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Lifestyle | 14.01.2021

Maximal(istisch)er Wohngenuss

Frisch und energetisch lässt es sich leicht ins Neue starten, orientiert man sich an den Trendfarben, -Mustern und -Textilien des Kalenderjahres 2021. Ein vibrierendes, lebensfrohes Wohn­erlebnis mit Tipps von Interieur Designer Michael E. Schranzer.

Fotos: © Michael Schranzer, Shutterstock, beigestellt

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Frischer Farbwind mit Neo Mint

Mit dem Wunsch, langsam ins „normale“ Leben zurückzukehren, die Kälte und die Langeweile dafür zurückzulassen, bringen wir trendgemäß im Übergang ins Frühjahr auch wieder mehr Leben in unseren Wohnbereich. Ein tiefes „Cobaltblau“ mag zwar zur Pantonefarbe des Jahres gekürt worden sein, weitere Variationen aus dem Blau-Grün-Farbspektrum finden nun jedoch als Trend-Akzente Nummer 1 an Wänden und Textilien ihren Eingang in diverse Einrichtungs­stile – blau-grün schimmernde Elemente, wie eine der neuesten Trendfarben „Neo Mint“ in etwa. Am besten kombiniert mit farbintensiven Retro-Elementen, ergibt sich hier ein lebendiger Vintage-Wohntraum. Dieser farblichen Personifikation des Glanzes wird eine emotional-aktivierende Wirkung und die Förderung von Wachheit auf nahezu psychedelische Weise nachgesagt. Kein Wunder: Es handelt sich nicht um ein schlichtes, kühles Blau, denn durch seinen Grün-Gelb-Stich erfahren Verwender dieser Farbe Wandlungsfähigkeit sowie Vielseitigkeit in der Wahl ihrer restlichen Einrichtung. Sicher sind ihnen jedoch die Attribute: sportlich, stylisch, trendy.


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Bunter Terrazzo-Trend

Nicht notwendigerweise maximalistisch eingesetzt, findet auch dieser Muster-Trend explosionsartig seinen Weg ins Wohnrepertoire. Ob nun in kleinen (Ein-)Sätzen, wie in der Wahl eines Terrazzo-Pflanzentopfes, oder etwa in großen, wie in der Wahl von Tapeten oderTerrazzo-Fliesen für Wand und Boden. Obgleich auch in der Wohnzimmer-Gegend recht beliebt, ist es Terrazzo Ende 2020 doch vor allem in Badezimmer und Küche – und das am besten in Kombination mit kräftigen Farbtönen wie „Orange Ochre“, dem pfirsich­farbenen Orangeton „Marigold“, minzigen Blau-Grün-Tönen oder einem neutralisierenden, matten Schwarz.


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Mut zum Maximalismus

Je mutiger wir gegen Ende des Jahres mit den Farben werden, desto mehr trauen wir uns auch in Sachen Farb-, Stoff- und Musterkombination. Wir werden farblich kräftiger, wagen uns an vibrierende Hellrot-Akzente für knallige Farbimpulse für Energie oder sprudelnde, helle Gelbtöne und setzen auf ein kreatives sowie sonniges Gemüt an unseren Wänden. Das an sich ist, dem Pastell-Trend entgegengesetzt, bereits der Inbegriff wiederbelebter und modernisierter farblicher Innovation. Doch nun greift Farbe plötzlich auch auf Möbelstücken: bunte, kräftige Velours- und Samtstoffe auf der Sitzlandschaft, mutige Motive auf Tapeten sowie Kissen- und Deckenbezügen, Formvariation in Möbeln und Wohnaccessoires. Aber aufgepasst: Funktionieren, ohne zu überfordern, kann Maximalismus in alltagstauglichen Wohnräumen am besten, wenn man sich dabei auf drei bis vier Hauptfarben konzentriert.


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Schwarz ist das neue Schwarz

Es kann, aber es muss nicht sein: Mut zur Farbe und Musterbereitschaft hat viel für sich, doch bei manchen hört es sich in der Küche einfach auf. Die einzige Kombination, die in diesem Fall von vielen Seiten gewünscht wird, ist die von Eleganz und Modernität – kein Zufall, dass dunkle, wenn nicht gar schwarze Küchen gerade sehr im Trend liegen. Dem Alternativtrend der bunten Theken, Wände und Regale entgegenwirkend und den der hellen Cremetöne zurücklassend, hat man nun die Dunkelheit am Radar. In einem tiefdunklen Polar-Night-Blau oder ganz in Schwarz zeigen sich nun Fliesen, Wände, Küchenkabinette und -armaturen. Naturstein wird als Oberfläche nach wie vor gerne gesehen, als Farbakzent erweisen sich Holzakzente als Erfolg. Profi-Tipp: Gebürstete Fichte, ob in Natur oder schwarz lackiert, steht in Sachen Materialwahl gerade weit vorne und schafft ein natürlich-modern wirkendes Finish.


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Quiet Wave für die Erdung

Viel wurde erzählt von kräftigen Farben, Mustern und Materialien. Doch was ist ein Zuhause ohne Ruhepol, ohne Rückzugsort? Stimulierte Gehirnareale für innovative Geistesblitze schön und gut – manchmal bedarf es einer beruhigenden Farbe, sowohl physisch als auch emotional, die der Reizüberflutung entgegenwirkt, ohne dabei einfältig, langweilig oder kalt zu wirken. Wir greifen dafür am liebsten zu dem entspannten Pendant „Quiet Wave“, nomen est omen, und verlassen uns auf Tiefe schaffende Grüntöne – inspiriert von den grünen Warteräumen, die zum Zwischenstopp vor Fernsehauftritten oder Operationen genutzt werden, um etwas innere Ruhe zu schaffen.


Michael E. Schranzer
Wohn- & Designstudio Schranzer  
Graz, Austria
www.wohndesign.at