel, äußerer Hautschicht, Lipiden und Mikrobiom.

Störfaktoren

So ausgeklügelt dieser Verbund auch ist, so leicht kann er aus dem Gleichgewicht geraten. Häufige Reinigung, heiße Duschen und falsche Pflegeprodukte können die Barriere von außen schädigen, aber auch Diabetes, Stress oder der natürliche Alterungsprozess machen sie generell durchlässiger. Ist sie einmal irritiert, benötigt sie vor allem eins: eine Auszeit von aggressiven Produkten und eine milde, aber intensive Aufbaupflege. Mehr als Basics – bestehend aus einer milden Reinigung, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz – braucht eine geschädigte Barriere nicht. Wer möchte, kann seine Haut mit Ceramiden, Niacinamiden, Peptiden oder essentiellen Fettsäuren unterstützen: Sie stärken den Schutzmantel und dürfen gerne täglich verwendet werden, ebenso wie Panthenol, Ectoin oder Glycerin.

Abwarten

Vor allem aber braucht es aber Geduld: Bis eine gestörte Hautbarriere wiederhergestellt ist, dauert es ungefähr vier Wochen, in besonders hartnäckigen Fällen sogar acht bis zwölf. Auf Peelings jeglicher Art sowie auf Retinol, aggressive Behandlungen oder Reinigungsmittel gilt es in dieser Zeit strikt zu verzichten. Sobald sich die Haut erholt hat, kann man aktive Wirkstoffe wieder langsam (!) in die Pflegeroutine einbauen – zunächst in geringen Dosen (oder mit einer Feuchtigkeitscreme gebuffert) und nur alle paar Tage, um die eigene Verträglichkeit nicht auszureizen.

Was kann ich tun, um einer gestörten Hautbarriere vorzubeugen?
  • Sanftes Reinigungsmittel verwenden, Haut mit sauberem Handtuch trocken tupfen statt reiben
  • Gesicht nur mit lauwarmem Wasser waschen
  • Aktive Wirkstoffe (zum Beispiel Retinol, AHA, BHA) nur alle paar Tage nutzen und fallweise mit Feuchtigkeitspflege mischen
  • Täglich Sonnenschutz tragen
erkenne ich eine gestörte Hautbarriere?
  • Entzündungen und Ekzeme
  • Starkes Spannungsgefühl
  • Juckreiz
  • Fahler Teint ohne „Glow“
  • Pickel und Pusteln (im Gegensatz zu Akne ohne eingeschlossenen Talg) Rötungen

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