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Events | 15.08.2018

Lasst die Saiten vibrieren!

Internationales Spektakel im Südburgenland: Sabine James zelebriert mit experimentierfreudigen Harfenisten das erste „Outlyre Harpist Festival“ mit Konzerten, Jamsessions und Workshops.

Fotos: Erwin Muik, Martin Koller, Outlyre Harp Fest

Wo könnten sich vier außergewöhnliche Harfenisten treffen, die schon durch ihre pure Erscheinung die staunenden Blicke auf sich ziehen? Wo könnte ein solches Quartett ein internationales Festival für Gleichgesinnte und Neugierige auf die Beine stellen? Klarer Fall: in Güssing. Das ist natürlich alles andere als selbstverständlich und in Wahrheit eine Sensation, die die gebürtige Südburgenländerin Sabine James in ihre Heimat bringt. Die Künstlerin, deren Facettenreichtum heute von Jonglieren mit Kristallkugeln, Feuer und Led-Lichtern über Zaubern bis hin zum Harfenspiel reicht, lebt heute in Paris. Genauer gesagt: in einem Vorort der Metropole – und zwar an der Seine, mit Ehemann, zwei Kindern und Haustieren in einem großen Hausboot. Allerdings kehrt sie Jahr für Jahr treu in die Heimat zurück: als künstlerische Leiterin und Regisseurin der Burgspiele Güssing. Heuer erweitert Sabine James ihren bzw. den Kultursommer im Landessüden: mit dem sogenannten „Outlyre Harpist Festival“, einem internationalen Harfen-Festival, von 23. bis 26. August in Güssing. Auf dem Programm stehen Workshops, Meisterklassen, Konzerte und Jamsessions.

Neue Perspektive. Ihren Anfang nahm diese ungewöhnliche Musikgeschichte vor Jahren an einem Wendepunkt in Sabine James’ Leben. Obwohl sie mit ihrer spektakulären Jonglierkunst die Bühnen der Welt rockte, es fehlte ihr etwas. Diese zunächst undefinierbare Lücke schloss sie mit Musik, „ich begann Harfe zu spielen“, erzählt sie. Sie spielte klassische und keltische Musik, für die die Harfe vorrangig bekannt ist; ihren großen Aha-Effekt erlebte sie aber, als sie ihren heutigen Duo-Partner bei „Crazy Chicken“ kennenlernte: den Slowaken Jakub Rizman, einen „abartig andersartigen Harfenisten, der mich zu Pop, Lady Gaga und Co. führte“, beschreibt sie.
Soziale Medien nützt Sabine James schon lange, um sich mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt zu vernetzen. Via Facebook kam sie auch mit jenen drei „unkonventionellen“ Harfenisten zusammen, die nun beim Festival ihre Gäste sein werden. „Was uns neben dem außergewöhnlichen Harfenspiel verbindet: Wir alle kommen aus dem Showbereich“, sagt Sabine James.

Die Gäste. Die weiteste Reise nimmt Calvin Arsenia Scott auf sich, er kommt aus Kansas, USA. „Calvin ist Harfenspieler, Komponist, Poet, Vocal Coach – und hat selbst eine grandiose Stimme“, schwärmt die Güssinger Kollegin. Der Künstler spielt außerdem für den modernen US-Kabarett-Zirkus „Quixotic“. Die Französin Séverine Vidal ist auch Harfenlehrerin, Straßenkünstlerin, Tänzerin, schreibt und inszeniert mit jungen Leuten Musiktheater – und jongliert wie Sabine James auch mit Feuer. Ivan Solas kommt aus Weißrussland und ist an Vielfalt kaum zu übertreffen. Der Mann ist Harfenist, Panflötenspieler, Komponist, DJ, Puppenspieler, macht Animationsfilme – zudem ist er Krankenbetreuer; er kommt mit Bühnenpartnerin Halina Savelyeva. Ihm begegnet Sabine James in der analogen Welt auch zum ersten Mal. „Das war unser Ursprungsgedanke: Wo können wir uns vier persönlich treffen? Der zweite war sofort: Dann machen wir doch gleich ein Harfenfestival“, lacht die Initiatorin.

Das Programm. Die aktive Teilnahme bei Workshops und Kursen ist für Harfenisten gedacht, die zumindest die Basis beherrschen, soll es doch vorrangig um Experimente mit dem Instrument gehen. Unterrichtet und erarbeitet werden außerdem Bühnenpräsenz, Jonglieren und elektronische Möglichkeiten mit der Harfe. Der öffentliche Teil, also für Musikfans jeden Alters, verspricht mit einer Reihe von Konzerten in Güssing, Glasing und beim „Augustinerfest“ in Fürstenfeld (Programmdetails: www.outlyreharpfest.com) eine Mischung aus Pop, Jazz, Swing, Blues, Folk und Filmmusik – all das in Kostümen, gespickt mit Showelementen und selbstverständlich an den Harfen zum Klingen gebracht.
Und die Burgspiele Güssing? Für ihr junges Ensemble adaptierte die Intendantin Sabine James Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ – nahe am Original, „mit coolen Texten und mitreißenden Gassenhauern“ (Sabine James). Für und von Erwachsenen dargebracht werden heuer „Die lustigen Weiber von Windsor“, die die Regisseurin ebenfalls an ihr Team angepasst hat. „Das ist eine meiner Stärken: ich kann maßschneidern. Je nach Talenten bekommen unsere Ensemblemitglieder einen Rap oder eine Opern­arie“, erklärt Sabine James. Und wie sie komponiert? Selbstverständlich an der heißgeliebten Harfe.

www.outlyreharpfest.com
www.burgspiele.eu