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Lifestyle | 27.04.2022

Unsere Buchtipps … 

… im April

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Hamdraht

Ich muss gestehen, das erste Buch von Martina Parker („Zuagroast“) NICHT gelesen zu haben. Ohne Vorkenntnisse stürzte ich mich also in den Garten-Krimi „Hamdraht“, der mit Garten gar nicht so viel zu tun hat wie befürchtet. Die guten Rezensionen und den kleinen Hype rund um das erste Parker-Buch hatte ich dennoch im Hinterkopf und war umso gespannter auf den Inhalt des zweiten Werks. Spoiler vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht. Als Mittelburgenländerin ist mir das Heanzische natürlich sehr vertraut (für alle Nicht-Insider gibt es die Übersetzung in den jeweiligen Fußnoten), dadurch fühlte ich mich schmunzelnd oft in burgenländische Alltagssituationen hineinversetzt – und auch die Charaktere im Buch kenne ich nur zu gut: die neugierige und eifrige Lokaljournalistin, die kein gutes Händchen für Männer hat; die unglücklich verheiratete Köchin, die weit unter ihren Fähigkeiten werkeln muss; die überkandidelte Blenderin und Geschäftsfrau, die verbissen einer Vorstellung nachhastet; der in der Midlife-Crisis steckende Unternehmer, dem die Fäden nach und nach aus der Hand gleiten; die intolerante alte Dame, die über alles mit ihrem ganz eigenen Hausverstand drüberfährt … Das alles versieht Parker mit einem mondänen Touch, viel nebenbei gestreutem Wissen über das Südburgenland und seine Kultur und mit einem süffigen, locker-eloquenten Schreibstil, der sich exzellent in mein Herz schleicht. Spannende Wassertierchen-Infos und Gedanken von Wasserleichen gibts noch obendrauf.


Absolute Leseempfehlung!


Rezension von Chefredakteurin Nicole Schlaffer


„Hamdraht“

von Martina Parker

• Gmeiner Verlag

• 502 Seiten

• Taschenbuch

• ISBN: 978-3839201374

• Preis: € 18,–


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„Rotkäppchen rettet den Wolf“

Schönen Dank an die fantastische Illustratorin Gemma Palacio: Juchu, Rotkäppchen trägt Shorts und Sportschuhe! Ich fragte mich schon immer, wie das Mädel in seinen Tussi-Ballerinas durch einen Wald kommen soll. Zweiter Lacher, noch bevor ich zu lesen beginne: Auf ihrem Kapperl steht „I love Lupo“. Ich feiere die im Südburgenland aufgewachsene Autorin Petra Piuk: Ihr Rotkäppchen ist genial! Es lebt mit seiner Mama in einer Wohnsiedlung und träumt davon, superheldinnenmäßig den Planeten zu retten. Der Wolf ist kein Bösewicht, sondern ein menschenscheues Tier und ein liebevoller Papa, der mit seiner Luna jede Menge Jungen mit lustigen Namen großzieht. Und es ist nicht die Oma krank, der Wald muss gerettet werden; nicht nur dass ihn Bürgermeister Wolfgang Wolf zumüllt, jetzt will er dort auch noch ein Einkaufszentrum bauen! Das muss verhindert werden, zum Glück gibt’s Oma, die ihren Mann bei der Au-Besetzung kennenlernte und die Enkelin bei ihrer cleveren Mission unterstützt. Und wenn jetzt jemand protestiert: „Aber bitte, man muss doch auch den Klassiker kennen!“ – Keine Sorge, Petra Piuk schreibt nicht nur klug und pointiert, sie ist auch service­orientiert: Das Originalmärchen fasst sie gleich am Anfang zusammen, da bleiben keine Wünsche offen. Gehört in jedes (nicht nur Kinder-)Bücherregal!

Rezension von Redakteurin Viktória Kery-Erdélyi


„Rotkäppchen rettet den Wolf. Ein Nicht-Märchen“

von Petra Piuk (Autorin), Gemma Palacio (Illustratorin)

• Verlag Leykam

• 64 Seiten

• Hardcover

• ISBN 978-3-7011-8229-9

• Preis: € 15,–