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Lifestyle | 20.06.2016

rennersistas: ohne Filter, aber mit viel Bass

Sie sind so wie ihre Weine: frisch, natürlich und authentisch. Stefanie und Susanne ­Renner bringen mit ihren Naturweinen neuen Schwung in die Weinbranche. Wir sprachen mit den „rennersistas“ über tanzbare Musik im Weinkeller und überlaufende Fässer.

Man muss einfach mitlachen. Wenn Susi und Steffi Renner erzählen – tun sie das immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Die beiden Schwestern aus Gols haben auch allen Grund zur Freude. Sie mischen mit ihren ganz persönlichen Weinen derzeit die Weinszene auf. Klassische Weine gibt es viele – die „rennersistas“ gibt es nur ein Mal. Mit ihren unfiltrierten Naturweinen heben sich die Sistas vom Weingut ihres Vaters Helmuth Renner ab – und doch gehören sie komplett dazu. Aber so richtig intensiv erst seit ein bis zwei Jahren. Klar, die Kindheit war vom Leben am Weingut geprägt, doch anstatt sich in väterliche Nesseln zu setzen, gingen Susi und Steffi zuerst eigene berufliche Wege. Susi fertigte als Modistin Kopfbedeckungen aller Art und Steffi versuchte sich an der Uni zuerst in der technischen Mathematik, absolvierte dann jedoch an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Mit dem Gedanken, zuhause in den Betrieb einzusteigen, spielten die beiden schon länger: „Natürlich war das immer im Hinterkopf. Aber wir wollten uns damit nicht stressen, denn wir wussten, wenn wir es machen, ist es eine Entscheidung fürs Leben. Und die haben wir auch noch keinen einzigen Tag bereut.“

Für ihr eigenes Label „rennersistas“ haben sie sich vom Weingut Renner die Weingärten ausgesucht, die sie dafür haben wollten und diese sowohl draußen, als auch im Keller selbst bearbeitet – und nun sind ihre ersten Babys in der Flasche: der 2015er-Jahrgang. Darin liegen all ihr Herzblut und ihre Erfahrungen aus dem Ausland. Denn Steffi war in den letzten Jahren viel bei anderen Weingütern unterwegs, um ihre Vorstellung vom perfekten, natürlichen Wein zu festigen: jeweils einige Monate in Südfrankreich, Südafrika und Australien. „Es geht nicht nur um die Einstellung, wie man Wein macht, sondern um eine ganze Lebenseinstellung. Ich habe im Ausland mehr gelernt, als ich jemals auf einer Uni hätte lernen können. Natürlich war es anstrengend, ich habe sehr viel gearbeitet, den Weg der Traube in die Flasche genau verfolgt. Aber es ist einfach extrem leiwand, wenn dir die Arbeit so taugt, dass es dir gar nicht wie Arbeit vorkommt.“ Wenn Steffi und Susi vom Wein sprechen, blitzen ihre Augen voller Elan und Leidenschaft. Deswegen ist die Herstellung von Natural Wines für die Schwestern auch kein Trend, sondern eine Ideologie. „Es ist zwar immer noch Alkohol, aber es erwägt andere Emotionen, wenn man sich darauf einlässt. Es ist für uns mehr als nur Wein, es ist ein Produkt, das wir mit Leib und Seele gemacht haben und zu dem wir stehen. Es kann uns nichts Schlechtes tun, weil wir nichts Schlechtes hineingetan haben.“ 

Sind wir nicht alle ein bisschen Helmuth? Und das, was sie hineintun, wird davor gehegt und gepflegt, damit es sich voll entfalten kann. Ohne Schwefel, ohne Filtrierung. Ihre erste Ernte wird ihnen dabei wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Und ihrem Vater auch. Ein früherer Lesezeitpunkt; nicht rebeln, sondern ganze Trauben; filtrieren, sicher nicht! Die Grundfesten von Helmuth Renner erzitterten ob dieser eigenwilligen Bearbeitung. Und in Anlehnung an die Stimmungen ihres Vaters haben Susi und Steffi mithilfe der ältesten Methode Schaumwein gemacht. Entstanden ist „Pet Nat – in a hell mood“, Helmuth fragt heute noch manchmal, was das jetzt genau heißt. 

Ansonsten arbeiten die Renners Hand in Hand zusammen. Die Arbeit wird geteilt: Während Steffi und Helmuth viel im Keller sind, kümmert sich Susi nebenbei noch um Marketing und Kundenwünsche. Die Weingartenarbeit macht die ganze Familie. Und natürlich ist das Networking nicht außer Acht zu lassen: „Wir waren letztens in Spanien, ein Winzer-Freund von uns hat dort ein Fest gemacht. Es ist einfach cool, wenn man nicht betriebsblind ist und nur die eigenen Weine trinkt, sondern auch immer wieder schaut, wie andere arbeiten.“ 

Und gearbeitet wird bei den Renners viel. Dazu gehört für die Sistas auch Musik im Weinkeller und Weingarten – und die muss tanzbar sein: „Wir haben’s gerne ein bisschen lauter und mit mehr Bass.“ Viel davon haben sie jedoch an einem bestimmten Sonntag im Jahr 2015 wahrscheinlich nicht vertragen. Trotz der Party am Samstag, war am Sonntag darauf den ganzen Tag Kellerarbeit angesagt, weil alle Fässer übergelaufen sind: „Wir haben den ganzen Sonntag damit verbracht, den Wein von den Fässern in die Kübel zu füllen.“ Trotzdem ist ihnen das Lachen nicht vergangen – und das ist gut so.

Susanne und Stefanie Renner

Susi:

  • geboren am: 15.11.1987
  • aufgewachsen in: Gols
  • Ausbildung: Kolleg für -Modedesign/Modistin, Wein-akademie Palais Coburg
  • Familienstand: liiert

Steffi:

  • geboren am: 10.04.1991
  • aufgewachsen in: Gols
  • Ausbildung: Bachelor -Kulturtechnik und Wasserwirtschaft BOKU,
    Weinakademie Palais Coburg
  • Familienstand: nicht liiert

Weingut rennersistas:

  • Größe gesamt (mit Renner): 13 ha
  • Export: europaweit
  • Mitglied bei: Pannobile
  • Zertifizierung: AT-BIO-402

www.rennerhelmuth.at