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People | 25.09.2020

Property in PINK

Pink ist ihr Markenzeichen. Sie ist der Shooting-Star der Wiener Immobilienszene: Die 25-jährige Linda Pfeiffer aus Mörbisch macht Mut, sich von seinen Zielen nicht abbringen zu lassen.

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„Erfolg bedeutet Glück gepaart mit Aktivitäten.“ Linda Pfeiffer, 25, Immobilien-Expertin ©Philipp Lipiarski/www.goodlifecrew.at

Man glaubt nicht, dass eine 25-Jährige vor einem sitzt, wenn man Linda Pfeiffer sprechen hört. So viel Fokussiertheit, Energie und Eloquenz – damit bringt sie ihr Gegenüber fast immer zum Staunen. Und der Erfolg gibt ihr Recht: „Wenn man mir vor fünf Jahren gesagt hätte, dass ich heute das mache, was ich mache, hätte ich es nicht geglaubt.“ Begonnen hat alles damit, dass sie mit dem Gehalt von 1.350,– netto vor sechs Jahren als Kindergartenpädagogin für ihre Begriffe nicht finanziell unabhängig genug war. So überlegte sie sich damals mit 19 Jahren, was sie „nebenbei“ noch machen könnte. „Ich war schon immer jemand, der etwas tun wollte, ich spreche gerne mit Menschen und bin voller Energie, wenn ich Projekte umsetze.“ So kam Linda durch ihren Freund auf die Idee, eine Wohnung zu kaufen – als Wertanlage. Doch mit 4.000 Euro Eigenmittel kein leichtes Unterfangen. Viele Banken lehnten es ab, sie zu unterstützen. Bis eine Bankberaterin ihr den Tipp gab, eine Wohnung zu finden, die unterbewertet ist und die ihr die Bank dadurch ohne Risiko finanzieren würde. So begann ein Kreislauf, durch den Linda Woche für Woche Wohnungen besichtigte, sich intensiv über den Immobilienmarkt informierte. Schon bald wurde die gebürtige Mörbischerin in Eisenstadt fündig. Und dies war erst der Anfang, weitere Wohnungen kamen hinzu. „Zu Zeiten, in denen meine Freunde unbeschwert in den Urlaub fuhren und überlegten, was sie studieren wollten, war ich mit über 500.000 Euro verschuldet.“ Immer riskantere Projekte kamen hinzu, dann auch schon in Wien. Sie verkaufte die ersten Wohnungen stark gewinnbringend und investierte die Eigenmittel in weitere Käufe. Und das alles neben einem 40-Stunden-Job als Kindergartenpädagogin, vier Jahre lang. Dann kam der Entschluss, gemeinsam mit Investoren ein Unternehmen zu gründen, dessen Erfolg auf der Energie und dem Einsatz der 25-Jährigen beruht. Linda Pfeiffer kümmert sich bei Helida um sämtliche operativen Geschäfte, gemeinsam mit ihren zwei Angestellten. Das derzeitige Hauptaufgabengebiet des Unternehmens ist der Ankauf von sanierungsbedürftigen Wohnungen/Häusern, die anschließende Sanierung und der Weiterverkauf – oft auch in Verbindung mit Home-Staging (Anm.: Professionelles Einrichten und Adaptieren der Wohnräume zur Verkaufsförderung).

Impressionen
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Die Wohnung in der Josefinengasse 8 im 2. Bezirk wurde umfangreich saniert und innerhalb von zwei Wochen an eine glückliche Kundin verkauft.

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Großer Wert wird auf Qualität, Nachhaltigkeit und Design gelegt.

Hattest du in deiner Anfangszeit nie Angst, dass du dich übernimmst oder dass etwas schiefläuft?

Nein, weil ich immer wusste: Ich habe keine Kinder, bin für mich alleine verantwortlich, weiters habe ich kein Geld von anderen Personen in meine Unternehmungen miteinbezogen, war also finanziell unabhängig. Wenn ich es verhaue, verhaue ich es also nur für mich. Daher war und ist meine Einstellung immer: Ich mache einfach, sollte etwas schiefgehen, gibt es immer irgendwie einen Weg. Natürlich habe ich mich auch mal übernommen. Ich habe eine Gewerbeimmobilie gekauft und war damals schon am Limit. Dann gab es in dieser Immobilie zwei Kanalrohrbrüche, verursacht durch das Nebenhaus. Plötzlich benötigte ich also 20.000 Euro, die ich nicht hatte. Da bin ich sehr dankbar, dass meine Familie und Freunde mich kurzfristig unterstützt haben.

Du arbeitest sozusagen rund um die Uhr – wie sieht dein Alltag aus?

Früher habe ich neben dem 40-Stunden-Job im Kindergarten jeden Abend und jedes Wochenende damit verbracht, mir mein Business aufzubauen. Ich war weder bei Familienfeiern noch bei Geburtstagen von Freunden. Mich einfach mal mit einer Freundin am Nachmittag zum Kaffee zu treffen, ist für mich heute noch unvorstellbar. Mein Partner war all die Jahre an meiner Seite und hat mich immer unterstützt, ist mit mir mitgefahren Wohnungen ansehen, Gebäude reinigen und herrichten – er war immer stolz auf das, was ich mache. Und auch viele Freunde sind trotz der wenigen Zeit geblieben. Sie ermutigen mich, weiterzutun und meinen Erfolg weiterhin zu pushen – dafür bin ich dankbar. Ich mache das, was mich unendlich erfüllt und mir Spaß macht. Die viele Arbeit stört mich nicht. Ich komme meist gegen 20 Uhr nach Hause und sitze dann ab 22 Uhr wieder vor dem Computer. Auch mein Freund arbeitet sehr viel. Wir sind stolz darauf, dass wir uns letztes Jahr für unsere harte Arbeit belohnen konnten und in eine schöne Dachgeschoßwohnung im 9. Bezirk gezogen sind.

Was gehört alles dazu, um so erfolgreich zu sein?

Ich glaube, es ist Glück gepaart mit Aktivitäten. Ich habe immer viel gemacht. Wo andere Leute sitzen und in die Luft schauen, habe ich mit Menschen gesprochen. Wenn du viele Aktivitäten setzt, dann kommen auch Möglichkeiten auf dich zu. Ich hatte auch das Glück, dass ich Leute getroffen habe, die mich gefördert und gefordert haben. Die Chancen habe ich immer alle ergriffen. Ich habe neben meinem Job und den Immobilien dann zu studieren begonnen, das läuft jetzt noch nebenbei. Manchmal weiß ich selber nicht, wie ich das alles schaffe, aber wenn ich in dem Drive bin, dann denke ich nicht darüber nach.


Dein Business ist sehr männlich dominiert. Hast du es schon erlebt, als junge Frau nicht für voll genommen zu werden?

Ja, oft. Ich gehe zu Terminen und die Leute lachen und fragen, wann der Chef kommt. Ich werde auch gefragt, ob ich die Freundin oder Tochter von einem der Investoren bin. Auch den Neid von manchen Leuten habe ich schon durch diverse Aussagen gespürt.
Da stehe ich drüber. Ich bin nicht auf solche Leute angewiesen. Natürlich kränkt es mich manchmal und ich ärgere mich – hey, wir haben das Jahr 2020! Aber ich weiß, was ich kann, und lerne jeden Tag dazu. Ich bin stolz darauf, dass ich mir all das selbst erarbeitet habe.


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Nachher:

0815 war gestern: Modernes Design im Stiegenhaus verleiht der Wohnung einen besonderen Flair.

Welche Eigenschaften braucht es, um gut „in Immobilien“ zu sein?

Willen und Durchhaltevermögen. Man muss sich sehr viel anschauen. Ich habe in den ersten Jahren unzählige Wohnungen und Häuser besichtigt, viele Makler getroffen. Wenn ich mir 50 Wohnungen angesehen habe, habe ich vielleicht eine davon gekauft.


Wie siehst du die Immobilienbranche derzeit?

Nach der Coronavirus-Krise und dem Commerzialbank-Skandal investieren die Leute ihr Geld lieber, bevor sie es auf der Bank liegen lassen. Es wird also viel gekauft. Der Wiener Speckgürtel reicht bis nach Eisenstadt und Neusiedl – dort sind die Preise in den letzten Jahren enorm gestiegen und werden es noch weiterhin tun. Wir haben durch Corona auch sehr viele Anfragen von Paaren bekommen, die sich getrennt haben und dann die Scheidungswohnung verkaufen wollten. Oder von Leuten, die gemerkt haben, dass sie mehr Platz oder mehr Grünfläche brauchen und daher von Wien aufs Land hinausziehen wollen. Wir freuen uns über jeden, der uns sein Vertrauen schenkt und den wir mit einer professionellen Abwicklung Wohnraum abnehmen können oder ihm umgekehrt das passende Haus oder die passende Wohnung zukommen lassen dürfen.


Welchen Tipp hast du für Menschen, die gründen möchten?

Wenn man ein Ziel hat, sollte man immer daran festhalten, selbst wenn es dazwischen mal so aussieht, als würde es nichts werden. Und auch wenn andere es nicht verstehen: nicht aufgeben. Ich habe auch manchmal Phasen, da frage ich mich, warum ich mir das antue. Rückblickend weiß ich dann immer genau warum. Ich schreibe mir sowohl meine Jahresziele auf als auch die erreichten Ergebnisse. Ich visualisiere gerne, was ich einmal haben möchte, dann weiß ich, wofür ich es mache.



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Facebook: Helida-Immobilien

www.helida.at

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Nachher: In dieser 38 m2 großen Wohnung wurde eine Zwischenwand eingezogen, wodurch das Bett abgetrennt ist, jedoch weder Licht noch das offene Raumgefühl verloren geht. Rechts das Foto vor der Sanierung.

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Home-Staging:

Möbel geben dem Kunden eine Idee und zeigen, wie Räume genutzt werden können. Die Einrichtung kann anschließend optional übernommen werden.