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Lifestyle | 09.10.2015

Diagnose Brustkrebs

Das Interview mit einer Betroffenen.

Sabine Osvald erfuhr im Jänner 2015, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Die Diagnose kam kurz nach ihrem 39. Geburtstag und bedeutete zunächst den Weltuntergang für die junge Mutter von zwei Töchtern. Mit der BURGENLÄNDERIN sprach die Oberwarterin über ihre Krankheit, wie sie damit umgeht und über die Auswirkungen auf ihr Alltagsleben. 

Wann haben Sie von der Diagnose erfahren?

Im Jänner, danach folgte die Biopsie, Chemo und Mitte Juli war die Operation. Nach der Operation und Chemotherapie besteht zu einem kleinen Prozentsatz noch die Möglichkeit, dass etwas zurückgeblieben ist, daher folgt jetzt noch die Vorsorge-Bestrahlung.

Was war Ihre erste Reaktion?

Momentan Weltuntergang. Ich dachte, ich muss sterben und habe nur meine Kinder gesehen. Ich wusste ja wochenlang nicht, ob der Krebs gestrahlt hat, das war eine sehr große Belastung. Ich habe zwei Töchter mit 9 und 13 Jahren und stand mitten im Berufsleben. Es kam auch die finanzielle Sorge dazu, da ich meine Arbeit verlor. Mein Dank gilt der Krebshilfe, die mir sehr geholfen hat und seit Kurzem erhalte ich auch finanzielle Unterstützung für Medikamente, Perücke, etc.

Haben Sie es selbst entdeckt, oder war es bei einer Untersuchung?

Da muss ich kurz ausschweifen: Ich hatte bereits im Alter von 20 Jahren einen Knoten, damals allerdings gutartig, und wurde operiert. Aber heuer bin ich, wie damals, selbst draufgekommen.

Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen?

Ich bin ein neugieriger Mensch und habe viel gelesen. Das war nicht immer gut. (lacht) In Güssing konnte ich mit einer Psychologin reden, das war sehr wichtig. Es ist mir noch nicht jeden Tag zum Lachen zumute. Ich muss einen Weg finden, mit der Krankheit und dem Risiko, dass sie wiederkommt, umzugehen. 

Hat sich Ihr Lebensstil, Ihr Alltag durch die Diagnose geändert?

Gravierend hat sich nichts geändert. Ich bin mit meinem Mann seit 25 Jahren zusammen, wir hatten vorher auch schon Höhen und Tiefen. Die Krankheit ist aber das Ärgste. Doch bei vielen Dingen, über die ich mir vorher den Kopf zerbrochen habe, denke ich jetzt nur: »unnütz!«. 

Wie hat sich Ihr Äußeres durch die Therapie verändert?

Ich hatte lange blonde Haare, jetzt trage ich eine Perücke. Man wird weniger eitel. Nach der ersten Chemo ließ ich 25 Zentimeter abschneiden und habe die Haare gespendet, das geht im Spital in Oberwart. Später ließ ich sie abrasieren und setzte gleich die Perücke auf ohne viel darüber nachzudenken. Erst nach zwei Tagen konnte ich in den Spiegel schauen, da musste ich weinen. Jetzt wachsen sie schon wieder.

Gibt es etwas oder jemanden, der Ihnen besonderen Halt gab.

Meine Taufpatin unterstützt mich sehr. Und einmal im Monat gehe ich zur Selbsthilfegruppe für Brustkrebs in Oberwart.

Was würden Sie betroffenen Frauen raten?

Kämpfen, kämpfen, kämpfen! Es ist kein Todesurteil.

Vor und während der Chemo