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Lifestyle | 17.02.2022

Die Meinung unserer Leserinnen

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Monogamie ist unnatürlich

Es gibt viele Arten von Liebe und Beziehungen. Unsere Art zu lieben und zu leben ist in ständiger Bewegung, geprägt von aktuellen, gesellschaftlichen Eigenheiten. Warum leben wir monogam und ist das wirklich die einzige, wahre Lebensweise? Ich halte dagegen und behaupte, sie ist sogar unnatürlich. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass Monogamie gegen unsere innersten Ur­instinkte geht und es daher auch immer wieder zu Seitensprüngen bis hin zu Affären kommt. Wir sind ursprünglich Herdentiere mit saisonal wechselnden Geschlechtspartnern, aber so leben wir nicht mehr. Wir leben heute alleine, doch ganz alleine wollen wir nicht sein, vor allem im Alter, davor haben wir alle Angst. Daher gefällt uns das Konzept der Monogamie: Es sichert uns im Alter ab. Auch Kinder sichern uns im Alter ab. Sicherheit, das mögen wir.

Und obwohl dieses Konzept eigentlich aus einer Zeit ohne Sozialsysteme, ohne ordentlicher Krankenversicherung stammt, aus Zeiten, in denen Frauen ohne Männer keinen Wert hatten, überdenken wir unser Verhalten, unsere Strukturen nicht. Wir trauen uns nicht, aus Altbewährtem auszubrechen – ja, ich auch nicht.

So habe ich eine Zwischenlösung gefunden: Ich lebe offiziell monogam, seit mehr als einem Jahrzehnt verheiratet, und führe mit meinem Mann eine gute, eingespielte Alltagsbeziehung, die mir jedoch nicht immer reicht, dann kommen Seitensprünge und Affären ins Spiel. Doch ganz von dieser Beziehung kann ich mich auch nicht trennen. Ich liebe meinen Mann, wir haben viel überwunden und haben uns wirklich gut zu einem Team entwickelt. Aber das prickelt halt nicht immer und so muss ich mir helfen. So, dass es ihm nicht wehtut, also logischerweise ohne sein Wissen. Moralisch verwerflich, nach unseren Gesellschaftsnormen. Doch ist es das? Oder rette ich so unsere Beziehung und mache es mir möglich, trotz meiner Instinkte ihn und mich für das Alter, gemeinsam, abzusichern? Gut, das könnte ich auch tun und ihm gegenüber dabei ehrlich sein – doch mit offenen Beziehungen habe ich sehr schlechte Erfahrungen. Meist kann man gut mit den eigenen Seitensprüngen umgehen, doch die der anderen verletzen. Aber eben nur, wenn man davon weiß. Ich weiß auch nicht, was er manchmal so treibt, und will es auch nicht wissen. Nicht einmal erahnen. Dann fühle ich mich wohl.vSo sehe ich es eben in meiner Verantwortung, ihn nicht zu verletzen. Und als Nebeneffekt verlängert es eine Beziehung, die durchaus ihren Wert hat. Für uns beide. Wir sind Familie. Aber Spaß und Kribbeln will ich dennoch in meinem Leben nicht missen.

Ich fühle mich also manchmal wie ein glücklicher Single, dann wieder wie in einer glücklichen Beziehung, manchmal bin ich auf der Suche und hie und da gibt es verschiedene, durchwachsene Beziehungen.

Ich mag Familie, mag aber auch guten Sex, tolle Gespräche, will das Gefühl der Loyalität haben und auch geben, manchmal turnt mich Intelligenz an, oft reicht aber auch nur ein guter Körper schon aus. Wir sind so vielschichtig, nicht nur als Summe an Frauen, sondern sogar in uns. Und wer sagt, dass wir nicht alles, oder zumindest mehreres, haben dürfen, um uns selbst – und damit durchaus auch unser näheres Umfeld – glücklich machen zu können?


Per E-Mail von Anna P.
(Name von der Redaktion geändert)


Partnerschaft auf Augenhöhe

© beigestellt

Gemeinsam in Liebe alt werden und das Glück für immer festhalten. Ich denke, das wünschen wir uns alle. Selbst die stürmischste und leidenschaftlichste Liebe ist kein Garant für eine dauerhaft glückliche Beziehung. Im Laufe der Jahre nagt der Alltag an jedem Liebesglück. Es gibt wohl kein allgemeingültiges Erfolgsrezept für eine glückliche Partnerschaft auf Lebenszeit. Jeder Mensch definiert hier die Zutaten anders. Nach neun Jahren Ehe und insgesamt 23 Jahren Beziehung mit meinem Mann kann ich für mich festmachen, dass ein Minimum an Gemeinsamkeiten vorhanden sein sollte. Obwohl wir als Menschen grundverschieden sind, haben wir dennoch ähnliche Wertvorstellungen und Weltanschauungen. Das Leben hat auch meinen Mann und mich im Laufe der Zeit geprüft und wir haben auch Herausforderungen, wie die Krebserkrankung meines Mannes, zusammen gemeistert. Ich denke, dass man den Fortbestand einer Liebe durch gemeinsame Kinder, Reisen oder Ziele festigt. Offene Kommunikation ist für mich das A und O einer gut funktionierenden Beziehung. Es ist wichtig, mit dem Partner über Gefühle, Ängste, Sorgen, Träume und Wut sprechen zu können. Vor allem aber ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe erstrebenswert. Als berufstätige Mama und Ehefrau ist es mir wichtig, dass Rechte und Pflichten gerecht aufgeteilt sind. Ich habe das Glück, in einer Partnerschaft zu sein, in der wir das auch tatsächlich leben.  

Und die Liebe? Die Liebe wächst mit jedem Tag, wenn ich meinen Mann in seiner Rolle als Papa sehe. Er ist der liebevollste und aufopferndste Papa, den es für ein Kind geben kann.


HAK-Professorin, Bloggerin, Influencerin und Working-Mum Meliha Eichinger

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