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People | 09.03.2015

Architektur...

...made by Burgenländerinnen. Bauobjekte wirken lange nach und kosten viel Geld. Häuser zu planen und zu bauen ist daher ein verantwortungsvoller Job. Die BURGENLÄNDERIN stellt Architektinnen vor, die hierzulande jeweils ein eigenes, kleines, feines Büro führen.

Fotos: Architekturbüro Filipovits-Flasch, med.planning.GmbH,
BEST(un)BUILT®, S & P Architekten, SYNC Architecture, Fotolia, beigestellt

Ein Bauvorhaben ausschreiben, beaufsichtigen, begutachten, berechnen, beurkunden, bewerten, einreichen, entwerfen, gestalten, kalkulieren, kontrollieren, koordinieren: Das Berufsfeld von staatlich befugten und beeideten Architektinnen ist weit. Lang ist der Weg, um den Berufstitel führen und selbstständig ein Architekturbüro leiten zu können: der Abschluss eines Architektur-Studiums, drei Jahre Berufspraxis, davon ein Jahr am Bau, danach die Ziviltechniker-Prüfung. Diese Laufbahn absolvierten auch Sonja und Michaela Kremsner aus Draßburg, Daniela Filipovits-Flasch aus Lockenhaus, Ursula Jäger und Lena Schacherer, beide mit Büros in Neusiedl am See. Alle fünf halten sich beim Entwerfen an den Leitsatz „Form follows function“. Die Form Ihrer Bauten leitet sich also aus deren Funktion ab. Planen sie zum Beispiel ein privates Wohnhaus für eine Familie wird das keine Ähnlichkeit mit einem Barock-Schloss für einen Hofstaat haben.

 

Heimische Architektinnen über ihren Traumberuf

Architektur und Kunst

Sonja Kremsner sieht so wie ihre Schwester Michaela „das Zeichnen als gedank­liche Auseinandersetzung. So wie ein Schriftsteller schreibend denkt, gestalten wir zeichnend.“ Beide studierten Architektur nicht an einer Technischen Universität, sondern an der Akademie der bildenden Künste in Wien – Sonja in der Meisterklasse von Prof. Gustav Peichl, Michaela bei Prof. Timo Penttilä. Nach dem Studium konnten sie bei Wohnbaugenossenschaften Fuß fassen und bauten in deren Auftrag Reihen- und Wohnhausanlagen. „Am Anfang war es sehr schwierig“, erinnert sich Sonja Kremsner, „wir waren jung und die Leute wollten unsere Entwürfe so gut wie gratis haben.“ Dass sich eine professionelle Planung rechnet, das sei privaten Bauherren noch immer zu wenig bewusst. „Da wird am falschen Fleck gespart, ein Kleid kann man austauschen, ein mangelhaftes, wenig sinnvoll benutzbares Haus nicht.“ Ihrer Zeit voraus waren die Schwestern bei einem jetzt 15 Jahre alten Wohnbau im Bezirk Mattersburg. Dessen Außenwände sind nicht aus künstlerischen Gründen schräg gestellt, sondern um darauf Sonnenkollektoren montieren zu können. Das damals innovative Projekt aber wurde nie zur Gänze fertiggestellt, weil sich die Energie­versorger querlegten. „Das war schwer zu verstehen, heute werden alle Wohnhausanlagen und Reihenhäuser mit Wärmepumpen etc. ausgestattet. Die Idee war einfach zu früh, das wollte damals niemand finanzieren, heute gibt es Förder­ungen dafür.“ Stimmige Proportionen, Ausblick, Kommunikation, „das heißt, den Menschen im Raum mit dem Menschen draußen oder mit der Natur zu verbinden, Lichteinfall, unbewegtes Licht und bewegtes Licht richtig einzusetzen“, darauf kommt es den Schwestern beim Planen im Besonderen an.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe der BURGENLÄNDERIN.