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Lifestyle | 28.04.2021

Frauenstrategie fürs Burgenland

„Gleich*in die Zukunft“ – so heißt die neue burgenländische Frauenstrategie von LH-Stv. Astrid Eisenkopf in Kooperation mit der FH Burgenland.

Bild 2104_B_LE_Frauenstrate.jpg
© Shutterstock

Die Umsetzung all dessen, was im Rahmen der Frauenstrategie in diesem Jahr erarbeitet wird, soll im Jänner 2022 starten. Die neue Frauenstrategie soll ein Mix aus Ergebnissen von Vorprojekten und den Frauenberichten der letzten Jahre sein, hinzu kommen neue Erkenntnisse, die im Laufe dieses Jahres durch die Arbeit der FH Burgenland, des Departements Soziales und des neu eingesetzten „Steering Boards“ gesammelt werden. „Das ‚Steering Board‘ setzt sich zusammen aus Vertreter*innen der Sozialpartner, der Frauen- und Männerberatungsstellen, der Kinder- und Jugendanwaltschaft sowie Unternehmer*innen. Mit ihnen wollen wir Maßnahmen entwickeln, die die Lebensrealität der Burgenländer*innen betrifft und erste Indikatoren zur Messung der Wirkung beinhalten“, erklärt Elke Szalai, Projektverantwortliche der FH Burgenland. Die Vielfalt an Erfahrungswissen in Bezug auf Gleichstellung von Frauen und Männern im Burgenland wird hier genutzt, um aufbauend auf die aktuellen Zahlen und Fakten eine breit angelegte Strategie zu entwickeln. Ab Herbst 2021 werden die bis dahin von den Forscher*innen entwickelten Maßnahmen überprüft, bevor diese ab Jänner 2022 in die Umsetzung gehen können. „Ich möchte in die Zukunft blicken und dafür die richtigen Weichen stellen, denn wir befinden uns im Wandel, die Frauen werden sichtbarer und zeigen in weiblich besetzten Führungspositionen die entsprechende Außenwirkung. Ziel dieser Strategie ist es deshalb, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir gleiche Chancen für alle Frauen und Mädchen schaffen können, denn nur so werden wir den Frauen im Burgenland auch in Zukunft ein gutes Leben ermöglichen“, ist LH-Stv. Astrid Eisenkopf überzeugt.


Gesamte Bevölkerung wird miteinbezogen

Um möglichst viele Burgenländer*innen in die Entwicklung der Frauenstrategie miteinzubeziehen, sollen darüber hinaus noch vor dem Sommer Fragebögen an alle burgenländischen Haushalte verschickt werden. Parallel dazu wird es auch die Möglichkeit geben, den Fragebogen online auszufüllen. Darin soll es um die Fragen gehen, wie ihre Lebensrealitäten aussehen, welche Themen die Burgenländer*innen bewegen, in welchen Bereichen sie sich mehr Chancen und Unterstützung erwarten. Die FH Burgenland arbeitet bereits seit Jahren mit dem Land und dem Frauenreferat zu Forschungsfragen und Projekten eng zusammen. Für die FH Burgenland stellen Gleichbehandlung und Diversität ganz zentrale Themen dar, die von der Hochschule auch in allen strategischen Dokumenten fest verankert wurden, betont FH-Geschäftsführer Georg Pehm. „Wir sehen uns diesen Grundsätzen klar verpflichtet und versuchen, sie auch Tag für Tag und immer besser an der Hochschule zu verwirklichen.“ Man achte insbesondere darauf, Gleichbehandlung in der Lehre als Querschnittsthema in allen Studiengängen zu integrieren und als Organisation permanent weiterzuentwickeln.

 

Kick-off für Burgenländische Frauenstrategie: LH-Stv. Astrid Eisenkopf (Mitte) mit Georg Pehm, GF FH Burgenland, und Elke Szalai, Projektverantwortliche FH Burgenland © Viktor Fertsak



Frauenbericht 2021

Parallel zur Frauenstrategie laufen bereits jetzt auch die Arbeiten für den aktuellen Frauenbericht. Dieser erscheint – zuletzt 2017 – alle vier Jahre und gibt einen Einblick in die Lebenssituation burgenländischer Frauen. Auch der Frauenbericht wird von der FH Burgenland begleitet, sodass Synergien mit der Frauenstrategie genutzt werden können. Neben aktuellen Zahlen, Daten und Fakten soll der Frauenbericht vor allem aber auch Ursachen näher beleuchten, Interpretationen für gegenwärtige Zustände liefern und langfristige Trends hinterfragen. Die Ergebnisse des Frauenberichts sollen auch in die Entwicklung der Frauenstrategie einfließen und eine Grundlage für entsprechende Maßnahmen bilden.
Und was sagen die Männer dazu? Eisenkopf abschließend: „Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung von Männern: ‚Warum eine Frauenstrategie? Warum wird keine Männerstrategie erstellt? Warum gibt es den Frauenlauf? Warum werden Männer hier ausgegrenzt?‘ Wir befinden uns im Jahr 2021. Natürlich wäre es mir auch lieber, wenn wir nicht über die Gleichstellung der Geschlechter diskutieren müssten. Tatsache ist allerdings, dass Frauen und Männer in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen immer noch nicht gleichgestellt sind. Solange das nicht der Fall ist, werden wir dafür arbeiten und kämpfen, dass Männer und Frauen in Zukunft die gleichen Chancen haben!“


Projektphasen:

  • Phase 1: Auswertung der vorhandenen Zahlen, Daten und Fakten auf europäischer, nationaler und burgenländischer Ebene. Identifikation von Lücken, Ableitung von burgenlandspezifischen Fragen zur Entwicklung eines Fragebogens, der an alle Haushalte im Burgenland verschickt wird. An dieser Stelle möchten wir alle Burgenländer*innen ganz herzlich einladen, sich an dieser Umfrage zu beteiligen.
  • Phase 2: Auswertung der Ergebnisse, Ableitung von Fragestellungen für die qualitativen Workshops.
  • Phase 3: Entwicklung der Strategie und Ableitung von Umsetzungsmaßnahmen.
  • Phase 4: Finale Erstellung der Strategie und Übergabe an die politisch Verantwortlichen.