Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 11.01.2019

Gin Bumm

Mit Aeijst-Gin und dem Hanfdrink B2 lassen Wolfgang Thomann und Armin Breinl es ordentlich krachen. Gemeinsam haben sie ein neues Trendgetränk ertüftelt. Dabei war das anfangs nicht so geplant.

Wolfgang Thomann kam zum Gin wie die Jungfrau zum Kind. Der Schnapsbrenner aus Lang solle doch mal was Cooles machen, bestimmten seine Kinder, als sie ins Fortgeh-Alter gekommen waren. Gin zum Beispiel. Der Gynäkologe Armin Breinl antwortete auf die Idee eines Kollegen, etwas Gesundes mit Hanf zu produzieren, mit: „Mit Drogen will ich nichts zu tun haben!“ Doch wie es so oft im Leben ist: Hat etwas Bestand, ging dem selten Liebe auf den ersten Blick voraus.

Hanftropfen. Eine Patientin machte Breinl auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Hanf aufmerksam, und als er selbst mit Hanftropfen experimentierte, erkannte er: das hat Potenzial. Jeder Mensch produziert Cannabinoide selbst, wo das nicht so gut klappt, entsteht eine Dysbilanz. Hanf wird mittlerweile bei chronischen Erkrankungen eingesetzt, etwa bei Multipler Sklerose, selbst konnte der Gynäkologe seine Knieprobleme damit in den Griff bekommen. Warum also kein Getränk machen? Bei seinem 2B Hemp arbeitet er mit Hanfpulver, aus dem das berauschende Mittel THC extrahiert wurde. Breinls Überlegung: Er will einen natürlichen Energydrink produzieren und damit einen Gegentrend zu den zuckerhaltigen, aber imagemäßig coolen Getränken schaffen, auf die junge Menschen gemeinhin stehen. Als Arzt war und ist er entsetzt über die Auswirkungen des hohen Zuckerkonsums und seiner Folgen, vermisst aber Alternativen. Sein 2B Hemp beinhaltet echtes Hanfpulver und hat einen hohen Fruchtanteil.

 

Wacholderbeere, bio. Cool sollte auch das neue Produkt von Wolfgang Thomann werden. Seine Kinder fanden die Fruchtbrände des Vaters nur mäßig spannend. Wolfgang Thomann, der sich vor 25 Jahren einen Bauernhof mit Schnapsbrennkessel gekauft und dort für den Eigengebrauch gebrannt hat, war schnell begeistert. Noch bevor es das Produkt gab, schuf man die Marke. Der Name ist so einfach wie originell: Aeijst, Äste, wie der Steirer in der Mundart sagt, dort wächst immerhin die Grundzutat von Gin, die Wacholderbeere, das Design ist klar, ohne jeglichen Schnickschnack. Laut EU-Norm muss beim Gin genau diese Frucht im Geschmack erkennbar sein, die weiteren Zutaten fallen in die Kategorie „Geheimrezept“. Oft verwendet werden Koriander, Kardamom, Ingwer oder wildwachsende Kräuter aus den jeweiligen Regionen. Der steirische Aeijst wird mit stets denselben Zutaten destilliert, und das in Bioqualität. Das Produkt schlug ein, 2014 startete man, die erste öffentliche Verkostung fand im Juni statt, Mitte Oktober ging der Verkauf los. Für Produkt und Design hat Thomann schon einige Preise gewonnen, jedes Jahr steigt die Produktionsmenge um bis zu 40 Prozent. Seinen Gin hat er bereits nach Australien und Taiwan exportiert. Das Ansetzen ist bei den Thomanns ein Familienfest, gemeinsam werden die Biozitronen und -orangen geschabt. Für Gin-begeisterte Menschen bietet Wolfgang Thomann Gin-Workshops an, wo die Teilnehmer aus den 30 „Botanicals“, also möglichen Zutaten, ihren eigenen Schnaps brennen können. Doch was, wenn der Gin-Trend abebbt? Thomann: „Dafür haben wir schon einen Plan B. Wir starten im Frühjahr mit der Whiskyproduktion, gemeinsam mit dem Bierbrauer Michael Löscher.“

 

Trendgetränk. Der Trendgedanke spielt für beide eine große Rolle, Breinl kontaktierte also Thomann und schlug vor, gemeinsame Sache zu machen. Sein Energydrink sollte eine wohlschmeckende Symbiose mit dem Gin eingehen. Die Chemie stimmte auch bei den Männern, monatelang wurde der perfekte Geschmack zwischen Gin und dem Hanfpulver gesucht, bis man letztlich das Rezept für das neue Trendgetränk 2B Hemp Gin gefunden hatte. In einer Flasche sind drei Dosen seines Energydrinks 2B Hemp hineinverarbeitet. Die erste Produktion mit 550 Flaschen ist fast ausverkauft. A propos Trend: In puncto Marketing-Ideen steht Breinl Thomann um nichts nach. Künftig wird er 420-Hanfpartys veranstalten, um seinen Drink unter junge Menschen zu bringen. Der Hintergrund: Die Zahl 420 wird weltweit mit Cannabis in Verbindung gebracht, besonders in Studentenkreisen zündet man sich kollektiv um 4.20 Uhr an einem vereinbarten Ort einen Joint an. Breinl will solche Partys organisieren, allerdings drogenfrei, und dort seinen Hanfdrink verteilen. Um der Linie treu zu bleiben, kostet eine Dose 4,20. Erhältlich ist sie seit Kurzem auch in Trafiken, das Motto: „Rauch ma a Doserl“.