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Lifestyle | 29.06.2017

Die BURGENLÄNDERIN Sex-Kolumne #4

Einbahnstraße „Restzeitsex“ … Lies unsere neue, exklusive Sex-Kolumne inklusive Comic.

Einbahnstraße „Restzeitsex“

Weniger Sex bedeutet in einer längeren Beziehung meist nur, dass andere Themen einen wichtigen Platz einnehmen – der Alltag beispielsweise. Sex findet dann meist in der „Restzeit“ statt, schnell irgendwie dazwischen. Das ist auf Dauer für beide unbefriedigend, mehr für die Frauen, die eher entspannt sein wollen, um Sex haben zu können (Männer hingegen bauen mit Sex oft Spannung ab). Anstatt auf die Ursache der Sexlosigkeit zu schauen, suchen viele Partner die Schuld beim Anderen. „Wenn du öfter zärtlich wärst...“, „Wenn du dich schärfer anziehen würdest...“. Restzeitsex endet IMMER in Gewohnheit, Langeweile oder im Stress, wo Frauen oft glauben, Sex haben zu müssen, nur weil der Mann zärtlich ist, oder umgekehrt viele Männer sich beklagen, dass die Partnerin nur mitmache, damit er „Ruhe“ gebe. Auswege aus dieser Pattsituation gibt es, wenn sie auch unromantisch sind (das reale Leben findet eben nicht in Hollywood statt).

Zunächst gilt es, den Unterschied anzuerkennen, ob man nur ein Liebespaar ist, das sich selten sieht, wo es aber noch prickelt, oder einen oft anstrengenden Alltag zu bewältigen hat. In einem zweiten Schritt sollten die Rahmenbedingungen für ein sinnliches Liebesleben analysiert werden – nüchtern: wie tickt der Partner, welche Rückzugsmöglichkeiten sollte es geben, damit jeder er/sie selbst bleiben kann und welche Voraussetzungen müssen gegeben müssen, damit sich überhaupt ein körperliches und emotionales Bedürfnis nach Sex einstellt. Wie im Leben ist es auch beim Sex sehr wichtig, auf sich zentriert zu sein. Besteht kein Bedürfnis mehr nach Sex, sollte auch gemeinsam eine Lösung gefunden werden, die beide Partner zufriedenstellt. Und Achtung: Ein Vibrator macht kein sexualfeindliches Leben sexualfreundlich! Viele Paare machen den Fehler, der heißen Anfangsphase nachzutrauern. Doch auch in dieser Zeit hat sich das Paar abgesprochen, sich füreinander interessant und attraktiv gemacht – obwohl von vornherein auch nicht immer sicher war, dass daraus Sex entsteht. Der letzte Rat lautet: Sex nicht dem Zufall überlassen. Das ist zumindest das Erfolgsrezept von Paaren, die lange und leicht sexuell aktiv bleiben. Reservieren Sie sich eine gemeinsame Zeit, zu der natürlich auch Gespräche gehören sollten.

Es ist wie beim guten Essen – wenn’s schmeckt, wächst der Appetit, man ist befriedigt und freut sich auf das kommende Gericht, vielleicht in einer ganz anderen Stimmung. Daraus folgt dann eine andere Sinnlichkeit.

 

Elia Bragagna ist Sexualmedizinerin und -therapeutin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik; Psychotherapeutin. In der interdisziplinären sexualmedizinischen Praxis „Sexmed“ in Graz bietet das Team seriöse sexualmedizinische Abklärung und  Behandlung bei sexuellen Störungen. Terminvereinbarung: 0316/722 100 100
www.sexmed.at
Österreichweite entgeltliche telefonische Beratung: sexmedHOTLINE: 0900/88 80 80.

 

Doris Schamp (La Razzia):
www.laguggurazzia.at
www.dorisschamp.at