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Lifestyle | 17.05.2021

Rustikale Oase mit Charakter

Mehr als 370 Jahre steht dieses Haus schon Stein auf Stein, seit vier Jahren ist es das Refugium von Sonja Völker und Stefan Kaschütz. Ein Besuch katapultiert einen in eine andere Welt, mit viel Herz und Geselligkeit. Wir besuchten das liebevolle Paar in Hornstein.

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© Vanessa Hartmann

Wenn diese Wände sprechen könnten, würden sie aus dem 17. Jahrhundert erzählen. Die Einrichtung, die fast ausschließlich aus zweiter oder dritter Hand besteht, ist eine Hommage an die Geschichte. Denn jedes Stück in diesem Steinhaus scheint seine eigene Historie zu haben. Und beim Betreten ist die Verwobenheit all dieser Geschichten zu spüren. Ein besonderes Flair zieht durch die Räume, die durch die niedrigen Decken für alle Besucher mit mehr als 1,80 m Körpergröße etwas beklemmend wirken könnten – für Sonja und Stefan (der sich regelmäßig vor dem Betreten eines Raumes bücken muss) stellen sie puristische Tradition dar. Die Einrichtungsgegenstände sind so liebevoll abgestimmt, als wären sie schon immer da gewesen.


Impressionen I
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"Wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich heute hier Marmelade koche und Striezel backe, hätte ich ihn ausgelacht.",
Sonja Völker

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Die Einrichtungsgegenstände wirken, als ob sie schon ewig dort stehen würden, und doch sind sie ein Sammelsurium des guten Gespürs der Hausherrin.

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Vor ihrem stressigen Leben und Business in Wien entflieht das Paar immer häufiger in ihre Oase in Hornstein. Sonja leitet in der Großstadt ihr eigenes Unternehmen mit fünf Filialen und arbeitet von Montag bis Freitag fast rund um die Uhr. Umso wichtiger sind der gebürtigen Neckenmarkterin die Auszeiten an den Wochenenden im Steinhaus in Hornstein. Dort führte sie beim Renovieren Regie und Stefan wusste ihr zu vertrauen. „Wir wollten ein Haus mit Charakter. Ich erinnere mich, als wir dieses Gebäude zum ersten Mal besichtigt haben. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es aussehen würde, wenn wir drin wohnen. Sonja hat es gesehen und sofort losgesprudelt, was sie wo machen möchte. Sie war Feuer und Flamme und dann war die Entscheidung leicht“, erinnert sich Stefan, der in „seinem anderen Leben“ die Finanzen eines Modekonzerns leitet. In den letzten Jahren hat das Paar in seiner Freizeit Laptop gegen Flohmarkt und Trödler getauscht. Es machte ihnen Spaß, alte Sachen herbeizuschaffen und in die Geschichte des Hauses zu verweben. Den Dachstuhl holten sie aus einem Abbruchhaus, die Tore von einer Weinbauschule in Niederösterreich. Einzig an guten Handwerkern mangelte es oft. „Ich finde es so schade, dass nur noch wenige Junge heute einen Handwerksberuf lernen möchten. Wissen Sie, wie schwierig es ist, noch einen Schmied zu finden?“ Doch das Schicksal ließ die beiden nicht im Stich und nach drei Jahren war das Häuschen inklusive Scheune und Garten fertig renoviert. Und auch der Nachwuchs lernt mittlerweile die Ruhe und Besonderheit zu schätzen, auch wenn anfangs noch über fehlendes WLAN gemault wurde. Sonjas zwei Kinder und Stefans Sohn nutzen die burgenländische Destination nun auch immer öfter – sei es zum Lernen, Chillen oder Freunde-Einladen.

Impressionen II
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Denn in dieser Ruhe-Oase geht es nicht immer ruhig zu. Am liebsten sind Sonja und Stefan von Freunden und Bekannten umgeben. Vor allem im Sommer und in Nicht-Covid-Zeiten werden hier viele Partys gefeiert. Die Scheune lädt dazu ein. Mit einer famos ausgestatteten „Summerkuchl“ und einem langen Tisch ist sie der ideale Ort, um sich in andere Sphären zu begeben. Die Energie in diesem Raum ist faszinierend. Auch der Oldtimer, die alte Ledercouch und der Casino-Schriftzug tragen dazu bei. Und weil das Haus gänzlich ohne Fernseher und WLAN auskommt, hat Sonja das Backen und Einkochen für sich entdeckt. „Wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich hier Marmelade koche und Striezel backe, dann hätte ich ihn ausgelacht.“ Und heute ist es genau das, was sie braucht. In Zukunft vielleicht auch, denn das Paar kann sich im Moment nichts Schöneres vorstellen, als in vielen Jahren einmal seine Zeit in der Pension zur Gänze hier zu verbringen.

Impressionen III
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