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Lifestyle | 15.01.2021

Baden – Entspannung für Körper und Seele

Baden wirkt stresslindernd, entspannt die Muskulatur, stärkt die Abwehrkräfte und tut uns rundum gut.

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© Shutterstock

Das Bad ist ein Ort, den schon die ältesten Kulturen kannten. Nicht nur die Körperpflege stand im Mittelpunkt, das Bad war ein Rückzugsbereich, der für Ruhe, Entspannung und Regeneration sorgte. Das Wasser steht dabei als das wichtigste Element im Vordergrund.


Baden im Wandel der Zeit

Die Ursprünge der europäischen Badekultur liegen in der Antike, als öffentlich zugängliche Thermen eine wichtige soziale Funktion hatten. Mit der Völkerwanderung zerfiel auch die römische Badekultur in Europa, während im byzantinischen Reich die Tradition erhalten blieb und später als Hammam fortgeführt wurde. Private Badezimmer gab es schon im alten Rom und in Ägypten, aber sie waren den Reichen vorbehalten. Im Mittelalter verfügte zunächst nur der Adel über eigene Badegelegenheiten. Die funktionelle Ausstattung bestand aus einem großen Holzbottich, der zum Schutz vor Schiefern mit einem Tuch ausgelegt wurde. Das heiße Wasser für das Bad musste vom Brunnen herangeschafft und über Feuer erhitzt werden. Im Spätmittelalter, der Blütezeit der mittelalterlichen Badekultur, gehörte das gemeinsame Bad in Adelskreisen zum Hofzeremoniell. König Eduard IV. von England empfing 1472 den Gesandten des Herzogs von Burgund im Badezimmer. Es war ein Zeichen der Gastfreundschaft, die Gäste vor einem Festmahl zum Baden einzuladen. Und es kam beim Adel regelrecht in Mode, im Badezuber Besuch zu empfangen. Die herrschaftlichen Baderäume waren höchst elegant und kostbar ausgestattet. In der Neuzeit ist die Badekultur eng mit der Entstehung von Kurorten mit Thermen sowie Seebädern verknüpft. Über private Badezimmer verfügt der Großteil der Europäer erst ab dem 20. Jahrhundert.


Medizinische Nutzung

Warmes Wasser gilt seit jeher als krampflösend, nicht umsonst nehmen viele Frauen bei Menstruationsschmerzen ein Bad. Diese entkrampfende Eigenschaft wirkt sich auch bei einer Wassergeburt positiv aus. Die Beckenmuskulatur entspannt sich, der Geburtsvorgang wird dadurch erleichtert und normalerweise auch beschleunigt. Ein Dammschnitt kann bei einer Wassergeburt fast ausgeschlossen werden, und auch Schmerzmittel kommen deutlich seltener zum Einsatz. „Warmes Wasser hat einen schmerzlindernden und heilenden Effekt bei degenerativen Veränderungen der Gelenke“, bestätigt Prim. Univ.-Prof. Dr. Tatjana Paternostro-Sluga, Abteilung für Physikalische Medizin im Klinikum Donaustadt und Floridsdorf Wien. Degenerativ bedingte Rückenschmerzen, chronische Bandscheibenvorfälle und Arthrosen sprechen sehr gut auf warme Bäder an, so die Fachärztin weiter, bei Fingerpolyarthrosen werden zum Beispiel gerne Paraffinbäder verwendet. Auch Moor und Fango als Wärmeträger lassen sich gut bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates einsetzen. Je nach zugesetztem Wirkstoff kann ein medizinisches Bad unterschiedliche Beschwerden lindern.


Immunsystem unterstützen

Baden mit speziellen Badezusätzen kann Infektionskrankheiten vorbeugen, indem es die Abwehrkräfte stärkt. Durch das warme Erkältungsbad mit Badezusätzen wie Thymian und Eukalyptus kann ein Infekt schneller besiegt werden. Eukalyptus durchwärmt den Körper und ruft ein wohltuend behagliches Gefühl hervor, Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd, Arnika wärmend und reaktivierend, Lavendel schlafanstoßend. Badesalz verändert den osmotischen Druck des Wassers. Dies hat zur Folge, dass dem Körper weniger Salze durch die Haut entzogen werden und somit die Faltenbildung der Haut verringert wird. Die Haut wird weich. Ab in die Badewanne!