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People | 25.04.2021

Wieder neu erfunden

Julia Reiterics war zunächst Fashion- und dann Reisebloggerin. Parallel dazu liebte sie ihren Job in einem medizinischen Institut. Mit dem Hausbau schlägt sie einmal mehr ein neues Kapitel auf.

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Jahrelang hatte Julia Reiterics parallel mehrere Jobs. © chiccholee.com

An welche Reise sich Julia Reiterics gerne erinnert? „Diese Frage beantworte ich jedes Mal anders“, lacht sie. Unvergesslich waren etwa die Oster­insel und die damit verbundene Peru-Rundreise, ebenso die Delfingesänge am offenen Meer, als sie auf Mauritius war, oder die Übernachtung im kleinen Berg­dorf Imlil, direkt am Fuß des Toubkal, dem höchsten Gipfel Marokkos. „Die Leute dort waren so nett; sie haben uns zu sich eingeladen, uns Tee serviert. Die Gastfreundschaft hat mich umgehauen.“ Es sind unzählige Reisen, auf die die Bloggerin, 30, aus Kittsee zurückblickt. Am liebsten waren Julia stets jene, wenn sie auf eigene Faust Länder und Kulturen entdecken konnte. Seit dem Ausbruch der Pandemie bestieg sie kein Flugzeug mehr; sie erfand sich einmal mehr neu.


Wie alles begann

Julia Reiterics wuchs als jüngstes von drei Kindern in Kittsee auf und besuchte das Pannoneum in Neusiedl am See. Eine Musterschülerin war sie nach eigenen Angaben nicht; sie hatte es so eilig, die Schulzeit hinter sich zu bringen, dass sie noch vor ihren letzten Ferien den ersten Job in der Tasche hatte. Nach vier erfolgreichen Jahren bei einem IT-Dienstleister wechselt sie in das neurologische Rehab-Zentrum in Kittsee, hat dort im Laufe der Jahre mehrere verantwortungsvolle administrative und organisatorische Positionen inne. Erst Ende 2020 kündigt sie schweren Herzens, „weil ich mich zwischen meinem geliebten Job in der medizinischen Einrichtung und meiner Selbstständigkeit entscheiden musste“. Das Bloggen und die damit verbundenen Projekte ließen sich selbst mit einem Teilzeitjob nicht mehr vereinbaren.

Julia Reiterics
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Abenteuerlust

Am liebsten entdeckte sie als Reisebloggerin auf eigene Faust neue Länder und Kulturen.

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"Wenn ich nicht mehr reisen kann, zeige ich andere schöne Dinge, die es im Leben gibt.", Julia Reiterics, Bloggerin & Influencerin

Dabei hatte sie zu Beginn – da war sie Anfang 20 – keinerlei kommerzielle Zwecke verfolgt. Der Hintergedanke bei den ersten Modefotos, die sie hochlud, war ein eher praktischer: „Ich wollte nachschlagen können, wie ich welches Kleidungsstück kombiniert habe; es war anfangs wie eine digitale Datenbank meines Kleiderschranks“, sagt sie. So rutschte sie in die Modebranche. „Aber ich passte nicht wirklich in diese Szene, ich wollte nicht jedem Trend hinterherjagen.“ Als sie nach einem beruflich fordernden Jahr eine dreiwöchige Auszeit in Thailand nimmt, hat sie Lust auf Neues. „Ich hab’ auf meinem Blog über die Reise berichtet, erzählt, wo man eine SIM-Karte für Thailand bekommt, wo man das beste Pad-Thai essen kann und welches Hotel ich empfehlen kann.“ Die Follower mochten es, da beschloss sie kurzerhand, das Fashionbloggen hinter sich zu lassen und sich dem Reisen zu widmen. So verlockend ihre Mission auch klingt, so sehr sie sie von Beginn an mochte, „es bedeutete, dass ich oft schon vor Dienstbeginn in der Klinik zu Hause arbeitete und die Abende und Wochenenden oft bis spätnachts vor dem Computer verbracht habe“, beschreibt sie. Als die Kooperationspartner mehr und größer wurden, waren Erlebnisberichte nicht ausreichend; sie arbeitete an Konzepten und investierte in gutes Equipment, um qualitativ hochwertige Inhalte zu liefern. „Mein Beruf vereint heute redaktionelle und technische Tätigkeiten wie Monitoring, Controlling und Optimierung des Contents; zudem bin ich weiterhin Bloggerin und Content Creator oder Influencer über Instagram.“

 

Positiver Blick

Seit 2021 ist Julia komplett selbstständig; Corona machte ihr nur bedingt einen Strich durch ihre Pläne. Denn 2020 wollte sie mit ihrem Partner ohnehin den Fokus auf den Hausbau legen. „Reisetechnisch konnte ich meinen Leser*innen erst einmal nichts mehr bieten, da habe ich von meinem Hausbau-Projekt erzählt. Sie waren sofort sehr offen für das neue Thema.“ Wie sie als Reisebloggerin die Zukunft sieht? „Ich blicke auf eine schöne Zukunft mit Philipp; wir haben uns den Traum von einem wunderschönen Haus erfüllt“, sagt Julia Reiterics. „Ich bin offen für alles, was kommt. Wenn ich jetzt nicht mehr reisen kann, ist das für mich auch okay. Dann werde ich meinen Leser*innen zeigen, dass es auch andere schöne Dinge im Leben gibt, wie etwa Gartenarbeit. Durch den Hausbau habe ich gemerkt, dass ich gerne anpacke – der Frühling kommt!“

www.chicchoolee.com