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Lifestyle | 25.01.2022

Bohn Appetit!

Der neue Verein „Bohna Vista – local hub“ feiert und fördert die burgenländische Bohnenvielfalt und zeigt, was mit dem Superfood alles geht.

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Bohnentrio. Roland Pöttschacher, Uschi Zezelitsch und Harald Strassner © Uschi Zezelitsch

Lange bevor vegan und vegetarisch im Trend waren und Lebensmittel mit heroischen Namen wie „Superfood“ bedacht wurden, wusste man es im Burgenland: Bohnen sind genial. Unsere Großmütter machten die Familie mit Bohnensterz, Bohnengulasch und Bohnenstrudel froh.
Hier knüpft nun „Bohna Vista – local hub“ aus dem Bezirk Mattersburg an, der neue Verein mit dem rhythmischen Namen verschreibt sich der Erhaltung der burgenländischen Bohnenvielfalt. Initiator*innen sind Biopionier Harald Strassner, Lebensmitteltechnologe Roland Pöttschacher und ORF-Kräuter­hexe Uschi Zezelitsch. Mit der Mission soll das rund 8.000 Jahre alte Lebensmittel vor den Vorhang geholt werden. „Wir wollen den Begriff ,Superfood‘ mit Inhalten füllen und die besonderen Eigenschaften der Bohne für biologischen Ackerbau, Speisekammer, Gesundheit und Hausapotheke für Groß und Klein zugänglich machen“, beschreibt Uschi Zezelitsch.


Bohnenbier

Ihr Mitstreiter Harald Strassner, Biobauer aus Pöttsching, reaktivierte vor einigen Jahren seinen Bohnenanbau und arbeitet dort an rund 15 Sorten. „Bohnen sind ein ,Natural Functional Food‘ und liefern fast alles, was man braucht“, schwärmt Strassner, der auch mit biozyklisch-veganen Teilflächen aufhorchen lässt. Das bedeutet: Diese Flächen kommen entlang der gesamten Wertschöpfungskette komplett ohne tierischen Dünger aus und es wird hier auch keine Futtermittelproduktion für die Tierhaltung betrieben.
Der Dritte im Bunde ist der Lebensmitteltechnologe Roland Pöttschacher aus Loipersbach. Der Visionär rief seine Heimatgemeinde auf, die alten Bohnensorten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und startete quasi mit einer Handvoll Bohnen durch. Er legte einen Bohnengarten hinter dem Gemeindeamt an, mittlerweile arbeitet er mit Bohnen aus 100 verschiedenen Regionen und Quellen. Sie hören auf klingende Namen wie Perlenbohne, Mondbohne oder Yin-Yang-Bohne. „Eine der vielen interessanten Eigenschaften: Jede Sorte schmeckt ein wenig anders. Manche butterartig, andere etwa nach Kastanie“, sagt der Experte, der sogar ein Bohnenbier entwickelte.



Zukunft

Die ersten „Bohna Vista – local hub“-Aktivitäten laufen bereits; mit dem Naturpark Rosalia-Kogelberg wurde das Projekt „Wir sind Bohne“ in den warmen Monaten mit umliegenden Kindergärten und Schulen umgesetzt. Heuer wurden außerdem 32 Bohnenraritäten auf Strassners Versuchsacker angebaut, darunter auch Pöttschachers „Rot-Weiß-Gescheckte“. Zudem wird ein Netzwerk mit nationalen und internationalen Bohneninitiativen aufgebaut, mit dem namhaften niederösterreichischen Verein „Arche Noah“ kooperiert man bereits. Für 2022 ist außerdem ein Bohnenkongress geplant.

Impressionen
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