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Lifestyle | 01.10.2020

Zu Hause im … Kolonialstil

Der Kolonialstil verbindet Altbewährtes mit Außergewöhnlichem. Dunkle Holzmöbel, Leder-Interieur und Naturmaterialien machen diesen einzig­artigen Wohnstil aus.

Wie die meisten Stilrichtungen ist auch der Kolonialstil keine klar definierte Form mit strikt gesetzten Grenzen und harten Regeln. Auch hat er seinen Namen erst im Nachhinein bekommen. Zu seiner Entstehungszeit, der Hochzeit europäischer kolonialistischer Bemühungen des 17. bis frühen 19.Jahrhunderts, war er simpel und einfach der damals angesagte Trend, der erst danach in seiner heutigen Form und Struktur wahrgenommen und dadurch auch benannt wurde. Heute bezeichnet man mit dem Begriff „Kolonialstil“ zwar meistens die Bauten des nordamerikanischen Kontinents, die unter der damaligen Kolonialherrschaft der Briten entstanden, grundlegend prägend ist aber die Vermischung von klassischer europäischer Architektur mit Gestaltungselementen der Kolonieländer.

Michelangelo. Die architektonischen Merkmale des Kolonialstils gehen vielerorts weit in der menschlichen Geschichte zurück. Gerade die kolonialhistorischen Bauten Nordamerikas beziehen sich auf klar klassizistische Elemente. So sind hier antike bauliche Strukturen, wie etwa ein säulengestützter Vorbau, Portikus genannt, oder auch eine Attika, mit der die Dachfläche abgeschirmt wird, typisch.

George. Materialtechnisch gibt es im Kolonialstil einen eindeutigen Hauptdarsteller – Holz. Speziell dunkle Edelhölzer wie Teak und Mahagoni sind hier wahre Klassiker. Im Möbelbau bewähren sich tropische Harthölzer wie das indische Rosenholz Shesham, südamerikanisches Palisanderholz oder Akazienholz aus Afrika. Deren ungewöhnlichen Farbtöne, die sich von europäischen Hölzern stark abheben, schaffen eine exotische und teilweise eklektisch wirkende Atmosphäre. Insgesamt sind Naturstoffe ein klares Markenzeichen des Kolonialstils. Textilien aus asiatischer Seide oder Bambus, Kokosfasern aus Indonesien oder Teppiche aus lateinamerikanischem Sisal runden das Bild mit ihrem exotischen Flair perfekt ab.

Impressionen

Ariadne

Der hohe Grad an Eklektizismus findet sich auch in der Farb- und Musterwahl wieder. Typisch britisches Paisley reiht sich an nord­afrikanische Ornamente und filigrane Blumenmuster aus Asien. Aus der Kombination von traditionellen Mustern und Strukturen ferner Länder mit althergebrachten, klassischen Schemen Europas entsteht so ein mosaikartiges Bild, das zwar vertraut, gleichzeitig aber auch aufregend fremd wirkt. Um aber dem potenziellen Überborden solch wilder Mischungen entgegenzuwirken, empfiehlt sich hier ein (manchmal wortwörtlicher) roter Faden. Ein spezieller Farbton beispielsweise dient als verbindendes Element und hilft, aus den einzelnen Mosaiksteinchen ein großes Ganzes zu erschaffen.


Alexander

Mit dekorativen Elementen ist im Kolonialstil sehr vorsichtig umzugehen. Das bereits sehr bunte und facettenreiche Mosaik kann durch zu viele Dekoobjekte sehr schnell ein überladenes und unruhiges Bild abgeben. Einzelne, bewusst gesetzte Highlights sind hier der richtige Weg. Passen diese auch thematisch in das Gesamtkonzept, können sie dieses sogar noch zusätzlich erweitern. Exotische Tropenpflanzen, wie etwa Strelitzien oder Orchideen, sind klare Blickfänger und unterstreichen mit ihrer exotischen Herkunft den kosmopolitischen Globetrotter-Charme.