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Lifestyle | 08.02.2022

Was Frauen wollen

Sind wir Frauen wirklich so kompliziert und unberechenbar, wie es uns oft unterstellt wird? Zwei Frauen analysieren zum Thema Liebe & Beziehungen die Sicht der Frau von heute.

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© Shutterstock

Wir, die Autorinnen dieser Zeilen, stehen beide fest im Leben und in der Liebe. Wir gingen durch Höhen und Tiefen, wie alle Frauen dieser Welt. Und wir haben festgestellt: bei näherer Betrachtung sind unsere Bedürfnisse, Gedanken und Verhaltensweisen schlüssig, nachvollziehbar und sogar vorhersehbar – insbesondere auch, was unsere Liebesbeziehungen betrifft. Wir erlauben uns eine Analyse zum Thema Liebe & Beziehungen, wie wir sie aus unserer Sicht sehen. Das muss nicht die Sicht einer jeden von Ihnen sein, liebe Leserinnen. Doch wir erachten es als wichtig, darüber zu schreiben und zu kommunizieren. Das ist der Sinn unserer neuen Rubrik „Feminin“. Themen, die Frauen bewegen – analysiert und ausgearbeitet von Frauen für Frauen.

Was wollen Frauen von einer Beziehung?

Wir gehen eine Partnerschaft ein, weil wir Liebe und Nähe geben und erfahren möchten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir dafür unsere Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit aufgeben wollen. Wir möchten nicht, dass unser Partner z. B. alle Entscheidungen für uns übernimmt. Aber wir wollen auch nicht diejenigen sein, die stets alle Entscheidungen alleine treffen müssen. Unterstützung, Kommunikation und ein Füreinanderdasein – das sind zentrale Punkte in einer für uns gut funktionierenden Beziehung. Wir entscheiden selbst, was wir brauchen und was nicht, welche Ziele wir erreichen möchten und wie und mit wem wir unsere Lebenszeit verbringen. Dabei wollen wir von unserem Partner verstanden und unterstützt werden und spüren, dass er an uns, unsere Ziele und Visionen glaubt. Er soll es ernst mit uns meinen und uns nicht als selbstverständlich ansehen. Auch haben neue Werte in Partnerschaften Einzug gehalten. Ging es den Frauen früher vorrangig um Sicherheit, sind wir heutzutage selbstständig und können im Idealfall selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen. Also haben wir begonnen, unsere Erwartungen an den Partner weiterzuentwickeln, und sind anspruchsvoller geworden. Das macht Beziehungen auch arbeitsintensiver.

Was wünschen sich Frauen von ihrem Partner?

Wir heterosexuelle Frauen brauchen heute Männer, die keine Angst vor Gefühlen haben. Keine Softies, aber auch keine Machos. Wir wollen etwas, das echt ist, damit auch die Beziehung echt sein kann. Und in Beziehungen geht es nun mal um Gefühle. Wir wollen sie zeigen und darüber reden und brauchen Männer, die das sowohl aushalten als auch mithalten können – ihre Gefühle also ebenfalls zeigen und über sie reden können. Damit ist kein „Zerreden“ gemeint, sondern ein gewisses Maß an emotionalem Austausch als Vertrauensbasis. Dazu gehört auch, ein guter Zuhörer zu sein. In eingespielten Beziehungen gibt es hier die verschiedensten Formen von Kompromissen, da viele Männer wirklich anders zu kommunizieren gelernt haben, als wir Frauen es tun und brauchen. Die Eigenschaft, miteinander richtig gute Gespräche führen und herzhaft lachen zu können, kann sogar das eine oder andere Manko wieder wettmachen. Wir lieben Männer, die uns zum Lachen bringen und denselben Humor haben wie wir. Für Intelligenz, Witz und Charme nehmen wir gerne den einen oder anderen Kompromiss in Kauf.

 

 

Kategorie Traummann – gibt es so etwas heute noch?

Den klassischen, allgemeingültigen Traummann gibt es nicht mehr. Dazu haben wir Frauen uns in den letzten Jahrzehnten zu sehr entwickelt und individualisiert. Ob Mann also mit handwerklicher Begabung und Technik-Know-how punktet oder besser künstlerisch begabt oder kinder- und tierlieb ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben jeder einzelnen Frau ab. Jede entscheidet selbst, was gefällt. Liebesglück ist sehr individuell geworden. Die klassische monogame Beziehung bis ans Lebensende ist seltener geworden. Vielmehr haben wir unterschiedliche Beziehungs- und Familienformen entwickelt: Lebensabschnittspartner, poly­amoröse Beziehungen, On-off-Beziehungen, Patchwork und so weiter. Beziehungen sind anders geworden, mit mehr Individualität und Selbstbestimmtheit.

Was Frauen sich wünschen, aber meist nicht (mehr) sagen

Wir wünschen uns kleine Aufmerksamkeiten zwischendurch. Die Intensität ist dabei unterschiedlich. Für die einen bedeutet das, ein paar Mal im Jahr überraschend Blumen zu bekommen, andere freuen sich über ein paar liebe SMS pro Tag. Viele Frauen wünschen sich mehr Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit, Händchenhalten, ein Kuss auf die Wange, eine Umarmung. Das bedeutet für sie „Wir gehören zusammen“ und „Ich liebe dich“. Ist ein solches Verhalten für den Partner unangenehm, kann das zu Frustration und Resignation führen. Wir Frauen machen uns tendenziell mehr Gedanken über unser Aussehen und tun oft auch viel dafür. Wenn unser Partner im Laufe der vielen Beziehungsjahre in diesem Bereich nachlässt, sprechen wir das selten direkt an, um ihn nicht zu verletzen. Wir würden uns jedoch wünschen, dass er sich bemüht, attraktiv für uns zu bleiben. Auch sexuell haben wir Wünsche und Ansprüche, die wir leider viel zu selten mit unserem Partner besprechen. Ein gutes Sexualleben auch nach vielen Jahren Beziehung ist mitunter ein Indikator für die Gesundheit dieser. Die Häufigkeit und Intensität des Sexes sollte für beide passen, denn sobald sich einer benachteiligt oder unbefriedigt fühlt – und dann womöglich nicht darüber spricht, um den anderen nicht zu verletzen –, könnte das der Anfang einer bedenklichen Spirale sein, an deren Ende nicht selten ein Seitensprung, eine Affäre oder eine Trennung steht.

 

 

Frauen und ihre Gedankenwelt

Was Partner über einander und Partnerschaft generell denken, beeinflusst nachhaltig ihre Beziehungsqualität und ihre Zufriedenheit in Sachen Liebe. Die Selbstbestimmtheit, die wir Frauen uns im Laufe der Jahre erarbeitet haben, kann hier ein großer Vorteil sein.
Wir orientieren uns jetzt weniger an den Vorgaben der Gesellschaft, wie unser Mann und unsere Beziehung zu sein haben. Wir forschen und entscheiden für uns selbst, mit welcher Art Mann und Partnerschaft wir am ehesten glücklich werden können und wollen.

Wir sind auch selbstbewusster geworden

Wir sagen immer mehr, was wir brauchen und was nicht und wo unsere Grenzen sind. Das brauchen Männer auch als Orientierungshilfe. Für sie sind wir ja immer noch zu oft „Wesen von einem anderen Planeten“. Dennoch gibt es ein paar Hürden, die wir auf dem Weg zu unserem Beziehungsglück überwinden müssen. Das sind unsere oft unbewussten Denkmuster und Ängste, die nicht selten zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Es ist die Art und Weise, wie wir als Frauen in unserer Herkunftsfamilie gelernt haben, über verschiedene Situationen zu denken, und wie wir uns dann zu verhalten haben. Ist ein Konflikt bereits ein Drama, das in die sichere Trennung führt? Ist ein Fremdflirt bereits der Anfang vom bitteren Ende? Sind alle Männer notorische Lügner und ist es nur eine Frage der Zeit, bis der eigene es ebenso wird? Es gibt viele sogenannte innere Überzeugungen, die unbewusst in uns wirken und uns das Beziehungsleben erschweren. Das gilt natürlich auch für die Männer. Auch sie haben ungesunde Verhaltensweisen vorgelebt bekommen und reproduzieren sie unbewusst immer noch. All das macht das Erreichen und Erhalten von Liebesglück über viele Jahre noch anspruchsvoller. Was hier hilft, ist, unseren eigenen inneren Mustern und Prägungen, die nicht hilfreich sind, auf die Spur zu kommen. Es hilft, unseren Partner als nicht selbstverständlich zu nehmen und von ihm keine Perfektion zu erwarten. Ebenso hilft es, zu versuchen, seinen Standpunkt einzunehmen und neue Sichtweisen zu entdecken. Nicht jeder Mann, der nicht „Ich liebe dich“ wörtlich ausdrückt, sagt es grundsätzlich nicht. Es gibt viele Arten, „Ich liebe dich“ zu sagen. Oft sind es Taten, die wie selbstverständlich im Alltag untergehen. Oder es sind Zärtlichkeiten, die zur Routine geworden sind. Deshalb sollten wir versuchen, uns von einer starren Sichtweise abzuwenden, unser Gegenüber wieder wirklich wahrzunehmen, seine Bedürfnisse zu erkennen ebenso wie unsere eigenen und mit ihm zu kommunizieren.

 

 Text Nicola Christ-Widmann, Nicole Schlaffer

Fotos Shutterstock, Vanessa Hartmann, Fotostudio Mitterer


Tipps für andauerndes Liebesglück von Nicola Christ-Widmann

  • Seien Sie sich bewusst, dass bestimmte Ereignisse Beziehungen verändern können, oft zum Besseren. Beziehung ist Veränderung. Geben Sie der Veränderung eine ehrliche Chance.

  • Machen Sie sich Ihre Gemeinsam- keiten bewusst. Was vereint Sie? Was wollen Sie gemeinsam erreichen/erleben? Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und erlaubt auch die eine oder andere Freiheit für sich selbst und den Partner.

  • Bleiben Sie realistisch mit Ihren Ansprüchen: den 100%igen Traumprinzen gibt es nicht. Aber viele Männer kommen dem Bild schon sehr nahe.

  • Fragen Sie sich, ob das Fehlver- halten Ihres Partners nicht vielleicht auch ein Zeichen Ihres Unbewussten ist, dass Ihnen selbst unter Umständen genau das fehlt, was Sie gerade kritisieren. Ein Beispiel: Wenn die Partnerin sich da­rüber aufregt, dass sie immer an alles denken muss und ihr Partner sich einfach nur treiben lässt, dann lebt ihr Partner unter Umständen genau das vor, was sie sich selbst nicht erlaubt/gönnt. Vielleicht möchte sie selbst auch wieder einmal loslassen, sich treiben lassen und dass für sie gedacht wird. Aber ihre Ernsthaftigkeit lässt es (noch) nicht zu.

  • Lernen Sie, miteinander Meinungsverschiedenheiten gut zu klären. Streiten, Frust schlucken oder Untergriffigkeiten aussprechen zerstört mit der Zeit jedes noch so starke Fundament. Holen Sie sich bei Bedarf professionelle Unterstützung in einem Paar-Coaching, einer Beratung oder einer Therapie. Das ist keine Schande. Es ist eine Liebeserklärung an einander und Ihre Beziehung.

Glaube an dich! Du schaffest das! Deine Beziehung hat Zukunft.


Die Autorinnen

Chefredakteurin Mag. Nicole Schlaffer, 38

  • geschieden; in einer glücklichen Beziehung
  • liebt ihren Job und das Muttersein von zwei Kindern und einem Plus-Kind
  • Einstellung zu Liebe & Beziehungen: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Jeder kann nur für sich selbst entscheiden, was er möchte und was nicht. Urteile nicht über andere, arbeite an dir selbst.
  • Wahre Liebe ist … den Partner auch dann zu lieben, wenn er es am wenigsten verdient hat.

Beziehungsexpertin Mag. Nicola Christ-Widmann, 47

  • glücklich verheiratet
  • hat Beziehungen zu ihrem Job gemacht und verhilft Menschen zu mehr Liebes- und Lebensqualität (www.widmann-wirkt.com)
  • Einstellung zu Liebe & Beziehungen: Die schönste Liebeserklärung? „Schatz, lass uns den Mist unserer Vergangenheit zum Dünger unserer gemeinsamen Zukunft machen.“
  • Wahre Liebe ist … den Partner zu lieben, OBWOHL er ist, wie er ist, und nicht mehr WEIL er ist, wie er ist.

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