Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 16.03.2017

Fragen Sie Elia, nicht Adam!

Sie denken – wie angeblich so viele andere – nicht ständig an Sex, kommen nicht auf Befehl und müssen sich ärgern, wenn Sie hören, zwei Mal die Woche Sex sei trotz Job, Kinder und Haushalt doch bitte recht einfach möglich?

Wir von der BURGENLÄNDERIN kennen die Fakten! Ab sofort wird die Sexualmedizinerin Elia Bragagna an dieser Stelle erklären, welche (falschen) Klischees beim Thema Sexualität sich durch den Alltag ziehen und wie Sie es schaffen, Ihren (sexuellen) Blick auf sich selbst und Ihre Bedürfnisse zu richten. Bebildert wird die Kolumne von „La Razzia“ Doris Schamp, Cartoonistin und Künstlerin in Österreich und Los Angeles. Wir freuen uns, diese beiden großartigen Frauen für diese Kolumne gewonnen zu haben. Starten wir damit, die gängigsten Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Beginnen wir bei Adam und Eva.

Schon Adam und Eva hatten es schwer …

Unsere Gesellschaften wurden über Jahrtausende von Männern geprägt. Kein Wunder also, dass viele „Fakten“ über Sex die männliche Sichtweise repräsentieren. Dabei trennen Adam und Eva Welten. Das beginnt schon einmal damit, wie die  beiden Geschlechter aufeinander reagieren: Männer finden nackte Frauenkörper erotisch, Frauen ist wichtiger, was der Mann sagt, wie er schaut, was er macht. Auch das mit den erogenen Zonen ist höchst unterschiedlich: Der „Griff zwischen die Beine“ macht die meisten Männer sofort geil, die meisten Frauen empfinden diesen direkten Vorstoß ins Zentrum der Lust als ausgesprochen übergriffig. Fordern Sie also genügend Zeit für Stimulationen des ganzen Körpers, Streicheln, Kraulen, Massieren ein, um die Lust auf intime Berührungen wachsen zu lassen.

Zeit, Muße und Ausdauer braucht es auch für den Höhepunkt: Während der Mann bei jedem Sexualkontakt davon ausgeht, dass am Ende ein Orgasmus steht, erleben nur 14% der Frauen immer einen Orgasmus, 32% nicht öfters als jedes 4. Mal. Trotzdem sagen 76 % der Frauen „Ich bin glücklich“. Den Mann aber stresst die Tatsache, dass frau nicht jedes Mal kommt, denn er hat das Gefühl, ein schlechter Liebhaber zu sein. Er sieht es in seiner Verantwortung, ihr einen Orgasmus „zu besorgen“. Das wiederum führt dazu, dass neun von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens einen Orgasmus vorspielen.

Und zuletzt: Seien Sie realistisch, was die Liebe des Lebens betrifft: Frauen sind eher partnerorientiert, verbinden den sexuellen Akt sehr oft mit Emotionen und sehen ihn als Anfang einer Beziehung. Männer hingegen sind meist nur auf den Körper der Frau fixiert. Und jetzt kommt die große Ernüchterung: Während sich die Frau nach der ersten gemeinsamen Nacht dem Partner gegenüber emotional näher verbunden fühlt und die Beziehung intensiver und intimer sieht, findet der Mann in den meisten Fällen die Frau nach dem ersten Sex weniger körperlich attraktiv und sexy.

Elia Bragagna ist Sexualmedizinerin und -therapeutin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik; Psychotherapeutin. In der interdisziplinären sexualmedizinischen Praxis „Sexmed“ in Graz bietet das Team seriöse sexualmedizinische Abklärung und  Behandlung bei sexuellen Störungen. Terminvereinbarung: 0316/722 100 100
www.sexmed.at
Österreichweite entgeltliche telefonische Beratung: sexmedHOTLINE: 0900/88 80 80.

 

Doris Schamp (La Razzia):
www.laguggurazzia.at
www.dorisschamp.at