Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 01.03.2021

Inspirationen für eine gute Zeit

Zwei schöne Großprojekte entstanden jüngst in und um Elisabeth Ungers Naturbackstube in Wallern: ein prachtvoller Brotbackofen und ein Herzenskochbuch mit Melanie Zechmeister.

Bild 2102_B_GE_BuchLimbeck_c_Sonja Priller.jpg
Gute Chemie. „Wir sind Gärtnerinnen, Bäuerinnen, Köchinnen, Autorinnen, Freigeister und Mütter“, sagen Melanie Zechmeister und Elisabeth Unger. © Sonja Priller

Die Premiere fand jenseits der Grenze statt und entpuppte sich als feuriges Abenteuer. Eine liebe Freundin hatte Elisabeth Unger in ihr altes ungarisches Bauernhaus zum Backen eingeladen; dort begaben sich die zwei Frauen am klassischen Holzbackofen quasi auf Frau Holles Spuren. Dass die für ihre Brote vielfach preisgekrönte Wallernerin eine Fachfrau ist, stand außer Zweifel. Allerdings buk sie zuvor für ihre Naturbackstube eben nicht in einem Holzbackofen. „Die ersten Brote gingen in Flammen auf, die zweite Partie war außen rußig und innen nicht fertig“, beschreibt Elisabeth Unger lachend das erste Rendezvous mit dem Holzbackofen der Freundin. „Die dritte Partie war aber durchgebacken und köstlich.“ Für die dreifache Mutter – und bald fünffache Oma – stand sofort fest: ein mit Holz beheizter Brotbackofen muss her.
Gut, dass ihr Mann Heinrich und sie sich offenbar in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam entwickelten; während sie ihre Backkünste laufend erweitert, verschreibt er sich seit vielen Jahren dem Kultivieren von alten Getreidesorten und Gemüse aller Art. „Kostet mal, frische Kiwanos“, sorgt er auch während des Interviews charmant für ein kulinarisch erfrischendes Intermezzo.
Jedenfalls konnte sie ihn mit ihrer Faszination anstecken und die Ungers wagten vor gut zwei Jahren eine Großbaustelle mitten in ihrem Wohn-Ess­Bereich, wo nunmehr ein prachtvoller Ofen von stattlichen sechs Tonnen thront. „Unser Herzstück“, strahlt Elisabeth Unger und verzeiht demselben sogar, dass er im Tausch für seine Dienste Asche so fein wie Pulverschnee hinterlässt.  Zwei Mal pro Woche verströmt der mit Buchenholz beheizte Ofen einen himmlischen Duft und spendet kuschelige Wärme; auf die heiße Schamotte kommen jeweils drei Mal 30 Brote für die Naturbackstube in Wallern, die mittlerweile zum Selbstbedienungsladen wurde. Die Draufgabe: „Der Ofen hält die Hitze so gut, dass ich nach dem Brot oft noch einen Braten und einen Strudel backe und danach mit der Restwärme trocknen und dörren kann“, schwärmt sie.

Back-Partnerinnen

Zum großen Backofen, der übrigens auch optisch mit fein gemusterten Kacheln in elegantem Rotbraun besticht, gesellte sich für die Bäckerin jüngst ein zweites Großprojekt: das mehr als 300 Seiten starke Buch „Rezepte für eine gute Zeit“. Die Idee dazu kam von Back-Partnerin und Freundin Melanie Zechmeister. Die Chemie zwischen ihnen beiden passte seit der ersten Begegnung, erzählt Elisabeth Unger: „Der Duft bei mir erinnerte Melanie an die Bäckerei ihres Opas.“ Die Golserin – vor der Heirat hieß sie Limbeck – hatte Grafikdesign studiert und machte sich mit ihrem Foodblog „Das Mundwerk“ einen Namen. Die mittlerweile zweifache Mama vergrößert laufend ihr kulinarisches Tätigkeitsfeld; seit Jahren lädt sie zu Koch- und – auch gemeinsam mit Elisabeth – Backwork­shops etwa in ihre „Summakuchl“.

Erfolgreich. Die erste Auflage von „Rezepte für eine gute Zeit“ (Verlag Löwenzahn, € 29,90) war innerhalb von wenigen Wochen vergriffen.


Das Buch

„Wir sind Gärtnerinnen, Bäuerinnen, Köchinnen, Autorinnen, Freigeister und Mütter“, eröffnet das Duo sein mit verführerischen Fotos gespicktes Werk. „Wir lieben es, unsere Lebensmittel selbst anzubauen und die reiche Ernte dann zu verkochen oder für die Vorratskammer haltbar zu machen.“ Das leidenschaftliche Statement ist Buchprogramm: Es beinhaltet wertvolles Wissen über heimische Produkte und Garten, ihre liebsten Rezepte (siehe rechts) sowie schöne Deko-Ideen aus der Natur. Dabei wird stets der Fokus auf Regionalität im Jahreskreislauf gelegt; nachhaltig Kochen ist Ehrensache. Um nur ein Beispiel zu nennen: Aus altbackenem Brot zaubern sie ein Knödelbrot mit Gemüse der Saison und Kräutern – als raffinierte Beilage oder Hauptspeise mit Salat. „Wir haben viel Wissen aus mehreren Generationen zusammengetragen; da musste auch viel Handschriftliches abgetippt werden“, lacht Elisabeth Unger. Neben Lobeshymnen über Vollkorn und alten Getreidesorten findet man auch feine Brotrezepte. Sie sieht sich ein bisschen als Missionarin. „Alle sollten Brotbacken können, es ist keine Hexerei und man tut dem Körper was Gutes, wenn man die Zutaten kennt“, sagt Elisabeth Unger, die sich trotz der schmackhaften Viefalt, die wir bei ihr verkosten dürfen, nie am Ziel angekommen fühlt. „Man muss sich immer weiterentwickeln“, ist ihr Credo und womöglich das Erfolgsgeheimnis für ihre Funken sprühende Energie. Die wird vielleicht schon bald neben der Arbeit in die Ausbildung zur „Brot-Sommelière“ gesteckt, verrät sie.


www.naturbackstube.com

www.dasmundwerk.at


Fotos
Melanie Zechmeister, Sonja Priller, Löwenzahn


Bild 2102_B_GE_Apfelgalette_c_Melanie Zechmeister-1.jpg
Apfelgalette mit Walnüssen & Mandeln

Rezept

Apfelgalette mit Walnüssen & Mandeln

Zutaten

• 200 g Rotweizenvollkornmehl (alternativ Dinkel-, Einkorn- oder Khorasanvollkornmehl)

• 1 EL Honig (alternativ Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker, Birkenzucker)

• 1/2 TL Steinsalz

• 1 Ei (Größe M)

• 100 g kalte Butter

Füllung

• 30 g Walnüsse

• 30 g Mandeln

• ca. 700 g Äpfel (5 Stück)

• Saft von 1 Bio-Zitrone

• 2 EL Vollrohrzucker

• 1 Prise Zimt

• Mehl für die Arbeitsfläche


Zubereitung

Das Mehl in eine Schüssel geben und Honig, Steinsalz sowie das Ei hinzufügen. Die kalte Butter in kleinen Stückchen zugeben und alles zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und ca. 30 Minuten kaltstellen. Währenddessen kann man die Füllung zubereiten. Den Backofen auf 180 Grad Heißluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Walnüsse und Mandeln grob hacken. Die Äpfel waschen, vom Gehäuse trennen und in Scheiben schneiden. Mit dem Zitronensaft beträufeln. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 40 x 30 cm großen Rechteck ausrollen. Die Apfelscheiben kreisförmig darauflegen, dabei außen einen breiten Rand freilassen. Mit den gehackten Nüssen, Vollrohrzucker und 1 Prise Zimt bestreuen. Den freigebliebenen äußeren Teigrand nach innen über die Apfelscheiben klappen. Die Apfelgalette auf das Backblech legen und im Ofen 20–25 Minuten backen. Am besten noch warm genießen.