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Lifestyle | 20.05.2022

„Ich bin ja heut so glücklich“

Unsere Buchrezension von CR Nicole Schlaffer

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© Verlag

Für viele war Renate Müller nur irgendeine Schauspielerin aus den 1920er- und 30er-Jahren. In diesem Buch spielt sie die Hauptrolle – und die bewegt. Müller wuchs in München auf, bevor sie mit ihrer Familie nach Danzig zog. Dort sollte sie ihrem Vater als Journalistin folgen, doch sie hatte andere Pläne, schmiss die Schule und wollte nach Berlin, um dort in die Film- und Theaterbranche einzusteigen. Mit der Liebe hatte sie kein großes Glück, doch dann traf sie den jüdischen Bankierssohn Georg Deutsch, der sie sowohl die Liebe als auch den Schmerz lehrte. Ein besonders prägnanter Charakter im Buch ist auch Renates Jugendfreund Werner Lohse. Alles, was er in seinem Leben anpackt, scheint schiefzugehen, bis er die Bekanntschaft eines gewissen Dr. Joseph Goebbels macht, der ihn zu seinem Lakai ernennt und ihm die große Karriere verspricht, für die er sogar seine Liebsten verrät.
Die Autorin Charlotte Roth versteht es, Zeitgeschichte in Romane zu verpacken – und ich liebe es, diese zu lesen. Auf der einen Seite bekommt man dadurch einen authentischen Einblick in die damalige Zeit mit vielen Side-Infos und auf der anderen Seite pickt sich Roth immer wieder Persönlichkeiten aus der Vergangenheit heraus und haucht ihnen so viel Leben ein, dass man glauben möchte, mit ihnen gelebt zu haben. Ihr intensiver, flüssiger und eindrucksvoller Schreibstil macht für mich einen perfekten Roman aus. Mit einem Hauch Drama, einer Portion Liebe und vielen apodiktischen Dialogen. Ausgesprochene Leseempfehlung!

Rezension von Chefredakteurin Nicole Schlaffer

„Ich bin ja heut so glücklich“

von Charlotte Roth

  • Droemer HC
  • 416 Seiten
  • Hardcover
  • ISBN: 978-3426282267
  • Preis: € 22,62