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Lifestyle | 06.12.2021

So weiblich ist der Bau

Frauenpower bei der LIB. Sei du selbst, trau dich aus deiner Komfortzone und nimm es mit Humor – das ist das Erfolgsrezept für die geballte Frauenpower bei den Landesimmobilien Burgenland (LIB).

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© Shutterstock

„I am a woman. What’s your superpower?“ Bei den Landesimmobilien Burgenland (LIB) arbeiten fast gleich viele Frauen wie Männer. Eine Besonderheit, wenn man bedenkt, dass die Baubranche nach wie vor eine männerdominierte ist. Wir haben uns mit vier Frauen unterhalten, die mit ihrer Frauenpower maßgeblich zum Erfolg der LIB beitragen. Und was das Ganze mit einem Panzer oder einer Hochzeit zu tun hat, lest ihr hier.


Out of your comfort zone.

„Mir wird nachgesagt, ich wäre manchmal ein Panzer. Aber das hat einen guten Grund.“ Doris ist die kaufmännische Leiterin der Landesimmobilien Burgenland und der Meinung, dass es nicht immer bequem sein soll, sondern richtig. Ihr haben die Eigenschaften Lernbereitschaft und Wissen am meisten dabei geholfen, so erfolgreich zu sein. Auch nach der schulischen Ausbildung weiterzulernen, ist für sie essenziell, um beruflich erfolgreich zu sein. Die Welt entwickelt sich schließlich auch ständig weiter. In Bewerbungsgesprächen werden Frauen immer wieder danach gefragt, wie sie sich die Zukunft in den nächsten fünf bis zehn Jahren vorstellen. Vielen stößt das sauer auf. Doris betrachtet das mittlerweile up­side down – aus einer anderen Perspektive: „In Wirklichkeit müsste ich mich als Frau geschätzt fühlen. Weil mein Gegenüber dann wirklich viel Potenzial in mir sieht und mit mir etwas Großes vorhat. Wir alle müssten einfach mehr Selbstvertrauen an den Tag legen.“


Sanierung der Burg Schlaining.

Auch Verena, Projektleiterin in der Technik, teilt diese Ansicht. Gerade wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, braucht es Kompetenz und Mut, auch einmal um Hilfe zu bitten: „Besonders für den Fortschritt bei Bauprojekten darf es einem nicht zu blöd sein, zu sagen: ‚Das kann ich nicht.‘ Hier ist Eitelkeit absolut fehl am Platz.“

Doris Kirchhofer


„Geht nicht“ gibt’s nicht.

Bei den Sanierungsarbeiten der Burg Schlaining wurde sie immer wieder danach gefragt, ob sich die Fertigstellung rechtzeitig ausgeht. Daran hat sie nie gezweifelt. Ihr Leitsatz „‚Geht nicht‘ gibt‘s nicht – und was nicht passt, wird passend gemacht“ war dabei wie ein Mantra der Motivation für alle Beteiligten auf der Baustelle. „Ich habe diesen Leitsatz immer wiederholt. Das hat alle motiviert, genauso zu denken. Und es hat funktioniert!“

 

Sonja Janak-Gerdenitsch


Bauingenieurswesen oder Gesang.

Sonja, Gruppenleiterin der Projektentwicklung, würde Verena so ein Monsterprojekt jederzeit wieder anvertrauen. Sie hat Bauingenieurwesen an der TU Wien studiert, um Projekte zu begleiten und zu sehen, wie etwas wächst und sich entwickelt. Schreiben gehörte dabei nie zu ihrer Leidenschaft, dafür aber das Singen. Plan B wäre es gewesen, Sängerin zu werden. Die Kommunikation auf Augenhöhe ist ihr besonders wichtig: „Empathie ist meine wertvollste Eigenschaft für den Erfolg im Berufsleben. Ich habe auf Baustellen begonnen und dort die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man sich respektvoll den anderen gegenüber verhält, das auch zurückbekommt. Man kann wahnsinnig viel lernen – die Arbeiter sind die wichtigsten Leute auf der Baustelle, auch wenn ich ihnen in meiner Position übergeordnet bin.“ In ihrer tagtäglichen Arbeit stellt auch Melanie, Leiterin für Sonderprojekte in der Projektentwicklung Burgenland (PEB, Tochter der Landesimmobilien Burgenland), immer wieder fest, dass es nicht auf die Härte ankommt, sondern auf die Empathie-Fähigkeit, die man bei seinem Gegenüber an den Tag legt. Das Klischee, Frauen wären nicht hart genug, um sich durchzusetzen, kennen alle in der Runde. Außerdem sind sie sich einig, dass vieles in der Berufswelt mit einer Portion Humor leichter geht. Und das steht bei den Landesimmobilien Burgenland an der Tagesordnung.

 

Verena Posch


Kommunikation ist der Schlüssel.

Manchmal hilft es, Dinge einfach direkt und sachlich anzusprechen und nicht immer auf die Waagschale zu legen. Die größte Hürde in Sonjas Berufsleben war zum Beispiel ihre eigene Hochzeit. Denn als sie heiratete, wurden ihre Aufgaben in ihrer damaligen Firma kontinuierlich reduziert, weil angenommen wurde, dass sie bald schwanger sein wird. Daraufhin hat sie all ihren Mut zusammengenommen und um ein klärendes Gespräch bei ihrem Vorgesetzten gebeten. Gemeinsam konnten sie diese Annahme vom Tisch bringen. Dennoch stellt sie fest: „Es wird schwierig werden, alle gleichzustellen, weil es immer die Frauen sein werden, die die Kinder bekommen. Das werden wir den Männern nicht umhängen können.“ Sonjas Karriere-Tipp für Frauen ist jedenfalls: „Sei so, wie du bist. Hör auf dein Bauchgefühl und bleib immer authentisch.“ Ein Unternehmen, das sich mit dem Bau, der Renovierung und der Planung von Gebäuden beschäftigt, ist immer noch in vielen Köpfen eine Domäne für „echte Kerle“. Dass das in der Realität nicht so sein muss, beweisen die Landesimmobilien Burgenland mit Vorbildwirkung. Denn eines muss uns allen klar sein: Nicht eine Quote bringt uns Gleichstellung, sondern die Möglichkeit für jeden, unabhängig von seinem Geschlecht die bestmögliche Leistung für den Betrieb zu erbringen.

 



Melanie Piskernik

 

www.landesimmobilien-burgenland.at

www.peb.at

 

Text Bettina van Doorn, Nina Haider, Nicole Schlaffer Fotos Bettina van Doorn/Kommunikation Burgenland, Shutterstock