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People | 15.02.2019

Brauche ich das wirklich?

Schon mit Ordnungsberaterin Marie Kondo am TV-Schirm Bekanntschaft gemacht? Ausmisten und Sortieren liegen im Trend. Wir holten Tipps von „Schrankflüsterin“ Regina Halbauer.

Regina Halbauer liebt klare Systeme. So sehr, dass sie ihre Stunden in einem namhaften Modehaus reduzierte und als selbstständiger Ordnungscoach durchstartete. Mittlerweile ist sie in ganz Ostösterreich unterwegs, beriet gar schon Kunden in Deutschland via Internet und erweiterte zuletzt ihr Portfolio um ein Abo für zufriedene „Wiederholungstäter“. Wir luchsten der „Schrankflüsterin“ Tipps für den Hausgebrauch ab.

 

Hausbesuche. Küche, Kasten, Garage: Regina Halbauer schafft neue Systeme.


Kleidung.

Das hört man von einer Modeberaterin selten: „Ich kaufe mir kaum noch Neues“, verrät Regina Halbauer. Das Konsumfasten tut ihr gut, gleichzeitig wurde ihr Stil extravaganter. Wie das geht? „Kleidertauschpartys sind absolut im Trend. Da treffen einander zehn, 15 Frauen, alle bringen Modelle mit, die sie nicht mehr tragen. Die werden dort von anderen anprobiert und wechseln die Besitzerinnen.“ Die Konfektionsgröße spielt keine Rolle, „ich habe schon erlebt, wie eine ungeliebte Jacke einer 1,80 Meter großen Frau zum genialen Mantel für eine 1,60 Meter große Dame wurde“. Dabei hat sie eine klare Regel: Für ein neues Stück muss ein altes gehen. Angst vor Trennungsschmerzen? Sie rät: Ist man unsicher, führt man das lange nicht mehr getragene Kleidungsstück noch mal aus. „Zwickt es, sind die Ärmel zu lang, fragt Sie ein Bekannter, ob Sie vielleicht krank sind, können Sie das Teil weggeben.“ Tauschpartys sind eine Option (und außerdem auch ideal zum Netzwerken), Kleidersammlungen wohltätiger Organisationen bieten viele weitere sinnvolle Möglichkeiten. Sie brauchen Platz im Kleiderkasten? Hand aufs Herz: Wie viele Shirts, Hosen und alte Schuhe benötigen Sie wirklich für Garten- und Hausarbeit?


Küche und Wohnzimmer.

Die Reiche der ganzen Familie – da müssen alle an einem Strang ziehen: Jeder Gegenstand braucht einen Platz, von dem auch alle wissen. Lange nicht mehr ausgemistet? Regina Halbauer: „Wie viele Siebe besitzen Sie? Wann haben Sie das letzte Mal den Gurkerllift verwendet? Benützen Sie alle Gläser, die Ihnen in Jugendjahren die Pepi Tant’ für die erste Wohnung überlassen hat?“ Kinderzimmer. „Ich habe meinen Sohn mit zweieinhalb Jahren ein Zimmer aufräumen lassen“, triumphiert die „Schrankflüsterin“ und räumt lachend ein: „Er hat alles hinter der Tür aufgetürmt.“ Spaß beiseite: Kinder sollten so früh wie möglich beginnen, eigenverantwortlich aufzuräumen – auch wenn ihr System anfangs noch Support braucht.


Bastelarbeiten der Kids.

Eine heikle Sache, die freilich Fingerspitzengefühl braucht. Eine mögliche Lösung: Regelmäßig das eine oder andere „verschwinden“ lassen, dafür hübsche Stücke aufhängen, am Tisch platzieren, „also plakativ ins Rampenlicht stellen“.


Das Reich der anderen.

Es gibt ein absolutes No-Go: „Sortieren Sie nie die Schätze anderer Familienmitglieder aus. Das darf jeder nur für sich selbst.“


Geschenke.

Schon Dinge bekommen, die Sie so gar nicht brauchen können? „Versehen Sie sie mit Pickerln, wann und von wem Sie es bekommen haben – und schenken Sie es ruhig weiter.“ Umgekehrt gibt es für nachhaltiges Schenken auch Strategien: „Ich führe ein kleines Buch und bin hellhörig. Sobald jemand in meinem Umfeld von etwas schwärmt, schreibe ich es auf – und wenn der nächste Geburtstag kommt, schlage ich einfach nach.“

Info: www.dieschrankfluesterin.com

Vorher–nachher

Fotos: michaelagabler.com, Regina Halbauer