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Lifestyle | 11.08.2021

Paradiesische Aussichten

Im Herzen von St. Margarethen ruht ein Juwel. Innenarchitektin Aline und Unternehmer Emi haben dort für sich und ihre beiden Kids ein Wohlfühlrefugium der besonderen Art erschaffen.

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© Georg Krewenka

Was mit viel Vorstellungskraft, Know-how, Kreativität und Leidenschaft entstehen kann, ist bei Aline Grasl-Gagern und Ehemann Emi Grasl perfekt zu erkennen. „Perfekt unperfekt“ ist dabei ihre oberste Prämisse. Aus zwei teils verfallenen Langstreckhöfen in St. Margarethen wurde dadurch ein lichtdurchflutetes Zuhause, in dem die großteils über 250 Jahre alten Mauern ihre eigene Geschichte erzählen.



Ein Haus zum Verlieben

Eines der Gebäude war nicht mehr zu retten und musste abgerissen werden, an dessen Stelle steht nun ein moderner Neubau, der sich durch Stil und Ausdrucksstärke mit dem Altbau verwoben fühlt. Der Länge nach hinter dem Altbau befinden sich weitere Gebäude, die früher als Schüttkasten, Rinderstall, Selchkammer etc. fungierten und heute als Gästehaus für Freunde dienen sowie als Sommerküche, Rauchkuchl und Bar. Über die Jahrzehnte hinweg erfüllte das Anwesen viele Zwecke: von privaten Häuslichkeiten bis hin zu einem Heurigen könnten die Mauern viele Geschichten erzählen.
Emi stammt aus Oberösterreich, Aline aus Wien, wo sich die beiden auch kennenlernten. Seit zwölf Jahren gehen sie bereits als Paar durchs Leben. Im Herbst 2015 – in ihrem Hochzeitsjahr – konnten sie das Anwesen in St. Margarethen erwerben und sogleich mit den Umbauarbeiten beginnen. Zunächst wurde der zweistöckige alte Schüttkasten renoviert, wo sich Aline und Emi eine temporäre Unterkunft einrichteten, um nicht täglich von Wien nach St. Margarethen pendeln zu müssen. „Emis Traum war immer, etwas Altes zu haben, mein Wunsch war, Alt und Neu zu verbinden – und das haben wir ganz gut geschafft. Dass wir während der Umbauarbeiten vor Ort waren, half viel. Es musste fast täglich etwas entschieden werden, die Bauarbeiten beaufsichtigt“, erinnert sich die 32-Jährige. Sie hat sämtliche Pläne für das Projekt selbst entworfen und gezeichnet, ebenso die Einrichtung. Als gelernte Innenarchitektin liebte sie es, sich bei ihrem eigenen Projekt verwirklichen zu können. Ihr zweites Kind ist nun sieben Monate alt und Aline denkt bereits an ihre Selbstständigkeit danach. Sie möchte sich darauf spezialisieren, alte Gebäude neu zu planen und die alten Bestände mit neuen Vorstellungen verschmelzen zu lassen. „Ein altes Haus muss man lieben und gut behandeln. Dazu gehört Wissen, wie damit umzugehen ist.“



Impressionen I
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Die große Glasfläche holt den Garten ins Haus.

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Der Altbauteil versprüht besonderen Flair.

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Das rustikale „Storchenzimmer“ im Altbau mit Blick auf ein Storchennest

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Das Schlafzimmer mit original Holzdecke.

Bergzebra & ägyptische Sandsteine

Rund 550 m2 Bausubstanz wurden im Zuge des Umbaus bearbeitet. Viel Altes ist nun auch im Neuen zu finden. Aline und Emi war es wichtig, einige intakte Stücke und Materialien einem „Upcycling“ zu unterziehen – beispielsweise wurde ein alter Türstock zur Kaminumrahmung oder der Dachbalken des Abrisshauses zu einem langen Tisch im Weinkeller umfunktioniert. Auch viele Möbelstücke haben eine eigene Seele: mitgebrachtes von Reisen rund um den Globus sowie Familienerbstücke und Flohmarktschätze. Einbaumöbel findet man im Hause Grasl-Gagern keine. Dafür aber einen Bergzebra-Vorleger aus Namibia, alte Kästen aus den Niederlanden, eine Bank aus Transsilvanien und weitere antike Stücke, die dem modernen Flair einen Hauch Geschichte geben. Im Poolbereich befinden sich ägyptische Sandsteine, die in Kombination mit den Palmen und Pflanzen der Außenanlage südliches Flair verleihen. „Meinen Kunden sage ich immer: ein Haus muss wachsen. Es soll nicht von Beginn an alles drin sein. Es muss Platz bleiben, dass es sich weiterentwickeln kann, dass sich die Bewohner verwirklichen können. Schritt für Schritt. So erhält das Haus eine persönliche Note.“



Impressionen II
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Im Brunnengartel mit Sommerküche ist es immer schattig, mediterranes Flair zieht durch den Garten.

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Aline und Tochter Lilo genießen die Abkühlung im Pool.

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Die Küche ist direkt mit dem großen Wohnbereich verbunden.

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Das Badezimmer ist ein Mix aus Modern, Alt und Exklusiv.

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Die alte Rauchkuchl wurde zu einem Gesellschaftsraum umfunktioniert.

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Der alte Weinkeller beherbergt flüssige Schätze.

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 In der Bar lässt es sich gemütlich chillen.

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Einige der alten Nebengebäude wurden zu Outdoor-Räumlichkeiten umgebaut.

Das Leben spielt sich Outdoor ab

Und persönliche Noten finden sich in diesem Anwesen viele. Die Materialien sind eine Mischung aus Holz, Stein und unbehandeltem Stahl. Das Lichtkonzept ist ebenso durchdacht: „Wir lieben Stimmungslicht, keine Festtagsbeleuchtung, lieber weniger und gemütlich.“ Der Blick vom Wohnzimmer im Neubau ist stets nach draußen gerichtet. Der Garten wurde durch die großzügige Glasfläche in den Wohnraum geholt. „Vor allem in den Lockdown-Zeiten haben wir gemerkt, wie wichtig uns das ist. Wir fühlen uns hier nie eingesperrt, im Gegenteil, es ist ein Gefühl von Freiheit, wenn du das Drinnen mit dem Draußen in dieser Art verbindest.“ Der Outdoor-Bereich ist dem Paar sehr viel wert. Daher wurden die Bestandsgebäude des Langstreckhofes, die nicht zur primären Wohnfläche zählen, Outdoor-Zwecken gewidmet. Eine Sommerküche, eine chillige Lounge sowie ein großer Gesellschaftsraum in der alten Rauchkuchl mit originalem Selchofen. Aline und Emi lieben es, Gäste sowie ihre Familien zu empfangen, und schätzen es, das rege Treiben in einen separaten Raum verlegen zu können. Weiter hinten im Garten befindet sich ein intakter, gemauerter knapp 7 Meter tiefer Brunnen, der für eine nachhaltige Gartenbewässerung sorgt, sowie ein großzügiges Hochbeet. Hinter der bisher noch unrenovierten Scheune befinden sich zwei weitere Bewohner: die Schafe Gerti und Heidi hat Aline selbst mit der Flasche aufgezogen, sie folgen ihr auf Schritt und Tritt und werden täglich von Aline und ihrer dreijährigen Tochter Lilo gefüttert. Paradiesisch ist der Garten auch für Bienen sowie für Haushund Maly. Das Zuhause von Aline und Emi ist ein Ort der Ruhe, des Wohlfühlens und offen für Familie und Freunde.

 

Fotos Georg Krewenka