Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 17.11.2016

Kampf dem Krebs

500 von 1.500 Patientinnen könnten gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird. Die Informationen rund um die Vorsorgeuntersuchungen sollten daher nicht nur im Brustkrebsmonat-Oktober in den Köpfen der Frauen präsent sein.

Vorsorge“ klingt irrsinnig fad und altmodisch. Und nach etwas, mit dem man sich eigentlich nicht so richtig beschäftigen möchte. Doch jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Heilungschancen bei Brustkrebs stehen gut und betragen nach zehn Jahren fast 90 % – aber nur, wenn man ihn früh genug erkennt. In unserer letzten Ausgabe haben wir uns ausführlich den ergreifenden Geschichten und Lebensläufen von betroffenen Brustkrebspatientinnen gewidmet. Dieses Mal möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen, Fakten rund um das Thema Vorsorge mit auf den Weg geben.

 

Schon ab 38 kann frau etwas tun!

Seit Jänner 2014 werden in Österreich im Rahmen des Brustkrebs-Früher-kennungsprogramms alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren in zweijährigen Intervallen zur Vorsorge-Mammografie eingeladen. Doch auch jüngere Frauen können etwas tun: Bereits ab dem 38. Lebensjahr kann man sich zum Vorsorgeprogramm anmelden und ab dem 40. Geburtstag kann dann alle zwei Jahre die Vorsorge-Mammografie in Anspruch genommen werden. Für den Termin ist lediglich die e-card notwendig. „In speziellen Fällen ist es aber sinnvoll, jährliche Vorsorge-Unter-suchungen durchzuführen. Etwa bei sehr dichtem Brustgewebe, bei familiärer Belastung oder wenn die Patientin sehr beunruhigt ist. Hier wäre es notwendig, wenn auch ein Haus- oder Frauenarzt zur Vorsorge-Mammo-grafie jährlich zuweisen könnte. Dies ist derzeit nicht möglich“, weiß Radiologe Friedrich Karner aus Neusiedl.

 

Zusätzlicher Ultraschall.

Bei der Mammografie selbst handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung. Dabei wird eine Brust nach der anderen zwischen zwei Kunststoffplatten zusammengedrückt und mittels Röntgenstrahlen ein Bild erstellt. Sollte bei der Mammografie etwas Auffälliges entdeckt werden oder das Brustgewebe sehr dicht sein, kann bei medizinischer Notwendigkeit zusätzlich eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) gemacht werden. Dies entscheidet der Radiologe. „In Fällen von sehr dichtem Brustdrüsengewebe oder mammografisch schwer erfassbar gelegener Tumore kann es vorkommen, dass der Ultraschall Karzinome findet, die mammografisch nicht erkennbar sind. Die Dichte des Brustgewebes und damit die Aussagekraft der Mammografie ist in der Regel altersabhängig“, erklärt Sabine Pankl, die ihre Ordination in Bruckneudorf hat. Je jünger die Frau, umso dichter im Regelfall das Drüsengewebe. „Generell führen wir aber bei allen Vorsorge-Mammografie-Patientinnen auch einen ergänzenden Ultraschall der Brust und der axillären Lymphknoten durch“, versichert Pankl.

 

Viele Neuerkrankungen im Burgenland.

Mit etwa 5.000 Neuerkrankungen pro Jahr und einem Anteil von 30 % an den gesamten Krebserkrankungen ist Brustkrebs die häufigste Krebs-erkrankung bei österreichischen Frauen. Die höchsten Neuerkrankungsraten weisen die Bundesländer Burgenland und Kärnten auf. „Da bei Brustkrebs eine primäre Prävention kaum möglich ist, kommt hinsichtlich der Reduktion der Brustkrebssterblichkeit der Früherkennung eine besondere Bedeutung zu“, so Pankl. Zu den Bedenken einiger Patientinnen wegen der Strahlenbelastung bei der Mammo-grafie sagt die Expertin: „Diese ist bei den flächendeckend eingesetzten digitalen Geräten vernachlässigbar.“

 

Bewegung hilft präventiv!

Im Brustgesundheitszentrum Pannonia Süd in Güssing – das Partner des AKH ist – zeichnet Oberärztin Irmgard Luisser für die Patientinnen verantwortlich: „Wir haben derzeit rund 80 Patientinnen pro Jahr. Drei Breast Care Nurses gehen speziell auf die Bedürfnisse von an Brustkrebs erkrankten Frauen ein.“ Obwohl sich die Heilungschancen laut Luisser im letzten Jahrzehnt bereits deutlich verbessert haben, könnten viele Patientinnen auch selbst vorsorgen. Bewegung ist nicht nur nach einer Krebsbehandlung das A und O, sondern kann auch präventiv wirken. „Drei Mal pro Woche eine halbe Stunde Kraft- oder Ausdauertraining hilft wie ein Medikament.“ Abschließend bringt Luisser auch noch einen Wunsch zum Ausdruck: „Ich wünsche mir, dass die Patientinnen der Schulmedizin vertrauen. Wir verlieren leider immer noch Frauen an Wunderheiler.“ Dass Bewegung auch für andere Bereiche der Gesundheit förderlich ist, bezweifelt wohl heutzutage niemand mehr. Dennoch ersetzt sie eine Vorsorge-Untersuchung nicht. Radiologe Friedrich Karner macht deshalb bewusst: „Somit darf ich an dieser Stelle alle Frauen aufrufen, im Sinne ihrer eigenen Gesundheit die Vorsorge-Untersuchungen durchführen zu lassen.“

 Infos zum Brustkrebsfrüherkennungsprogramm:

www.frueh-erkennen.at

Infos von Radiologen